Huch – wir sind trocken und sauber – irgendwie

Töpfchen

Huch.. wir sind sauber und trocken.. irgendwann vor etwa zwei Wochen oder so.. ich kann den genauen Zeitpunkt nicht mal benennen. Es ist auch einfach so passiert. Aber ich rolle das Feld mal von hinten auf:

Wie haben wir angefangen?

Mit nem Pott :). Einfach hingestellt, erklärt wofür er ist, hin und wieder drauf gesetzt und ein Buch angeschaut. Durch Zufall landete dann auch mal was darin. Sowohl klein als auch groß. Aber wie gesagt: alles eher Zufall.

Und dann?

Zwischenzeitlich hat sie dann gelernt ihre Ausscheidungen zu benennen, wobei zu Beginn alles „kacka“ war. Wir erklärten ihr dann was „Pipi“ ist, gaben uns aber schnell von dem Wort „pullern“ geschlagen, welches in der Kita verwendet wurde.

Und in der Kita?

In der Kita hatte sie schon einige Monate ihr eigenes Töpfchen. Die Faszination in der Reihe mit anderen Kindern auf dem Pott zu hocken war einfach zu groß. Nachdem sie sich einfach konsequent zu den anderen gesetzt hatte, beschlossen wir mit den Erzieherinnen, dass es Zeit für ein eigenes Töpfchen ist. Doch auch hier landete es eher per Zufall in der Schüssel.

Windel ab?

Nun haben wir ja Sommer. Und wir sind oft am Wasser. Da läuft das Kindlein sowieso immer nackig herum. Und da lief es dann einfach so. Sie hat immer ganz begeistert die Beinchen weit auseinander gestellt und fasziniert beobachtet was da so passiert. Teilweise hat sie sich gefreut wie ein kleines Schnitzelchen. Wir haben das Ganze nicht weiter thematisiert und ihr nur hin und wieder erklärt, was da so passiert.

Windel ab!

Irgendwann lief es dann besser und sie kündigte ihr Geschäftchen regelmäßig an. Zu Beginn erst, wenn es schon in der Windel war, irgendwann zeitgleich und schließlich wenige Sekunden vorher. Also habe ich ihr nach der Kita konsequent die Windel ausgezogen. Da es so warm war, lief sie praktisch den halben Tag nackig durch die Gegend. Und von einem Tag auf den anderen setzte sie sich von ganz allein auf den Pott. Sie sagt „pullern“ oder eben „kacka“, rennt zu ihrem Töpfchen und macht es dann rein. Es gab bisher keinerlei Unfälle, was mich wirklich mehr als erstaunt.

Und mit Klamotten?

Mit Klamotten landet der erste Tropfen schon mal im Schlüppi, der Rest aber weiterhin konsequent im Töpfchen. Nun habe ich das ganze über eine Woche durchgezogen, da ich Angst hatte.. es könne sich nur um eine Phase oder so handeln. Doch es blieb dabei. Jeder Inhalt wurde von ihr euphorisch beklatscht und anschließend zur Toilette getragen.

Und auf der Toilette?

Wir haben auch einen Aufsatz für die Toilette – allerdings müsste sie dann erst ihr Fußbänkchen holen, ran stellen, hoch klettern.. naja.. das dauert zu lang. Auf das Töpfchen setzt sie sich schnell und sofort kommt etwas.

Welches Töpfchen?

Ich habe mich vorweg ziemlich lang mit der Frage nach dem richtigen Töpfchen beschäftigt… ich hatte nämlich viel darüber gelesen, dass Kinder auch hier bestimmte Vorlieben haben. Meine Wahl fiel am Ende auf einen Topfstuhl von babybjörn, aus dem man den Einsatz bequem heraus nehmen kann. Warum mir das so wichtig ist? Das Kindlein liebt es, Dinge weg zu bringen. Das trifft auch auf ihre Pipi und Kacka zu. Sie kann den kleinen Einsatz einfach heraus heben und zur Toilette bringen. So muss sie nicht den ganzen Pott durch die Gegend schleppen, was es sehr einfach macht. Zusätzlich hat das Töpfchen eine relativ hohe Lehne und ist somit klar im Vorteil, was die Bequemlichkeit angeht. Für unterwegs haben wir noch so ein einfaches, grünes Töpfchen von Ikea, was sie aber ebenso gerne nutzt.

Und wie geht’s weiter?

Nun habe ich mir diese Woche ein Herz gefasst und das Thema in der Kita angesprochen. Die haben mir recht schnell klar gemacht, dass es ohne Windeln nicht so schnell geht.. Klar, sie haben nicht die personellen Ressourcen – immerhin muss sie manchmal im 15 Minuten Takt Pipi machen. Das Problem: hat sie eine Windel um, klappt das Ganze einfach nicht so gut. Sie spürt es nicht so gut und sagt es seltener an. Somit sehe ich keine Chance auch in der Kita schnell trocken und sauber zu werden, wenn sie ihr nicht die Möglichkeit geben, sich zu beweisen. Wir werden das Thema bald im Entwicklungsgespräch ansprechen und sind gespannt, wie es weiter gehen soll.

Und unterwegs?

Unterwegs mache ich ihr noch eine Windel um.. frage aber regelmäßig ob sie muss. Neulich waren wir im Shoppingcenter und sie sagte „pullern“ – ich also querfeldein mit dem Kind zu den Toiletten gerannt. Sie hat es diese Minuten wunderbar ausgehalten und anschließend Pipi gemacht. Das Warten ist also auch kein Problem mehr.

Zu Hause machen wir die Windel weiterhin konsequent ab, was für sie auch in Ordnung ist. Den Pott schleppe ich beinahe überall mit hin. Sogar zum Strand – obwohl sie es da bevorzugt „pipi asser“ zu machen. 😀

Der nächste Schritt? 

Ich denke wir werden die Windel nun auch bald nachts weg lassen. Morgens ist das gute Stück zu 90% sowieso leer. Wozu also die Windel verschenken? Danach werden wir auch unterwegs auf windelfrei umsteigen und sie hier und da abhalten. Hat neulich bei einem Shoppingtrip in eine große Stadt auch gut funktioniert.

Fazit?

Ich hätte nie gedacht, dass es plötzlich so schnell geht.. und auch irgendwie so einfach? Unser Leidensdruck war überhaupt nicht groß – trotz vieler Sprüche der älteren Generation. Gott, wie ich es hasse. Das Kind ist 2 Jahre. Und nur weil wir früher alle ab einem Jahr zum Pott gezwungen wurden, muss ich das bei ihr nicht auch machen. Ja, wir sind froh, dass es so schnell geht.. erwarten aber keine Wunder. Rückschläge wird es bestimmt geben. Bis dahin freut sich der Geldbeutel über die Windeleinsparungen. *hehe*

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