Jeder braucht doch eine kleine Elsa…

Der Titel des Beitrages ist etwas trügerisch. Denn: so habe ich nicht immer gedacht. Ehrlich gesagt… ich gehör(t)e eher zu der Fraktion: nerv. Ich meine. Anna und Elsa. Die sind einfach überall. Und mit überall meine ich Ü-B-E-R-A-L-L. Es gibt nichts, was man nicht mit den Gesichtern der beiden Hauptprotagonisten bekleben kann. Das ist so irre. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Essbares, Bespielbares, Abspielbares, Verschließbares. Dosen, Stifte, Taschen, Kleider, Bücher.. es gleicht einer Invasion. Einer blauen, eisigen Invasion. Nicht mal mehr einen Stinknormalen Discounter kann man betreten, ohne damit konfrotiert zu werden. Denn: selbst bei Hygieneartikeln kann man den Stempel „Frozen“ drauf etikettieren. Es gibt Zahnpasta, Zahnbürsten, Duschgel. Man kommt nicht dran vorbei. Und so kauft Muddi dann natürlich das völlig überteuerte Duschgel.. weil… ja weil da das Gesicht von dem blonden animierten Mädel drauf ist. Kann ja schwer nein sagen und so. Lieb das Kind und so. Sehr und so.

Kindlein zum Geburtstag in Elsa-Action

Ich erinnere mich an einen Besuch im Spielzeuggeschäft. Dort gab es eine eigene Abteilung zum Thema Eiskönigin. Ja, ich wiederhole gern: Abteilung. Das Kind also vor den Regalen. Ich total entspannt: „Was möchtest Du denn haben?“ Glitzern in den Augen meines Kindleins. Hinzu kam ein Funkeln, welches seines Gleichen sucht. Es war, als hätte ihr jemand auf die Schnelle Diamanten implantiert. Oder gut gemachte Kontaktlinsen? „Alles!“ war die Antwort. Ok. Da fällt mir dann auch nix mehr ein. Letztlich konnte sich das Kind dann doch entscheiden. Nichts desto trotz wird bei jedem Produkt, auf dem die Charaktere abgebildet sind laut „Da ist Elsa/Anna/Olaf!“ geschrien. Dann wird es in die Hand genommen. Und dann mit den Augen geklimpert. Da sind sie dann wieder, die Diamanten. Wenn es ganz hart kommt, dann legt sie ihren Kopf schief. Dann ist sowieso alles vorbei. Das gespielte Lächeln hat sie auch ziemlich gut drauf. Und Mama wird schwach. Papa war schon ne halbe Stunde vorher schwach.

Das Ding ist nur: ich find‘ den Film echt ziemlich gut. Ein Spaß für jung und alt. Die Musik ist toll, die Story nicht komplett doof und ich schalte den TV anschließend seelig lächelnd ab. Was willste‘ also machen? Ich kann es ihr nicht übel nehmen und bin der Meinung: Kinder lieben ihre kleinen und großen Helden. Und für unser Kindlein ist diese in ein blaues Gewand gehüllte Blondine eben eine kleine Superheldin. Und sie möchte so sein wie sie. Mit Zauberkräften. Mit Haut und Haaren. Und natürlich auch den Outfits. Und ich denke mir: jeder sollte doch eine kleine Elsa haben. Oder eine Anna. Oder einen Olaf. Oder sonst was.

Elsa an den Füßen

Zum letzten Geburtstag erfüllte die Tante dem Kindlein dann einen großen, großen Wunsch: sie bekam ein Elsa Kleid. Und was für eins. Es hat eine Schleppe. Ja, eine Schleppe. Und auf der Schleppe ist Glitzer. Viel Glitzer. Und überhaupt ist das ganze Teil voll mit schönen Details und die Kohle hat sich einfach echt gelohnt. Gut, sie liebt es. Und die Sache ist die: ich sehe mein Äffchen gerne glücklich. Und wenn das bedeutet, dass sie den halben Tag in dem Kostüm rum rennt, dann soll es eben so sein. Und ja, sie hat es oft an. Es hat das Minnie-Maus und das Prinzessin Sofia Kleid um Längen geschlagen. Hängen alle drei im Schrank nebeneinander. Die Wahl fällt trotzdem meistens auf das blaue Etwas.

Glückliches kleines Elsa Mädchen

Weihnachten hat nun den Vogel vollends abgeschossen. Das Kind wünschte sich sehnlichst blaue Glitzerschuhe. Es kam wie es kommen musste. Die völlg verstrahlten Schuhe landeten auf dem Wunschzettel und so letztlich auch unter der grünen, selbst geschlagenen Tanne. Das Kind läuft seitdem sehr viel mehr – immerhin haben wir hier einen Laufmuffel. Die Sache ist nur die: unser Haus ist größtenteils mit Fliesen ausgelegt. Und diese Schuhe.. die klackern auf dem Boden. Und das findet das Kind ganz zauberhaft. Unsere Ohren eher… nicht so. Aber erinnert sich hier jemand daran, wie wir das früher fanden? Ich liebte die hohen Schuhe meiner Mutter und lief stundenlang damit herum. Hauptsache sie machten dieses typische Geräusch. Ich habe also durchaus so etwas wie mädchenhaftes Verständnis für mein kleines Kindlein. Und ihr Lächeln überwiegt. Habe der nächsten Schuhgröße dennoch selten so entgegen gefiebert…

Königin Elsa mit Gefolge

Aber es gibt ja nicht nur das Kleid und die Schuhe. Wie praktisch, dass das diesjährige Motto im Kinderkarneval „Disney“ ist. Es gibt ja so viel mehr. Es gibt Haarteile, Zauberstäbe, Stulpen für die Arme, es gibt Schmuck für Körper und Haar, Tattoos, es gibt einfach alles. Guckt mal, glitzernde Elsa-Accessoires holen wir uns dieses Jahr hier. Obwohl unser Kindlein ja die perfekten langen und auch blonden Haare hat, ist es leider nicht das typische Elsa-blond. Und damit sie so richtig richtig nach Elsa aussieht, wird es wohl eine Perücke. Beim Zauberstab bin ich noch skeptisch. Habe Angst, dass der erstens schnell verlegt und zweitens schnell von anderen Rabauken zerstört wird. Ich vermute auch, dass das Kindlein nicht die einzige Elsa auf der Party sein wird. Aber ist ja auch egal, oder? Hauptsache sie ist happy. Und das wird sie sein. (Falls nicht ziehe ich ihr alles vom nicht vorhandenen Taschengeld ab!!!)

Wann wird die Phase wohl vorbei gehen? Ich denke die Hoffnung kann ich schnell beiseite schieben. Soweit ich gehört habe, soll Ende 2019 der zweite Teil ins Kino kommen. Und man weiß ja, was das bedeutet. Neue Story, neue Kleider, neue Musik, neue Fan-Artikel, neue Goodies. Vermutlich auch komplett neue Outfits? Also neue Kostüme, die die Kinder haben wollen. 2019 ist das Kindlein dann sechs. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hype da vorbei sein wird. Vermutlich findet sie das alles erst mit Einsetzen der Pubertät ätzend. Oder auch nicht. Ich jedenfalls freue mich total auf den zweiten Teil und hoffe auf eine (für einen zweiten Teil ja oft ungewöhnlich) knackige tolle Fortsetzung.

Autor