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kathi

Sieben Wochen Baby M. – Sieben Wochen zu Viert

Ach ja. Sieben Wochen ist das zweite Mädchen, unser Baby M. nun schon alt. Noch etwas über eine Woche und wir machen die zwei Monate voll. Komisch. Die Zeit vergeht. Ich bin weder traurig noch glücklich über diesen Umstand. Ich bin gefühlt beides. Traurig darüber, dass wir diese ersten tollen Wochen nicht so recht genießen können. Unser Schreimädchen macht das beinahe unmöglich. Es gibt sehr sehr wenige Momente in denen sie einfach nur schaut und ruhig ist. Die kann ich über den Tag verteilt an einer Hand abzählen. Daher gibt es so etwas wie Glück in meinem Bauch wenn ich darüber nachdenke das sie wächst und älter wird. Denn: irgendwann wird der Spuk ein Ende haben.

Wohl das letzte Mal Kurzarm in diesem Jahr?!

Skills:

  • Du hast jetzt Deine eigenen Dankeskarten, die auch schon fleißig verschickt wurden! Yeah!
  • Du hast Dich erneut zwei Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht/ fallen lassen. Ob das jetzt weiterhin nur Zufall ist? Hm…
  • Du hast Dir deinen ersten wirklich blutigen Kratzer auf der Nase verpasst
  • ich kann wohl bald die Größe 62 aussortieren… du wächst wie verrückt
  • ebenso bei den Windeln: wir nähern uns Größe 3 unaufhaltsam!
  • bisher hast Du keinen Haarausfall – ich hoffe, dass das auch so bleibt.

Papa hält Dich ganz fest

Das magst Du:

  • auf dem Stillkissen liegen und in der Welt umher schauen – zumindest für 3 Minuten!
  • Bäume anschauen
  • wenn Mama dein Bäuchlein mit Windsalbe massiert
  • auf deinem neuen Hochstuhl liegen (bzw. auf dem Aufsatz dafür) – hier kann man so schön schauen

Das magst Du nicht:

  • nackig bei Mama im Bonding liegen. Habe ich in meiner Verzweiflung während eines Schreianfalls versucht. Keine Chance.
  • Fingernägel schneiden findest Du echt so semi

Dieser süße Wirbel auf dem Kopf *hach*

Und sonst so?

Zweiter Termin beim Osteopath

Da war er nun. Der zweite Termin. Neues Spiel, neues Glück.. so heisst es doch immer. Baby M. hatte pünktlich zum Termin perfekt ausgeschlafen und so stieg unsere Hoffnung, dass alles gut wird. Erst mal: die Behandlung war mit der ersten nicht zu vergleichen. Es erfolgte endlich eine richtige Anamnese. Sofort fühlten wir uns diesbezüglich richtig aufgehoben. Und auch die Behandlung danach war mit Osteopath Nummer 1 nicht vergleichbar. Ziemlich lang wurde Baby M. unter den Händen von Herrn K. hin und her bewegt. Sie machte erstaunlich gut mit und schrie erst zum Ende hin so richtig laut auf. Laut seiner Aussage hat sie tatsächlich im hinteren rechten Halsbereich eine Blockade. Ob dem nun so ist/war, kann ich nicht sagen.

Der Tag nach der Behandlung war die Hölle. Baby M. schrie sich gleich wieder um Kopf und Kragen – und das schon vormittags. Und auch die Tage danach wurden nicht sooo viel besser. Ich habe bis heute nicht das Gefühl das es etwas gebracht hat. Wir haben noch einen zweiten Termin bei ihm.. aber ich frage mich wirklich ob es Sinn macht, diesen wahr zu nehmen. Ich bin ja eh eher Skeptikerin.. mittlerweile sitze ich es einfach weiter aus, massiere das Bäuchlein mit Windsalbe (vermutlich Werbung da Markennennung) und versuche das Schreien so gut es geht auszuhalten. Sie wird größer, wächst, wird schwerer und aufmerksamer. Irgendwann wird es sich von allein legen. Mir fehlt durch Schlafmangel und Kopfweh dank Schreiattacken auch einfach die Kraft weiter Ursachenforschung zu betreiben. *gähn*

Sechs Wochen Baby M. – Sechs Wochen zu Viert

Die Woche war seltsam… ein Auf und Ab. Mal wieder. Baby M. schrie wieder sehr viel. Und wir? Versuchten alles um dieses quengelnde Kind „abzustellen“.. das klingt seltsam. Aber mir ist es einfach unheimlich wichtig, dieses Geschrei los zu werden. In erster Linie weil sie durch das schrille Schreien einfach noch mehr Luft auf den eh schon so geplagten Bauch schluckt. Und ich mag ihr einfach helfen. Egal wie. Mein armes kleines Babymädchen. Es ist wirklich oft nicht leicht. Doch gerade vormittags wirkt sie mittlerweile hin und wieder recht entspannt. Schaut umher, betrachtet draußen die Bäume oder schaut der Schwester beim Tanzen zu. Hin und wieder traue ich mich sogar etwas Musik an zu machen.. auch wenn ich ständig in der Angst lebe, ihre Reizschwelle damit zu überfordern.

Skills:

  • Du hast dich gedreht! Das erste Mal vom Bauch auf den Rücken.. bist zwar mehr gefallen.. aber hey… Meilenstein!!!
  • ich meine das erste Glucksen/Brabbeln/wasauchimmer von Dir vernommen zu haben
  • du erfüllst mittlerweile alle Punkte um als Schreibaby eingestuft zu werden – ist das jetzt bei Skills richtig?

Das magst Du:

  • es bleibt dabei: Fön, Tragetuch, Brust, Federwiege
  • wenn Deine Schwester für Dich tanzt
  • Schnuller wird hier – Gott sei dank – immer beliebter!

Das magst Du nicht:

  • hm… die Welt? Dein Leben? Uns? Alles? Keine Ahnung. In den meisten Fällen entsteht deine Unruhe und das Schreien wohl durch deine Bauchprobleme und wenn du wirklich wirklich müde bist. Zumindest ist das unsere Theorie.
  • 3 Tage keine volle Windel. Dein armer armer Bauch.
  • Windelexplosion nach einem Tag ohne Muttermilchstuhl… da half nur die Dusche!

Und sonst so?

  • wir haben einen neuen Termin bei einem anderen Osteopathen gemacht, nachdem der erste Versuch (siehe Rückblicke) so ein Reinfall war.. zu verlieren haben wir nichts.
  • dein Hals ist so derart speckig, dass es in den Falten schon ganz rot ist, da zu wenig Luft ran kommt und es wirklich schwer ist diesen Bereich auf Dauer sauber zu halten
  • wir hatten letzte Woche aus Verzweiflung versucht dir etwas gegen die Verdauungsprobleme zu geben.. aus der Apotheke. Es wurde dadurch leider nur noch schlimmer, so dass wir damit ganz schnell wieder aufgehört haben.

Hüftsonografie

Ich hatte wirklich Panik vor dem Termin. Letztlich recht unbegründet. Babyschale an Babyschale reihte sich in der Praxis aneinander. Und da wussten wir sofort: das kann eine Weile dauern. Nun ist ja Warten nicht gerade die Stärke von Baby M. Und kaum hatten wir unsere Autoschale abgestellt, ging die Sirene auch direkt wieder an. Im Fliegergriff habe ich es dann wippend und „shhhh“ singend auf dem Flur ganz gut hinbekommen. Die Untersuchung selbst war dann zu Beginn auch wieder sehr sehr laut, da unser zweites Mädchen klar äußerte, dass ihr die Position missfiel. Der Schnuller rettete uns vor einer absoluten Eskalation. Und das Beste: die Ergebnisse sind alle super. Keine Kontrolle, kein breit Wickeln, keine Schiene. Mit dem Kindlein mussten wir damals vor 5 Jahren nach der ersten Untersuchung noch zwei Mal zur Kontrolle und wurden erst dann endgültig entlassen. Dieses Mal: Zack, fertig. Kleiner Lichtblick am Schreihimmel.

Tag und Nacht Rhythmus & die Nächte

Ich mag noch kurz berichten, wie die Nächte und der Rhythmus mit unserem sechs Wochen alten Mädchen so sind. Die Nächte sind vor allem eines: sehr stillreich. Alle ein bis zwei Stunden muss ich ran.. und die Milchbar öffnen. Immer öfter schafft sie die erste oder auch die zweite Runde schon drei Stunden am Stück. Das klappt nicht immer, aber hin und wieder dann doch. Und so drei Stunden am Stück schlafen ist schon ganz nett. Ansonsten hat sie tatsächlich einen richtigen Rhythmus. Vormittags ist sie – bis auf wenige Naps zwischendurch – sehr viel wach. Dann beginnt der verschlafene Nachmittag und Abends ist sie auch noch mal wach. Leider schläft sie besonders tagsüber aufgrund der Probleme mit dem Bauch oft sehr unruhig. Da ist die Federwiege sehr oft der Retter in der Not. Eine feste Zeit haben wir für Baby M. übrigens nicht. Mal geht sie 21 Uhr ins Bettchen, mal sind die Augen nach viel Geschrei erst 23 Uhr final zu.

 

August 2018 – Rückblick Kindlein

AUGUST 2018 – UNSER KINDLEIN

GROSSE SCHWESTER – HURRA!

Das Baby ist da. Das Kindlein wurde im August große Schwester. Nach langem Wunsch kam der Tag der Tage für unser großes Mädchen. Wir hatten sie vorab gut darauf vorbereitet – sobald sie neben der Oma wach werden würde, wäre das Geschwisterchen da. Und so war es auch. Gegen 2 Uhr nachts machten wir uns auf den Weg in die Klinik und die Oma nahm den Platz neben dem Kindlein. Um 4:28 Uhr war Baby M. ja dann auch schon da. Das Kindlein schlug morgens die Augen auf und freute sich sofort wie verrückt. Der Papa war kurz nach dem Aufstehen auch schon wieder da.. ging alles ziemlich fix. Kurz darauf stand das Kindlein mit dem Papa schon im Zimmer auf der Station und betrachtete die kleine Schwester. Das Grinsen war aus ihrem Gesicht gar nicht mehr weg zu bekommen. Liebevoll knutschte sie das kleine Bündel ab und streichelte das Köpfchen. Die erste Begegnung haben wir gefilmt… Herzmomente. Für immer.

Die kleine Schwester ausführen. 

IM ZUGE DESSEN

Ach Kindlein
bist so verliebt in deine kleine Schwester
zeigst nicht ein bisschen Eifersucht
bis heute nicht!
Streichelst sooo gern ihr Köpfchen
und nimmst es in die Hand
bist ganz vorsichtig mit ihr
und hälst sie ganz zaghaft in deinen Armen
knabberst seit der Geburt Fingernägel
und zeigst uns so doch, dass es dich bewegt
und dein Köpfchen arbeitet
liebst deine kleine Schwester aber ganz offensichtlich
leider auch wenn sie endlich schläft
da hilft kein Reden und Bitten
denn du willst kuscheln bis der Arzt kommt
singst ihr Lieder vor und dichtest dazu Texte
bist diesbezüglich echt ein Mauseschatz!

DAUMENLUTSCHERKINDLEIN

Ich hatte ja schon öfter geschrieben das unser Mädchen ein Daumenlutscherkindlein ist. Das hat sich bis heute auch nicht geändert.. allerdings versuchen wir nun auch schon seit Jahren zu intervenieren. Ich glaube nach unserem letzten Zahnarzt Besuch hatte ich noch mal in einem der Rückblicke geschrieben, dass es wirklich besser wurde. Die letzten Monate hat sie sich unsere Ansagen und die der Zahnärztin wirklich zu Herzen genommen. Tagsüber wird hier gar nicht mehr genuckelt. Nur noch Abends zum Einschlafen oder wenn man eben nachts mal wach wird und wieder einschlafen muss. Das ist ein riesiger Fortschritt und war die erste der beiden Vereinbarungen. Abgemacht war ein Geschenk, sobald sie tagsüber nicht mehr nuckelt. Da dies nun geschafft ist, suchte sich das Kindlein etwas von Playmobil aus. Ergebnis: die Kita Sonnenschein, die seitdem sehr gut bespielt wird.

UND DIE NÄCHSTEN MONATE?

Das Seepferchen ruft! Ganz laut ruft es nach uns. Viele ihrer Altersgenossen haben das Abzeichen schon.. ob die Kids dann wirklich sicher schwimmen können sei mal dahin gestellt. Sieht man sie im Schwimmbad vor sich hin planschen, so ist das gefühlt mehr ein Strampeln um sich über Wasser zu halten. Aber ist ja auch egal. Das Kindlein möchte nun auch zum Club der Seepferdchen gehören. Entsprechend haben wir sie zu einem Seepferchen Kurs angemeldet. Die Idee stand schon länger im Raum, allerdings war das Mädchen definitiv noch nicht soweit… diesen Sommer hat sie sich – was das Element Wasser angeht – rasant weiterentwickelt. Sie sprang plötzlich ins Wasser. Erst mit Taucherbrille, irgendwann ohne. Erst nur mit Schwimmflügeln, dann mit Bauchgurt und dort wo sie stehen konnte sogar ohne alles. Stolz und so. Irgendwann sprang sie auch in richtig tiefes Wasser, teilweise mit enormer Fallhöhe. Sie ist soweit, das steht fest und wir freuen uns auf den Abschnitt Schwimmen!

„Ich trau‘ mich!“

WACKELZAHNPARTY

Das Kindlein wünscht sich momentan nichts sehnlicher als einen Wackelzahn zu bekommen. Ein Mädchen in der Kita hat bereits ihren ersten Zahn verloren.. seitdem fragt sie beinahe täglich ob denn auch schon einer ihrer Zähne wackelt. Andere Kinder erzählen ihr, dass man bei Wackelzähnen zudem Zahnschmerzen bekommt. Schwups, hat sie Zahnschmerzen. Die kommen und gehen nun. Das Ganze ist ihr so wichtig, dass sie eine Wackelzahnparty geben möchte. Einladungen hierfür wurden bereits eifrig mit den Freunden in der Kita gebastelt. Eine Zahnlücke fehlt hier echt.. denn in der Zahnlückenpubertät ist sie definitiv angekommen. Hach ja. Es gibt wirklich schwierige Momente. Sie kann einen momentan so wunderbar ignorieren. Darin ist sie wirklich Weltmeisterin!

Langhaarmädchen – Zahlenmädchen – Schwester – Babybademädchen – Sprengermädchen

REDEN REDEN REDEN

„Guck mal, ich trinke wie ein Gentleman!“ nippt an einer Tasse und spreizt den kleinen Finger ab.

Rülpst wie verrückt. Einige Sekunden später: „Iiiiiiih, das stinkt!“

Singt der Schwester vor: „Baby M, gewöhne Dich dran hier bei uuuuhuuuuns zu sein!“

Über Baby M. „Sie sieht aus wie ein Jungem ist aber ein Mädchen, stimmt’s Mama?“

Wälzt sich nachts im Bett auf die andere Seite und brabbelt im Schlaf: „Alter Schwede!“

Fünf Wochen Baby M. – Fünf Wochen zu Viert

Die letzte Woche war zum weg werfen. Ich finde kaum Worte.. was in erster Linie an meinem leeren Kopf liegt. Habe gerade versucht mit dem Herzmann zu telefonieren. Aber die Worte, die ich sagen wollte, verließen kaum meinen Mund. Komische Sache.. aber der Schlafmangel und die Beschallung durch das viele Schreien machen einen nicht nur körperlich sondern auch geistig irgendwie kaputt. Wir sind hier jedenfalls alle am Rande der Verzweiflung, da Baby M. geplagt ist von was auch immer. Sie schreit. Immer. Außer sie schläft. Das Schreien kann dabei in verschiedene Stufen eingeteilt werden. Von Meckern mit kleinen Schreiattacken zwischendurch bis zum exzessivem Einschreien über viele Minuten mit klatschnassem Kind ist alles dabei. Wir wissen uns aktuell kaum zu helfen und hangeln uns von Tag zu Tag. Kann mir aktuell nicht vorstellen, dass es noch schlimmer kommen kann. Aber bergab kann es ja bekanntlich immer noch irgendwie gehen.

Skills:

  • Du lächelst uns an – bewusst und ganz genau.
  • Der erste Tag mit 4 Attacken schrillem Schreien. Eine Bewährungsprobe.
  • Du hast das erste Mal drei Stunden am Stück geschlafen – blieb bei einem Mal.
  • Es verging der erste Tag an dem in der Windel KEIN Muttermilchstuhl war – die Windelexplosion am nächsten Tag musste ich selbstverständlich fotografisch festhalten
  • Deine Augen verfolgen uns mittlerweile ganz genau.
  • Du bist vormittags gut und gerne mal 3-5 Stunden am Stück wach.

Das magst Du:

  • Ich wiederhole mich, aber so ist es eben: stillen
  • Den Fön. Wenn Du Baden warst, magst Du es unheimlich anschließend mit warmer Luft trocken gepustet zu werden. Den Fön haben wir mittlerweile an der Wickelkommode geparkt, da du auch sonst sehr gut damit beim Wickeln zu beruhigen bist.
  • Du bist mir die letzten 2 Tage im Fliegergriff eingeschlafen – vielleicht endlich mal eine Position die du nicht zum schreien findest.

Das magst Du nicht:

  • den Kinderwagen, auf den Arm genommen zu werden, Blähungen, Schuckeln, allein irgendwo liegen, senkrecht sein, Bäuerchen, Musik, Lärm, Stille… jeder Tag ist neu und anders mit Dir. Da weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll?!
  • Senkrecht auf dem Arm sein – ist immer noch nicht dein Fall.

Und sonst so?

  • Hier ist gerade ziemlicher Ausnahmezustand da du so extrem unruhig und unzufrieden bist. Ach Baby M. – wüssten wir nur was dich genau plagt. Wir schieben ganz viel auf den Bauch, wissen es aber letztlich doch nicht und rätseln uns verrückt. Nach einem wirklich wirklich schlimmen Tag war mein einziges Ziel für den kommenden Tag: kein schreiendes Kind. Der Wechsel zwischen Brust, Schnuller, Fliegergriff, Federwiege und Wippe hat dann tatsächlich funktioniert und du hast dich immerhin nicht komplett weg geschrien. Kann nur besser werden hier.

VERZWEIFLUNG?

Tja.. diese Verzweiflung über all die momentan so ätzenden Umstände ist ziemlich groß. Das führt dazu, dass man quasi nach jedem noch so kleinen Strohhalm fasst. Nun hat der Mann nach durchwachten Nächten, an denen er quasi ununterbrochen an der Federwiege wippen musste, von einen auf den anderen Tag einen Motor für eben diese bestellt. Damit man seinen gefühlten Radius von einer Armlänge mal wieder verlassen kann. Ich vegetiere bisher tagsüber ebenso in genau diesem Radius vor mich hin. Und man mag auch ganz gern mal wieder einen anderen Raum im eigenen Haus betreten. Hoffen wir also, dass das Teil unsere Träume wahr macht.

Ansonsten reagiert mittlerweile auch das Kindlein auf das Gebrüll und schreit auch mal kurz zurück.. Baby M. lässt sich davon selbstverständlich nicht beirren und kreischt weiter in einer Tour. Wir haben das ganze Drama natürlich auch per Video festgehalten. Und gleich mal an alle ungläubigen Verwandten verschickt. Die anschließenden Ratschläge der Umgebung sind zu herrlich und sollten eigentlich einen eigenen Blogbeitrag bekommen. Finde es immer wieder erstaunlich, wie Menschen einem fünf Wochen alten Säugling tatsächlich böse Absichten oder gar Manipulation unterstellen. Einfach nur verrückt.

Ähm… ich hab da was verdrängt…

Hach ja. Wie schön waren die ersten Tage mit Baby M. Der Herzmann, das Kindlein und ich waren einfach nur mit Baby glotzen beschäftigt. Wie Süchtige standen wir am Laufgitter oder hockten auf dem Bett in der Wochenbetthöhle. Da lag dieser kleine zarte Mensch und schlief. Und wir konnten unser Glück kaum fassen und starrten einfach nur auf den Körper von Baby M. Auf die hellen Haare, über die wir bis heute nicht hinweg kommen, da die große Schwester fast schwarz war.. auf die kleinen Fingerchen, die Minizehen, das heftige Reagieren vom Brustkorb wenn sie Schluckauf hat. Ja einfach alles starrten wir an. Ist ja auch eine verrückte Sache. Zwei Menschen kreieren einfach so einen neuen Menschen. Und der wächst im Bauch und ist dann plötzlich da. Man muss sich dieses Wunder immer wieder bewusst machen.

Nun ja. Dann vergingen die ersten Tage. Noch von Hormonen getragen glotzte man weiter. Freute sich über jeden Pups, jedes Bäuerchen und weiße Rinnsal was da aus dem ach Gott was süßem Mündchen lief. Und die Hormone blieben.. keine Frage. Aber dann schlich sich etwas ein. Langsam, aber dann am Ende doch heftig. Kaum waren die ersten Tage mit Wochenfluss und Milcheinschuss überstanden, kam ein ganz neues Problem auf einen zu…

Die Müdigkeit

Es ist ja nicht so, dass ich nicht noch andere – schwangerschafts- und geburtsbedingte Wehwehchen gehabt hätte. Ich sage nur Eisenmangel.. mein Hb-Wert, jenseits von Gut und Böse bescherte mir so manches Schwanken von A nach B. Ständig schwarz vor Augen, rempelte ich so einige Dinge ordentlich mit den Oberarmen an. Blaue Flecke hallo! Auch sonst erholte ich mich deutlich schwieriger und langsamer von den Strapazen der eiligen Geburt. Das Kind fiel ja förmlich aus mir heraus.. wie schon das Kindlein trennten uns nur wenige Stunde von der ersten Wehe bis das Baby tatsächlich in meinen Armen lag. Mal wieder Nachts. Schon da hätte ich ja ahnen können: puh.. müde und erschöpft wirst du dich sicher irgendwann fühlen. Aber da waren ja diese Hormone noch viel krasser. Und während dem Mann sehr früh morgens auf der Wochenbettstation schon die Augen zu fielen, kuschelte ich – nach wie vor auf einer rosa Zuckerwattewolke sitzend – weiter vor mich hin.

Einschlafen im Kinderwagen? Ein gut gemeinter Rat von Außenstehenden… für uns der blanke Hohn.

Nun ja. Irgendwann nach einigen Tagen packte es mich dann auch. Himmel. Ich hatte es echt vergessen. Wie verdammt müde und erschöpft man sein kann. So ausgelaugt. So völlig fertig. Den Tränen ständig so scheisse nah. Und der Ohnmacht auch. Schmerzen der Geburt? Immer präsent gewesen, auch noch Jahre später. Nervige Schwangerschaft? Auch nicht ansatzweise in Vergessenheit geraten. Aber diese Müdigkeit.. Heftiger Mist. Da sitzt du nachts auf dem Bett und denkst du stirbst. Nicht vor Schmerzen. Sondern vor Ohnmacht. Denn: du kannst ja kaum was machen. Mittlerweile haben wir zwar so etwas wie einen Rhythmus.. also Tag/Nacht bedingt. Das heisst aber nicht, dass das Kind dann seelenruhig neben mir schläft.

Vielmehr macht es Geräusche wie ein Schaf oder auch wie ein Meerschweinchen. Es ist zum Heulen. Es quiekt und quakt und dreht und wendet sich. Es muckt und weint und schreit.. und das in äußerst seltsamen Abständen. Mal alle 10 Minuten, mal sogar alle 5.. mal einfach am Stück. Ich kann dabei – natürlich – nicht ansatzweise gut schlafen. Also gebe ich das Kind mittlerweile ungefähr so ein bis zweimal Nachts an den frisch gebackenen Papa ab. Der packt es in die Nonomo und wippt einfach, wenn es muckt. Denn: der Papa schläft viel tiefer als die Mama und wird dann wirklich erst wach, wenn Baby M. schreit. Männer und so. Ich bin durch das Kindlein schlaftechnisch gestört fürs ganze Leben. Daher brauche ich absolute Ruhe zum schlafen. Das ist furchtbar.. legt sich aber vielleicht ja im hohen Alter wieder? Wer weiß das schon.

Gibt auch kurze – ich betone KURZE – friedliche Momente!

DU BIST NICHT DU WENN DU MÜDE BIST

In der Werbung heisst es ja so schön: Du bist nicht du wenn du hungrig bist. Genauso wenig bist du du, wenn du müde bist. Sind wir ehrlich: man ist teilweise jemand anderes. Sagt und tut Dinge, die man bereut. Schlägt eine Tür zu, ist unfair zu dem Ehemann, dem Geschwisterkind und oft auch zu sich selbst. Beim Baby versucht man natürlich bis zuletzt nicht dieses Verhalten zu zeigen. Da muss man auch mal bis 10 zählen um nicht komplett zu eskalieren, ins Auto zu steigen und einfach weg zu fahren. Es klingt ja fast paradiesisch.. allein auf einen Rastplatz zu fahren, das Auro dort zu parken und einfach einzuschlafen. Muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich natürlich gerade alles etwas überspitzt darstelle? Weiß nicht. Ist ja auch egal.

Der Zombie-Modus hat uns jedenfalls im Griff. Da kann auch die letzte Nacht nix retten.. denn in der hat Baby M. das erste Mal drei sagenhafte Stunden am Stück geschlafen. Gerade eben ist mir übrigens das Kindlein im Auto auf dem Rückweg von der Kita eingeschlafen. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass dieser Weg kaum mehr als einen Kilometer beträgt. Das bedeutet dann für heute: Party auf mehreren Dance-Floors. Für den Papa, die Kinder und natürlich für die dauerhaft müde Mama. Lösung? Nicht in Sicht. Wie oben schon erwähnt: Es ist schon ein Segen das Baby nachts mal für zwei Stunden an den Papa abschieben zu können. Der Papa ist ja hier eh ein „ich-kann-überall-schlafen-Mensch“… unfair irgendwie. Aber nun müssen wir uns diese sagenhafte Eigenschaft ja auch mal zunutze machen. Und so drücke ich Baby M. nach einer erfolgreich verabreichten Milchmahlzeit gerne via SMS dem Papa auf, der es brav abholt und anschließend in die Wiege packt. Dort legt er seinen Finger auf den schmalen Rand des Sackes in welchem das Baby liegt und wippt mit einer Engelsgeduld an dem Teil. Und schläft irgendwann ein. Vermutlich via telepathischer Fähigkeiten wird dann die Müdigkeit aufs Baby übertragen, welches prompt mit einschläft. Ich habe natürlich zuvor beinahe Stunden damit verbracht das Baby zum Schlafen zu bewegen.. hat natürlich nicht geklappt. Läuft mit dem Muttersein. Nicht.

Jedenfalls sind wir aufgrund dieser Regelung beide müde. Also die Eltern. Aber eben jeder zu einem gewissen Anteil… Halbe halbe sozusagen. Keiner ist so erschöpft, dass er das Gefühl bekommt instant von der nächst gelegenen Brücke hüpfen zu wollen. So kommt jeder mal auf ein bis zwei Stunden Schlaf am Stück. Und das ist in der aktuellen Situation ja beinahe wie ein 6er im Lotto. Jawohl! Ich mag gar nicht beim Kindlein nachlesen wann es besser wird/wurde. Ich weiß es nämlich noch ganz genau: das erste Jahr war einfach Horror und es wurde und wurde eher schlimmer als besser. Also jetzt schnell Augen zu und durch! Und jeder der mir mit „Schlaf doch wenn das Baby schläft“ kommt: RUHE! Das funktioniert vielleicht bei der männlichen Spezies oder bei Teenagern.. aber selten bei so schlafgeschädigten Müttern wie mir. Ich lege mich nämlich hin und just in diesem Moment schießen mir 3 Milliarden Gedanken durch den Kopf. Die werden dann verarbeitet und in ungefähr einer Stunde bin ich dann soweit einzuschlafen.. blöd nur.. das meistens nach genau 5 Minuten Schlaf meinerseits das Baby wach wird. Und man sich nach 5 Minuten… genau.. noch viel beschissener fühlt. In diesem Sinne: Schlaf Baby M, schlaf!

Vier Wochen Baby M. – Vier Wochen zu Viert

Mal sehen ob wir ab jetzt noch im wöchentlichen Rhythmus bleiben… Jetzt aber erst einmal zur vierten Woche. Eine kleine Berg- und Talfahrt liegt in dieser Woche hinter uns. Baby M.. nun ja. Ich sag’s mal so: es ist kompliziert. Sehr kompliziert. Das Baby kreischt sich herrlich durch den Tag, kotzt und stillt in herrlich kurzen Abständen und auch sonst ist gerade eigentlich alles nur sehr bescheiden. Ich laufe den ein oder anderen Tag extrem auf dem Zahnfleisch. Hinzu kommen diverse Krankheitswellen bei allen Familienmitgliedern. Es läuft einfach nicht rund. Am schlimmsten? Keine Frage, die Nächte. Aber dazu wird es noch mal einen extra Post geben. Nun erst einmal schnell: Woche vier mit Baby M.

Skills:

  • Ich hatte es bisher noch gar nicht erwähnt, daher dann jetzt: du kannst mit der Zunge schnalzen. Ein typisches Stillzeichen, wie ich in meiner Ausbildung gelernt habe. Zuckersüß wenn Du das machst.
  • Trägt Mama die Haare offen, so verfängst Du dich zu gern darin. Panisch suche ich danach alles nach losen Haaren an deinen Fingerchen ab.. liesst man ja auch grausame Dinge von amputierten Zehen etc. Himmel!
  • Hatte ich es schon geschrieben? Weiß gar nicht.. jedenfalls nimmst du einen Schnuller. Und das sehr sehr gut. Letzte Woche haben wir damit einen Stau auf der Autobahn erfolgreich überbrückt.

Das magst Du:

  • Deine Federwiege
  • ansonsten findest Du eigentlich alles ziemlich doof

Das magst Du nicht:

  • Das erste Mal Shopping Center. Ich hatte es schon im Blut. Und ich sollte Recht behalten. Du bist wohl doch ein ähnliches Sensibelchen wie deine große Schwester. Am Abend war Schreialarm.. wir taten alles um es Dir leichter zu machen all die Eindrücke zu verarbeiten. Letztlich heisst es jetzt erst mal: wir bleiben zu hause. Punkt.
  • Wach sein.. so generell… wach bedeutet hier oft: quengelig. Gut, wir kennen es nicht anders von Deiner Schwester damals. Aber es ist schon ziemlich anstrengend diese Wachphasen zu überstehen, wenn da nur Gezappel, Gemecker und Gebrüll ist.
  • Mit den Fingern (von denen Du noch gar nicht weißt das sie überhaupt zu Deinem Körper gehören) die eigenen Haare am Hinterkopf fassen und dran ziehen wie verrückt. Was für ein Gebrüll.

Und sonst so?

  • Du kleiner Streuselkuchen.. die Neugeborenenakne hat unser zweites Mädchen voll im Griff. Entsprechend verrückt und bunt siehst du momentan im Gesicht aus.
  • Ich weiß auch nicht. Du bist – wie Deine Schwester – KEIN Anfängerbaby. Oft unzufrieden und vom Bauch geplagt, bist du die meiste Zeit eher unleidlich. Da helfen meistens nur die Möppis von Mama oder die Federwiege, die wir mittlerweile keineswegs mehr missen möchten.
  • Du spuckst deutlich mehr als in den Wochen zuvor – warum auch immer. Wir stillen daher jetzt hauptsächlich halb aufrecht und achten auf ein Bäuerchen.
  • Du hattest Besuch aus Bayern und bist nun um 1x Windelsponsoring und 1 Kuscheltier reicher.

Die U3

Eckdaten:

Gewicht: 5120g – Gewicht grosse Schwester damals im selben Zeitraum: 4200g
Größe: 56cm – schon 1cm gewachsen
Kopfumfang: 38,5cm – im Vergleich zur Geburt: 36cm
Vitamin K: check
Entwicklung: völlig zeitgerecht, alles so wie es sein soll

Melancholie:

Ich musste tatsächlich schon die gesamte Größe 50-56 aussortieren. Tja. Das kannste Dir nicht ausdenken. In der vierten Woche ist das Kind gefühlt über Nacht so heftig gewachsen, dass plötzlich von einem Tag auf den anderen die Klamotten nicht mehr passten, die wir doch so gern noch etwas länger an ihr gesehen hätten. Stattdessen liegen diese nun in einem Wäschekorb und warten darauf, in der Garage in eine größere Kiste zu kommen und eingemottet zu werden. Verrückt. In mir macht sich Melancholie breit.. die nicht so schlimm ist, da ein drittes Kind nach wie vor im Raum steht und in unseren Herzen schon jetzt einen Platz hat. Hach.

Der Osteopath

Ähm nun ja. Ein Kapitel, welches wir gerne hinter uns lassen möchte. Ich mag trotzdem kurz berichten. Sowohl von meiner Hebamme als auch von unserer Kinderärztin wurde uns eine bestimmte Ostepathin in der nächst größeren Stadt empfohlen. Für uns gab/gibt es mehrere Gründe, einen Osteopathen aufzusuchen. Baby M. hat beim Liegen eine Lieblingsseite.. wie schon die große Schwester damals. Zudem kamen/kommen sehr schlimme Verdauungsgeschichten, unruhige Nächte und vor allem ein sehr seltsamer Schlaf. Baby M. schläft nämlich immer so 10 Minuten, drückt dann wie verrückt, ist unruhig, schläft wieder ein und dann beginnt das Ganze von vorn. Gut, dachten wir… gehen wir mal zum Osteopathen. Leider war besagte Ärztin/Ostepathin aber gar nicht da. Es wurde auch nicht kommuniziert. Jedenfalls war die fahrt dahin schon eine einzige Tortour für Baby M. und ich wieder einmal kurz vor einem Heulkollaps. Die „Behandlung“ war nicht besser. Anamnese? Was ist das? Damit ging es schon los. Die einzigen Ratschläge waren das Kind von der anderen Seite anzusprechen und selbst nichts Blähendes zu essen. Aha. Die Frau wirkte völlig überfordert, erzählte 3x das Gleiche und war auch sonst eher unbemüht. Ich heulte im Treppenhaus auf dem Weg zum Auto sofort los und flennte noch den gesamten Weg nach Hause. Es war sooo umsonst. Eine einzige Qual fürs‘ Baby und für uns. Nun denken wir uns: aussitzen und Tee trinken. Hat beim Kindlein damals auch am besten geholfen. Denn: irgendwann wird alles besser. Irgendwann.

Drei Wochen Baby M. – Drei Wochen zu Viert

Die dritte Woche war… nun ja. Schwierig. Ich sag’s mal so: ich saß nachts schon mal heulend im Bett und versuchte verzweifelt das Kind in den Schlaf zu wiegen. Funktionierte natürlich nicht. Baby M. ist momentan sehr sehr unruhig. Schläft ein, wird 3 Minuten später wach, gibt seltsame Geräusche von sich und macht mich in einer Tour wach. Entweder kotzt sie leise vor sich hin, quakt, heult, brüllt, dreht sich hin und her oder sucht nach der nächsten Portion Milch. Tja.. und dann liegst Du da.. und fragst dich.. wie es bitte so schnell 4 Uhr werden konnte und du doch erst 30 Minuten geschlafen hast. Überhaupt ist man ja im Halbschlaf nicht mehr Herr seiner Sinne. Und so verzweifelt man in so mancher Nacht. Und ließt dann auf sozialen Netzwerken von furchtbar schlimmen Schicksalen.. die einen erden.. und glücklich stimmen.. dass das eigene Kind sich überhaupt meldet. Tja, so ist das. Das Leben kann furchtbar ungerecht sein. Daher versuche ich irgendwie Kraft zu sammeln. Aus Baby M. Wie auch immer das auf lange Sicht funktionieren soll. Denn ich bin ehrlich: ich bin sehr sehr sehr müde und somit extrem erschöpft.

Skills:

  • in Bauchlage hebst Du Dein Köpfchen wirklich toll und winkelst auch Deine Beine kräftig an!
  • Du Speckmaus! In zwei Wochen hast du sage und schreibe etwa 700g zugenommen. Zu Beginn von Woche drei hast Du 4480g auf die Waage gebracht. Haben wir nicht schlecht gestaunt.
  • Grundsätzlich siehst Du deutlich größer und speckiger aus.. wir haben Bilder mit Deiner Schwester von damals verglichen.. du wirst wohl deutlich mehr Speckröllchen entwickeln. Ach, da freue ich mich!
  • Windelgröße 1 wird wohl zeitnah durch Windelgröße 2 ersetzt
  • Diese Geräusche… wie ein Meerschwein quiekst Du – bevorzugt im Schlaf – vor Dich hin.

Das magst Du:

  • Baden wird hier weiterhin sehr gut angenommen. Die große Schwester ist ab sofort die Waschlappen-Beauftragte und meistert ihre Aufgabe mit Bravour.
  • Deine Federwiege rettet uns wirklich hin und wieder manch ausweglose Situation. Du liebst es darin zu liegen und zu schaukeln.

Das magst Du nicht:

  • Bauchlage findest Du eher semioptimal
  • nach drei Wochen kann man sagen: Gewickelt werden gehört nicht zu Deiner Lieblingsbeschäftigung.
  • Dein Popo war etwas wund, so dass wir mit Windelwechsel und Heilwolle der Hebamme reagiert haben. Seitdem ist es deutlich besser.
  • Blähungen

Und sonst so?

  • Besuch: wir hatten allerlei Besuch die letzten Tage. Entsprechend gab es Abends die ein oder andere Schreistunde.
  • Größe 50 ist aussortiert und wir gehen stramm auf die 62 zu… zu Hilf!
  • Wir haben Dich das erste Mal über dem Waschbecken abgehalten – und siehe da: Muttermilchstuhl für alle!

Und die Mama?

  • Ich erhole mich eher langsamer als beim ersten Mal. Das liegt vor allem am niedrigen Hb Wert, dem ich fleißig mit allerlei Zeug entgegen wirke. Dennoch: mir wird schnell mal schwarz vor Augen. Auch unterzuckere ich wahnsinnig fix aufgrund des Stillens und brauche wirklich alle paar Stunden etwas zu essen.
  • MÜDE!!!!

Zwei Wochen Baby M. – zwei Wochen zu Viert!

Zwei Wochen Baby M.

Ach ja.. in den ersten Wochen passiert einfach so unwahrscheinlich viel. So viel, dass man um einen wöchentlichen Bericht gar nicht drum herum kommt. Zumindest geht es mir aktuell so. Vielleicht ändert sich das in wenigen Wochen oder Monaten. Wir werden sehen. Jedenfalls startete die letzte Woche recht „wach“.. denn Baby M. wird wacher. Auch Nachts. Wo wir schon bei einem Thema wären, was ich wohl tatsächlich beinahe vergessen habe: Müdigkeit. Himmel. Ich vermute, dass ist mal wieder einen extra Post wert. Aber diese bleierne Müdigkeit ist wirklich heftig. Ansonsten ist es hier immer noch sehr muckelig und kuschelig. Wir genießen die Zeit als Familie sehr. Unser Tag besteht gefühlt nur aus Stillen und Baby gucken. Alles so, wie es vermutlich sein soll. Hach ja. Nun aber zu Baby M. und ihre zweite Woche.

Skills:

  • Zack, die erste Windel wurde zum Überlaufen gebracht
  • Du schaust genauer – zumindest ist das unser Gefühl. Als würdest Du beginnen, Dinge zu fixieren.
  • Du machst erste Anstalten, dich vom Rücken auf die Seite drehen zu wollen – Himmel.
  • Du hast jetzt in der Regel 2 längere Wachphasen am Tag.
  • Deine Schwester kann Dich abknuddeln wie sie will: in den meisten Situationen bleibst Du dabei sehr entspannt.

Das magst Du:

  • wir haben das Gefühl, dass es auf dem Arm jetzt besser ist. Liegen ist aber immer noch beliebter
  • nach wie vor: Stillen. Deine liebste Beschäftigung. Dein Fels in der Brandung. Dein Einschlafritual. Wenn es nach Dir ginge, würdest du wohl den gaaaaanzen Tag stillen.
  • Das Tragetuch. Gleich zweimal kam es in Woche zwei zum Einsatz. Gefühlt nach drei Sekunden warst du tief und fest eingeschlafen. Soooo ein tolles Gefühl.
  • Die Federwiege! Hatten wir uns nur einen Tag vor Deiner Geburt von einer Freundin geliehen und abgeholt. Und zack.. man wippt und du findest es toll.

Große Schwesternhand hält kleinen Babykopf.

Das magst Du nicht:

  • Vermutung: Bauchweh. Du pupst in Woche zwei deutlich mehr als in Woche eins. Dein Bäuchlein scheint dich schon hin und wieder zu quälen..letztlich wissen wir es aber nicht genau und können nur Vermutungen aufstellen.
  • Seit einigen Tagen wird der Abend regelrecht zur Tortour. Du stillst quasi ohne Unterlass. Stundenlang. Meckerst, beschwerst dich lautstark. Und findest schlecht in den Schlaf. Neulich rettete uns einfach nur das Tragetuch aus dem Teufelskreis: Stillen, kotzen, stillen, kotzen.
  • Ich vermute: auch Du wirst kein Kinderwagenkind. Wenn Du tief und fest schläfst, dann kann man dich darin schon umher schieben. Wenn du allerdings quengelst und man versucht, dich durch schaukeln im Kinderwagen ruhig zu bekommen: Fehlanzeige.

Immer noch ein kleiner Blondie. 

Und sonst so?

  • Du hast Dein erstes Bad genommen. Nachdem tagelang Milch in die niedlichen Speckfalten rund um den quasi nicht vorhandenen Hals gelaufen sind, dachten wir: baden wir mal das Kind. Gesagt, getan. Baby M. fand es toll und hat sich nicht beschwert.
  • Du hast Dich erneuert wie eine kleine Schlange. Zwischenzeitlich rieselten die Hautschüppchen nur so von Deinem Bauch und Deinen Füßen. Nach wenigen Tagen war der Spuk nahezu vorbei und Du rundum erneuert.
  • Die Hebamme und ich haben noch mal bezüglich Deiner Größe nachgemessen. Hebamme kam auf 54cm, ich auf 55cm. Von wegen auf 50cm geschrumpft.. Pfff….
  • Deine Nabelklemme ist abgefallen. Genau von Tag 10 auf Tag 11.

In der Federwiege. 

Der schönste Moment der Woche:

Tja, was soll ich sagen? Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass wir eigentlich eher „Team 3 Kinder“ sind. So vom Gefühl und überhaupt. Auch nach der Geburt und der anstrengenden Schwangerschaft sehe ich das noch so. Und dann stehen der Herzmann und ich letzte Woche am Laufgitter, schauen auf unser neues Babymenschlein hinab… er legt den Arm um meine Schulter und sagt:

„Irgendwann machen wir noch mal ein Drittes. Zwei haben alle. Das ist ja langweilig.“

Ich drehe meinen Kopf zu ihm, knutsche ihn ab und sage: „Ich weiß schon, warum ich genau dich geheiratet habe!“ Und es stimmt. Was solche Dinge angeht, sind der Herzmann und ich einfach einer Meinung. Kinder sind so toll. Auch wenn wir im Haus eigentlich keinen Platz dafür haben.. und über die Finanzen brauchen wir ja auch gar nicht reden. Aber hey… kommt Zeit kommt Rat. Jetzt muss ich 2020 erst einmal mein Studium zur Hebamme beenden und danach sehen wir ganz entspannt weiter.

Juli 2018 – Rückblick Kindlein

Juli 2018 – Fünf Jahre alt

Der Juli war wie jedes Jahr ein ganz besonderer Monat für das Kindlein. Denn: es hatte Geburtstag. Unser Mädchen wurde tatsächlich 5 Jahre alt. Den entsprechenden Post zu ihrer Unterwasserwelt Party habe ich ja bereits vor einigen Wochen online geschickt. Zudem hatten die Tante und der Herzmann ebenfalls im Juli Geburtstag. Hinzu kam der Endspurt der Schwangerschaft mit Baby M. Der Juli war daher sehr anstrengend für mich… aber umso schöner für das Kindlein. Denn: die Maus hat so einige Entwicklungssprünge hinter sich. Darf ich erwähnen wie stolz wir sind? Määäächtig!

Mit der Omi.

ZWEI GROSSE SCHRITTE

1) Ich schlafe jetzt allein!

Ja. Richtig. Nachdem das Kindlein ein neues Zimmer bekommen hat, gab es plötzlich so etwas wie einen Klick-Moment. Nachdem sie beinahe fünf Jahre Nacht für Nacht entweder an Mamas oder Papas Seite verbrachte… sagt sie plötzlich „Ich möchte heute allein in meinem Bett schlafen.“ Der Mann und ich schauten uns erst mal an wie zwei Außerirdische. Doch das war noch nicht genug! Das Kindlein bestand auch darauf allein einschlafen zu wollen. Zu viel für die Mama. Ich spürte schon die ersten Tränen hoch stiegen. Doch die wurden erst einmal beiseite geschoben.. denn so richtig dachten der Mann und ich nicht daran, dass es wirklich klappen würde. Und dann stieg sie in ihr Hochbett, wurde zugedeckt, machte ihre Toniebox an und schickte uns weg. Ich heulte vor der Tür in Papas Armen. Vor Freude, vor Stolz, vor allem Möglichen. So viele Emotionen löste das Ganze aus.. an dieser Stelle sei auch noch einmal die Schwangerschaft erwähnt, die hormonell gesehen vermutlich noch die Kirsche auf der Torte war. Hehe. Jedenfalls schlief das Kindlein dann tatsächlich allein ein. Eine Ära endete. Und wir waren auf der einen Seite sehr stolz, auf der anderen Seite aber auch sehr traurig. Wir genossen ihre Nähe, jeden Tag. Immer. Und wir waren froh, dass wir ihr das geben durften, was sie so lang brauchte. Und nun, zack vorbei.

Nach etwa einer Woche wollte sie hin und wieder jemanden, der bei ihr bleibt bis sie eingeschlafen war. Dennoch blieb sie im Großen und Ganzen immer in ihrem Bettchen. In den letzten so extrem heißen Tagen konnte ich sie zum Schlafen bei mir im Schlafzimmer „überreden“. Hier war es angenehm kühl.. Und so konnten wir bis zur Geburt der kleinen Schwester noch einige innige Momente genießen. Wir sind gespannt wie es hier weiter geht. Aber bis dahin haben wir ja jetzt erst einmal einen würdevollen Kuschelersatz in Baby M.

Mama tobt sich aus. 

2) Ich übernachte jetzt woanders!

Ja. Richtig. Das Kindlein hat das erste Mal woanders übernachtet. Es waren zwar „nur“ die Nachbarn – also das Haus direkt neben uns… aber: es klappte. Zwei Anläufe brauchte das Mädchen. Den ersten Abend lag sie ewig wach neben der Freundin, während Papa noch Händchen hielt. Irgendwann resignierte sie und gab auf. Und war von sich selbst wahnsinnig enttäuscht. Papa trug sie darauf hin zu mir und keine drei Sekunden später war sie im Tiefschlaf. Doch das wollte sie scheinbar nicht auf sich sitzen lassen… und schwups: sie versuchte es den Tag darauf erneut. Und dieses Mal klappte es. Stolz wie Oskar lief sie uns den nächsten Tag in die Arme und tat dennoch so, als wäre nix gewesen. Für sie ist das ein enormer Meilenstein – in vielerlei Hinsicht. Lange Zeit war so etwas nämlich absolut undenkbar. Ich bin ganz froh sie nie nie gedrängt zu haben. Stattdessen zeigte sie uns den richtigen Zeitpunkt. Und so wie es war, war es einfach perfekt. Jawohl!

ALLES IST IRGENDWIE ANDERS

Das Kindlein verändert sich irgendwie. Und wir Eltern haben sehr oft das Gefühl, dass wir da nicht mitkommen. Manchmal fragen wir uns, ob es da überhaupt noch diese Erstgeborene gibt. Sie ist sehr selbstständig und unabhängig – und lässt uns das auch spüren. Es ist schwer in Worte zu fassen.. aber sie wird groß. Sie braucht uns für sehr viele Dinge nicht mehr. Und die letzten ganz tief greifenden Entwicklungen zeigen diesen Werdegang Tag für Tag. Es ist manchmal wirklich schwierig.. es zu akzeptieren, wahr zu haben. Wie oft habe ich in den letzten Wochen zum Herzmann gesagt: Gut, dass da jetzt das Zweite kommt, das kuschelt wenigstens hin und wieder. Denn ja, das Kindlein ist eher nicht mehr verkuschelt, braucht wenig Körperkontakt, zieht einfach ihr Ding durch. Sie ist so viel mutiger als früher, traut sich Dinge, ist stark.. und wir glauben, dass sie grundsätzlich ein sehr sehr glückliches Kind ist. Das war unser Ziel und bisher.. so hoffen wir.. haben wir das ganz gut hin bekommen.

U9

Wir hatten die U9
mit einem sehr kooperativem Mädchen
sie kann hüpfen, springen, auf einem Bein hopsen
malt Menschen, Striche, Dreiecke, Vierecke
hat den Sehtest bestanden
spricht perfekt
ist 111cm groß
wiegt 17,8kg
hat einen Kopfumfang von 52,5cm

GESPROCHEN WURDE AUCH

Mama: „Du bist mein größter Schatz auf der Welt!“
Kindlein reimt darauf hin: „Und das ist Alles, was zählt!“

Mama: „Kindlein, ich hab‘ Dich lieb!“
Oma: „Kindlein, ich hab‘ Dich lieb!“
Kindlein schweigt.
Oma: „Und was sagt man da?“
Kindlein: „Danke!“

„Das ist doch alles babyeinfach!“

„Ich bin eine Expertin im Trinken!“

Mama: „Es riecht hier irgendwie nach Hunde- oder Katzenkacka!“
Kindlein: „Also ich finde es riecht hier nach Nudeln mit Pesto!“

„Wenn wir einen Jungen bekommen, kann der ja auch einfach Lutz heißen.“

DER ERSTE WITZ VOM KINDLEIN

Gehen zwei Tomaten über die Straße. Wird eine überfahren. Sagt die andere: „Passiert!“

Eine Woche Baby M. – eine Woche zu viert

Wir sind Vier!

Anfang August erblickte unsere zweite Tochter – von nun an erst einmal „Baby M.“ genannt, zwei Wochen vor errechnetem Termin das Licht der Welt. Ich will noch ganz viel berichten.. über das Ende der Schwangerschaft, die Geburt und und und. Wichtiger ist es mir dieses Mal aber auch, die kleinen süßen Schritte in der Entwicklung von Baby M. festzuhalten. Beim Kindlein habe ich das ja sehr akribisch wöchentlich gehandhabt. Ich glaube, dieses Mal mache ich das ein wenig anders. Aber ich werde es machen. Und so sitze ich gerade neben meinem schlafenden, nackigem Speckbaby und tippe die ersten kleinen Erinnerungen an diese so magische Zeit des frühen Wochenbettes. Darf ich erwähnen, wie glücklich wir sind? Hach. Nun aber zu Baby M. und dem, was bisher so passiert ist.

Ausgangsdaten:

38+0

3900g
55cm
36cm Kopfumfang
liebevoll „Specki“ genannt

Tja… nun ist sie da. Die zweite Tochter. Ich war direkt schockverliebt.. ich sah sie und streckte die Arme nach ihr aus. Ich wollte sie nur haben, ganz schnell bei mir haben. Zur Geburt schreibe ich später etwas.. gibt da eigentlich auch nicht so viel zu berichten außer: schnell, rasant und schmerzhaft. Wie schon das Kindlein fiel auch Baby M. quasi einfach aus mir heraus. Hehe. Nach nur einem Tag in einem völlig überhitztem Zimmer auf Station entließen wir uns selbst.. hinaus in das zweite Mal Babyabenteuer. Eines kann und will ich schon mal sagen: ich hatte vergessen wie magisch so ein Baby ist. Immer wieder höre ich: wenn sie nur endlich größer werden, die Babyzeit hatte nix für mich. Oh das ist hier ganz anders. Dieses kleine Bündel.. ich kann es nicht in Worte fassen. Der Geruch, die Haut, die Atmung, die Grimassen und das Stillen. Hier jagt ein zauberhafter Moment den nächsten. Und wir schweben irgendwie auf unserer plüschigen Zuckerwattewolke vor uns hin.

Eine Woche Baby M. 

Skills:

  • du lächelst unbewusst – unsere Herzen machen einen Satz
  • trinken, schlafen, die Windel voll knallen – ein herrlicher Rhythmus
  • du riechst wie flüssiges Gold – das muss man dir schon anrechnen
  • deine Haare sind blond – für mich ein absoluter Skill! Deine Schwester war fast schwarz auf dem Kopf

Das magst du:

  • bisher bist du ein „Liegebaby“ – Rückenlage und du, ihr seid in love
  • Muttermilch – was sonst?
  • nackt sein / angezogen – ist Dir ziemlich egal

Das magst du nicht:

  • wenn nach dem Aufwachen die Brust nicht schnell genug im Mund ist
  • hochgenommen werden – senkrecht ist nicht so deine Lieblingshaltung

Und sonst so?

  • Nabelklemme ist noch dran
  • Deine Schwester ist sehr umsichtig im Umgang mit Dir – kann man bei 5 Jahren ja auch erwarten
  • Tag/Nacht – was ist das? Mal schläfst du die ganze Nacht mit Stillunterbrechungen, mal bist du von 1 bis 4 Uhr im Halbwachmodus. Es wird zumindest nicht langweilig!
  • ALLES ist genauso schön wie beim ersten Mal.

Erlebt?

  • Erstes Fotoshooting wurde hier mit Bravour gemeistert – allerdings bekamen wir dann die Nacht die Quittung. Man spürte direkt, dass die das Erlebte verarbeiten muss.
  • U2 ambulant ebenfalls ohne Probleme erledigt:
    angeblich bist du hierbei um ganze 4 cm geschrumpft, aber wen interessiert das schon.
    Du hast schon gut zugenommen und vermutlich auch mittlerweile dein Geburtsgewicht wieder erreicht. Wir wissen es nicht genau und wiegen nicht täglich. Die Anzahl der vollen Windeln spricht eine Sprache für sich und so sind wir sehr entspannt.

Was ist dieses Mal anders?

Besuch.
Für mich war klar: Besuch zu hause ist erst mal nicht angesagt. Das hatte ich beim ersten Mal – zähneknirschender weise doch zugelassen. Das Ende waren viele versteckte Tränen bei mir. Ich – völlig überfordert mit dem ersten Kind und all den Emotionen, Hormonen und Gefühlen – und dann ist das Kind ewig bei wem anders. Auch wenn einem vorher alle sagen: kein Besuch! – man macht es ja doch aus Höflichkeit und Co. Dieses Mal habe ich gleich gesagt: die ersten Wochen will ich keinen sehen. Und bisher klappt das ganz toll.

Wir muckeln in unserer Wochenbetthöhle vor uns hin.. der Mann versorgt mich mit Essen, das Kindlein kommt hin und wieder zum kuscheln und die Hebamme schaut alle paar Tage vorbei. Sagt aber immer nur: „So ein unkompliziertes Wochenbett hatte ich schon ewig nicht mehr. Weiß gar nicht was ich hier soll.“ Hach ja. Und so wie es ist, ist es perfekt. Allein der Gedanke, dass hier jetzt Menschen rum wuseln.. neee… das fängt ja schon beim Schlafdefizit an. Das hole ich tagsüber nach. Wenn hier jemand ist, dann kann ich das mit dem Schlafen vergessen. Sowohl was die Geräuschkulisse angeht, als auch einfach weil da eben jemand ist. Es hört beim Putzen und Aufräumen auf. Auch wenn Besucher gerne sagen „ach, ihr braucht doch nix machen!“ Letztlich besteht trotzdem ein Pflichtgefühl in Sachen Verpflegung, Sauberkeit und Ordnung. Und wir haben ja gerade wirklich für alles mögliche einen Kopf, aber nicht dafür. Baby first und so! Und so genießen wir die Zeit zu zweit oder zu dritt oder eben zu viert. Ohne viel drum herum. Und können uns voll und ganz auf das Baby einlassen. Es kuscheln und schmusen und überhaupt. Ich bin sehr froh, dass ich den Mut hatte, dieses Mal einfach „nein“ zu sagen.

Wochenbett.
Erst einmal haben wir uns nach 36 Stunden selbst aus der Klinik entlassen. Das war bei Nummer eins ganz anders. Da brauchte ich noch viel Hilfe und Tipps… gerade das Stillen war Anfangs aufgrund monströser Möppis manchmal nicht leicht. Es klappte dann zwar sehr rasch sehr gut, aber ich erinnere mich noch an viele Tränen wegen harter Brüste und dem mühsamen Ausstreichen unter der Dusche. Tja, was soll ich sagen? Das gibt es dieses Mal alles nicht. Der Milcheinschuss war wirklich sanft, das Kind hängt mir fast nur am Busen und trinkt alles perfekt ab. Keine Rötungen, ganz selten ist mal etwas verhärtet. Es ist so entspannt.. ob es daran liegt, dass auch wir beim Zweiten entspannter sind? Ich weiß es nicht, aber es läuft einfach alles ganz toll. Vielleicht hat das auch was mit dem Thema „Besuch“ zu tun? Letztlich nur Vermutungen, aber es fühlt sich richtig an.

Sonst regeneriert sich mein Körper ganz gut. Es ist aber definitiv etwas schwerer als beim ersten Mal. Das liegt in erster Linie an meinem sehr niedrigen Eisenwert.. der war nach der Geburt – natürlich – noch mal einen Zacken weniger, so dass in der Klinik bereits von einer Eiseninfusion gesprochen wurde. Es hieß dann aber nur: sie sind jung und gesund, das wird schon. Nun ja.. die ersten Tage war ich noch seeeehr wacklig auf den Beinen. Teilweise schwankte ich sogar ziemlich und lief dann irgendwo gegen. Fühlte sich jedenfalls sehr spooky an, den eigenen Körper nicht mehr so unter Kontrolle zu haben. Nachdem ich die ersten Tage fast ausschließlich liegend verbracht habe, traue ich mich nun wieder etwas mehr in die Senkrechte. Dennoch: ich genieße es sooooo sehr einfach nur neben unserem schlafenden Baby zu liegen und es anzuschauen. Das machen der Herzmann und ich nämlich den lieben langen Tag. Wie so zwei Psychos.. hach ja. Nummer drei darf gerne kommen. Verrückt!