Autor

kathi

Aus dem Leben mit einem Schreibaby…

(Werbung da Verlinkung) Ich habe lang hin und her überlegt. Haben wir wirklich ein Schreibaby? Zunächst habe ich den Gedanken immer wieder verworfen.. und dachte mir: schlimmer geht immer. Aber mit der Zeit kamen Zweifel. Und eben immer wieder die Bezeichnung Schreibaby. Was viele als totalen Schwachsinn und neumodischen Kram abstempeln, erlebe ich gerade hautnah.

Zunächst einmal ganz kurz die Definition Schreibaby:

Grundsätzlich lässt sich sagen: ein Baby, welches über das normale Maß hinaus schreit. Nun ja. An dieser Stelle tut sich mir die Frage auf: was ist denn normal? Und ist Schreien denn auch gleich Schreien? Wir erleben hier nämlich aktuell mehrere Stufen des Schreiens. Vom normalen leichten Geschrei bis hin zur Sirene ist alles dabei. Um Spekulationen vorzubeugen, gibt es eine Definition die zumindest die Dauer des Schreiens bei einem Schreikind relativ klar definiert. Dabei handelt es sich um die so genannte 3-er Regel.

Man spricht also von einem Schreibaby oder Schreikind wenn:

  1. es an mindestens drei Tagen die Woche
  2. mehr als drei Stunden täglich
  3. und insgesamt mehr als drei Wochen am Stück schreit.

So. Punkt 1: komplett erfüllt. Baby M. schreit jeden einzelnen Tag. Natürlich mal mehr und mal weniger. Aber es vergeht kein Tag ohne weg brüllen, wie ich es so liebevoll nenne. Punkt 2: ja, ebenso erfüllt. Wobei ich mich hier immer frage ob drei Stunden am Stück oder drei Stunden über den Tag verteilt gemeint sind. Ich glaube 3 Stunden am Stück hat sie noch nicht ganz geschafft. Was aber in erster Linie daran liegt, dass wir sie mit allerlei Hilfsmitteln nach einer gewissen Zeit aus ihrer Schreispirale befreien können. Über den ganzen Tag verteilt schafft sie drei Stunden aber definitiv. Und das nicht nur an drei Tagen in der Woche. Punkt 3: Jackpot. Baby M. war die ersten zwei Wochen ja relativ entspannt. Schlief überall ein, trank Muttermilch wie ein Loch und war auch sonst recht zufrieden. Das änderte sich alles irgendwie in Woche 3. Wo wir wieder bei der drei wären. Ist gerade nicht so meine Lieblingszahl.. wenn ich das so sagen kann.

Babys Gesicht, kurz bevor die Sirene richtig angeht.

Seit Lebenswoche drei haben wir hier unser Brülläffchen. Es fing langsam an. Erst schlief sie plötzlich nur noch in der Wiege.. einschlafen an der Brust? Das war einmal! Überhaupt war sie sehr wach und aufmerksam. Das hält bis heute an. Sie schläft – schaut man sich so Schlafbedarf für ihr Alter an – viel zu wenig. Aber jedes Kind ist nun mal anders (kann man ja nicht oft genug sagen) und daher mache ich mir da nicht allzu viele Gedanken. Auch weil dann plötzlich mitten in der Woche ein völlig verschlafener Tag dabei ist. Nun ist das Baby zehn Wochen alt. Sieben bis scht Wochen geht das also schon. Verrückt. Verrückt wie schnell die Zeit vergeht und verrückt, wie lang wir schon durchhalten.

Jedenfalls: laut Definition haben wir den Jackpot abgegriffen. Schreikind. Schreibaby. Ding! Ding! Ding!

Was also beschreibt meinen Tages- und Nachtablauf am besten?

Ich schlafe nicht – ich wache.

Das mit dem Schlafen ist echt so eine Sache. Auch im Schlaf, wenn man meinen Zustand überhaupt Schlaf nennen kann, bin ich immer in einer Halbacht-Stellung. Wenn das Baby auch nur einen Mucks macht bin ich sofort hellwach. Auch in meinem tiefsten Traum höre ich sie. Durch Türen und Wände. Das ist gut so, das fühlt sich richtig an. Aber es ist auch verdammt anstrengend. Keine Frage. Momentan wechseln uns der Mann und ich nachts ab. Ich habe sie einige Stunden bei mir, wird sie unruhig geht es zum Papa hoch in die Wiege, da sie hier verlässlich wieder einschläft und wir so nachts quasi null Wachphasen haben. Es ist vermutlich so ein Mutterding.. dieses Wachen.. über die kleinen Mäuse. Ich bin müde, ja. Aber ich bin auch gestärkt durch das Gefühl mein Baby gut behütet durch die Nacht zu begleiten.

Baby in der Wiege. Letzte Rettung bei Schreialarm!

Ich esse nicht – ich schlinge.

Ich habe nach dieser dritten Schwangerschaft (Nummer zwei endetet als Fehlgeburt) definitiv einige Kilos, die hängen geblieben sind. Nach Schwangerschaft eins war dem nicht so.. ich war sogar ganz schnell unter dem Ausgangsgewicht und freute mich ziemlich darüber. Nun ja.. anderes Baby, andere Endsituation. Jedenfalls esse ich durch den Umstand des Schreibabys sehr oft sehr falsche Dinge. Nicht zuletzt, da ich nicht mal dazu komme, mir eine gesunde Mahlzeit zu kochen. Lieber schnell ein Brot geschmiert, als am Ende gar nichts im Bauchi. Oft mache ich mir etwas zu essen und es landet gar nicht im Magen.. nein, es vegetiert in der Küche vor sich und wartet darauf, verspeist zu werden. Trotzdem lassen die Kilos nicht von mir ab. Eben weil es nicht das Richtige ist, was ich da esse. Grummel.

Ich bade nicht – ich dusche, verdammt schnell.

Duschen. Oh welch‘ leidiges Thema. Wenn wir morgens alle zu lang in den Federn liegen, dann schaffe ich es nicht mehr unter die Dusche bevor Papa mit dem Kindlein das Haus verlässt. Also muss ich es irgendwie schaffen, während ich ja mit Baby M. allein zu Hause bin. Ich nutze daher einen ihrer vielen Naps und hechte unter die Dusche. Sobald ich das Bad verlasse, zappelt das Baby schon wieder in der Wiege. Während ich mich anziehe, brüllt sie zumeist schon wieder. Baden? Wo denkt ihr hin.. den kommenden Nap nutze ich dann für Make up und gegebenenfalls eine kleine Mahlzeit. Mehr Zeit bleibt mir nicht. Hab mir selten die Haare unter der Dusche so schnell gewaschen. Der arme Conditioner. Gammelt allein in der Dusche vor sich hin, da Mama keine Zeit für ihn hat.

Ich schiebe nicht – ich trage.

Das ist eigentlich nicht ganz richtig. Ich schiebe schon auch. Aber deutlich weniger als ich trage. Das mit dem Kinderwagen läuft hier nämlich aktuell so: das Baby wird unruhig da es müde ist. Ich bereite hektisch den Kinderwagen vor. Packe das Baby in seinen Overall und ziehe mich an. An dieser Stelle brauche ich aufgrund des Posttitels vermutlich nicht erwähnen, dass das Baby schon brüllt? Sind wir beide fertig, nehme ich das Baby auf den Arm und wiege es hoch und runter, hin und her. Irgendwann klappen die Augen endlich zu. Dann lege ich es extrem schnell in den Kinderwagen und düse zu den nächst gelegenen Huckeln… in unserem Fall der Rasen. Ist das Baby gnädig, so schläft es relativ entspannt ein. Ist es eher nicht so gut drauf, brüllt es drauf los und ich kann von vorn beginnen. Selten rettet der Schnuller die Situation. Wenn ich keine Lust auf all das Drama habe, nehme ich sie direkt in die Trage. Wirkt Wunder und geht schnell.

Bei Mama in der Trage.

WAS HILFT?

Hier sei vorweg gesagt: das ist unsere persönliche Erfahrung. Dinge, die uns helfen, sind bei anderen vielleicht unbrauchbar. Vorab hatten wir zwei Osteopathen durch, zig Dinge für/gegen die Verdauung und was weiß ich nicht noch alles. Nachdem all diese Dinge im Grunde NICHTS brachten, sind wir wieder zurück zu anderen Helferlein. Hier gibt es ganz klar drei Favoriten, die uns die Tage retten:

  1. Tragen
  2. Wippen
  3. Wiegen

Doch was hilft nun am verlässlichsten? Ich glaube es ist eine gute Mischung aus allen drei Sachen. Tragen geht jedenfalls immer.. aber eben nicht immer für mich. Es gibt Momente, da kann ich einfach nicht mehr und da ist eine Wiege die letzte Rettung. An manchen Tagen schaffe ich es kaum, ein Glas Wasser zu trinken. Das klingt total bescheuert.. aber mit so einem Brüllbaby ist der ganze Tag ein einziger Spießrutenlauf. Und so sind Wiegen und Wippen hier meine stetigen Begleiter. Ich kann sie nur jedem ans Herz legen.. würde mich diesbezüglich aber gar nicht auf eine bestimmte Marke oder ein Modell festlegen. Hauptsache es wiegt und wippt. Ihr braucht etwas? Schaut hier nach Wippen und Wiegen, die euch vielleicht das Leben erleichtern.

Baby M. in der Wippe. Nie wieder ohne!

Ansonsten halte ich es ganz oft so: kommt Zeit, kommt Veränderung. Ja, auch diese Gedanken helfen mir. Ich glaube fest daran, dass es sich mit Baby M. ein bisschen wie mit einer Erkältung verhält: es wird einfach irgendwann besser. Und das ist es vielleicht jetzt schon. Auch wenn der Herzmann und ich vermuten, dass wir uns eigentlich nur an die Situation gewöhnt haben. Es graut uns nach wie vor vor allen vor den abendlichen Stunden, in welchen Baby M. noch mal so richtig aufdreht und eine extra Schreirunde absolviert. Mein Puls steigt ebenso, nicht selten möchte ich mit dem Baby mitweinen. Aber es kommen auch andere Zeiten.. so wie es jetzt schon ganz individuelle Tage und Nächte gibt. Den einen Tag schreit sie mehr, den anderen eben weniger. Mal schreit sie extrem schrill, ist klatschnass und die Tränen kullern. Und mal ist das Schreien deutlich gedämpfter. Es ist wie es ist. Wir akzeptieren die Situation, wir akzeptieren unser Baby M… wir haben sie so oder so viel zu lieb. Da kann sie schreien wie sie will: sie wird geliebt bis zum Mond und zurück!

10 Wochen Baby M. – 10 Wochen zu Viert

10! Verrückt! Zehn! Z-e-h-n! Irgendwie ist in den letzten ein bis zwei Wochen noch mal einiges passiert. Ich habe das Gefühl, dass es besser wird. Auf welcher Ebene auch immer. Aber wir sind vorsichtig mit Prognosen.. auch weil wir vermuten, dass wir uns eigentlich nur an die Umstände des Schreiens gewöhnt haben.. es aber eigentlich gar nicht besser ist. Eine Sache ist deutlich besser: der Bauch von Baby M. Endlich endlich. Das dauerhafte Gekrampfe im Bauch, das Überstrecken in alle Richtungen und diese Geräusche beim Schlafen aufgrund von Schmerzen bei der Verdauung haben erst einmal ein Ende. Zumindest fast. Gibt immer noch mal Tage, an denen es doch schmerzt. Aber toi toi toi… eine Baustelle fast fertig!

Bei Mama ganz fest in der Trage.

Skills:

  • du brabbelst jetzt regelmäßig
  • deine Hand findet jetzt zielsicher den Mund
  • du hast das erste Mal einen Finger abgespreizt und in den Mund gesteckt
  • deine Verdauung ist endlich eingependelt – große Freude!
  • du hast dich das erste mal auf die Seite gedreht – ob das nur ein Zufall war? Wer weiß…

Das Mobile anstarren.

Das magst du:

  • Anmerkung am Rande: gewickelt werden findest du mittlerweile super
  • auf deinem Hochstuhl liegen und schauen – beste Investition!
  • die Trage wird hier immer beliebter – mittlerweile bist du auch wach ganz zufrieden darin

Das magst du nicht:

  • Das Thema Müdigkeit raubt mir echt den letzten Nerv. Denn: in den meisten Fällen ist das der Grund, weshalb du so schlecht drauf bist und dich weg brüllst. Du findest einfach nicht in den Schlaf. In der Trage muss ich dich – gefühlt immer nahe einem Schütteltrauma – so krass auf und ab wiegen, damit du halbwegs die Augen schließt. Da wird mir Angst und Bange. Echt.

Schauen, schauen, schauen.

Größe + Gewicht

Ich habe einen Tag zum Spass das Maßband genommen und die Länge / Größe von Baby M. gemessen. Mehrmals nahm ich Maß und kam immer wieder auf 65-66cm. Das hat mich ehrlich gesagt total erschrocken. Ja, Baby M. war mit ihren 55cm schon zur Geburt nicht besonders klein. Aber 10cm in 10 Wochen? Ob ich mich vermessen habe? Hmm… kann schon sein. Aber selbst wenn es einige Zentimeter weniger wären. Verrückte Sache.

Gewogen haben wir das Baby auch.. allerdings mit einer ziemlich fehleranfälligen Methode. Erst sich selbst wiegen und dann noch mal mit Baby M. Hat der Papa übernommen. Ich mag mein Gewicht nämlich aktuell gar nicht wissen. Laut dem Wiegen hat Baby M. nun mittlerweile 6,4 kg. Und das mit zwei Monaten. Bin gespannt was die Waage bei der Kinderärztin zur U4 Ende Oktober so anzeigt. Speckig ist sie jedenfalls.. ganz so, wie ich es mir gewünscht habe. Hach.

Neun Wochen Baby M. – Neun Wochen zu Viert!

Die letzte Woche war mal wieder eine Runde Berg und eine Runde Tal. Wir hatten einen wirklich guten Tag an dem ich echt Bäume hätte ausreißen können. 4 Stunden Schlaf am Stück in der Nacht und den Tag darauf war das Kind zwar fast durchgehend wach, aber echt gut drauf. Kaum Geschrei, kein Einbrüllen. Ich jubelte drauf los: lass uns ins Möbelhaus und ins Shoppingcenter. Nun ja. Fragt nicht nach dem Tag danach. Überhaupt hat sich Baby M. nun seltsam eingependelt.. einen Tag ist sie 12 Stunden „wach“ (mit 4-5 Naps à 15-30 Minuten) und den Tag darauf verschläft sie quasi komplett. Und so geht das immer so weiter.

Die Mama immer mit den nervigen Küsschen.

Skills:

  • orale Phase hallo: du hast deine Faust aktiv zum Lutschen und Ansabbern entdeckt
  • wir knallen nun – nach vielen Tagen Abstinenz – die Windel endlich wieder fast täglich voll
  • das muss jetzt auch mal gesagt werden: du schaffst es ziemlich gut uns in den Wahnsinn zu treiben
  • Popelqueen – Luft holen ist manchmal echt schwer
  • deine Haare wachsen ziemlich schnell – bald kann ich Zöpfchen flechten
  • Kleidergröße 68! 62 wird hier nun aussortiert

Das magst Du:

  • tanzende Menschen vor Deiner Nase
  • Spielebogen erfolgreich eingeweiht
  • von Mama in den Schlaf gewippt werden
  • wenn jemand mit einem Spucktuch vor deinem Gesicht wedelt

Kuscheln mit Mama

Das magst Du nicht:

  • Müde sein und Verdauungsbeschwerden – die alte Geschichte

Merke:

  • auf einen wachen folgt stets ein verschlafener Tag
  • auf einen guten folgt stets ein schlechter Tag
  • ein Spaziergang darf maximal 20 Minuten dauern, sonst hört das andere Ende der Stadt, dass du mal wieder versuchst mit dem Baby eine Runde zu drehen

Spielebogenliebe – wird langsam.

September 2018 – Rückblick Kindlein

SEPTEMBER 2018 – KINDLEIN – 5 JAHRE UND 2 MONATE

Ach ja.. wir haben die letzten Sommertage so gut es ging versucht zu genießen. Das ist mit Schreibaby M. nicht so einfach und geht auch am Kindlein nicht spurlos vorbei. Unser Mädchen ist nämlich auch hin und wieder genervt vom Gebrüll der kleinen Schwester. Kann man ihr nicht verübeln. Wenn nix mehr geht, darf sie mit Kopfhörern Fernsehen schauen. Was willste‘ auch sonst machen? Ansonsten war das Kindlein im September auf 2 Kindergeburtstagen, mit der Kita viel wandern und mit Opa im Wald Rehe durch’s Fernglas beobachten. Es ist momentan nicht soooo leicht ihr gerecht zu werden. Sie fordert nicht wirklich etwas ein, dennoch hat man durch Baby M. immer das Gefühl, dass sie zu kurz kommt. Was in ihren Augen vermutlich gar nicht der Fall ist – dennoch, schlechtes Gewissen bei den Eltern und so.

Das wohl letzte Mal nackig rum rennen

SCHULE UND SO

„Wenn ich neun bin, dann ist Baby M. vier Jahre alt!“

Tja, dann stehst du als Eltern erst mal da und schaust wie ein Auto in der Gegend herum. Ja, sie zählt. und ja, sie rechnet auch schon ein bisschen. Aber für Zusammenhänge solcher Art muss ja sogar ich mein Hirn anstrengen. Mathe war nie so mein Ding *hust* Mathe ist hier Papas Sache. Genauso wie die Küche. Aber ich schweife ab. Das Kindlein zählt ja schon ewig, mittlerweile ist das Ganze in aktives Rechnen übergegangen. Vier plus Vier und Fünf minus Zwei? Hier alles kein Thema mehr. Überhaupt ist so langsam alles auf Schule eingestellt. Erst letzte Woche hat uns die Location zum Essen gehen nach der feierlichen Zeremonie kontaktiert und wollte eine Bestätigung für unsere Reservierung. Die Kita plant eifrig schon das Abschlussfest ihrer Gruppe. Und wenn Oma im November ihren Urlaub einreicht, dann müssen hier tatsächlich schon die Herbstferien 2019 bedacht werden. Es ist plötzlich alles sehr real. So nah. Wir schauen auch hin und wieder nach Schultüten und Schulranzen.. was es so gibt, was es kostet (hust, da wird einem ja schlecht) und was sie sich so wünscht. Nicht mehr lang und wir haben hier tatsächlich ein richtiges Schulkind. Das wird eine riesige Umstellung für alle.

Tschüssi warmer Sommer!

GESPROCHEN

„M wie Motorboot!“ Aha.

„Papa, gibt es einen echten Weihnachtsmann?“
Oh oh, fängt das jetzt schon an?

Kinder rennen mit Bastelscheren durch die Gegend.
Mama: „Kindlein, was wollt ihr mit den Scheren schneiden?“
Kindlein: „Mama, ich rede gerade mit R., da kannst du nicht einfach dazwischen quatschen!“
Ähm. Nun ja. 

Süßester Versprecher.
„Das sind Papas Ladebatschen!“

„Baby M, liebes Baby M. du bist ja so süß. Du machst uns so glücklich!“
Ist sie nicht toll?

Mama tobt sich in den Haaren aus – kuscheln und spielen mit Baby M. – schreiben üben

DEIN ERSTES TELEFONAT

Ach ja. Dieses Telefon. Bisher hat das Kindlein am Festnetztelefon mehr zugehört als selbst gesprochen. Wenn sie etwas bejahte, dann nickte sie.. und verstand nicht sofort, dass die Person am anderen Ende der Leitung dies ja gar nicht sieht. Nun ist sie ja im Juli fünf Jahre alt geworden.. und auch hier hat sich einiges getan. Neulich hat sie tatsächlich ihr allererstes Telefonat geführt. Papa und ich haben danach fast geheult vor Rührung. Ich habe Papas Nummer gewählt und ihr den Hörer gegeben, den sie an ihr Ohr hielt. Anschließend folgte die erste via Telefon geführte Unterhaltung mit dem Papa. Es war soooo sooooo süß. Sie beendete es mit den Worten:

„Ich überreiche Dich jetzt an Mama, Papa!“

Anschließend gab sie mir das Telefon, an dem mich der säuselnde Papa erwartete. Er war hin und weg von seiner Maus und freute sich wie ein Keks über diese kurze Unterhaltung. Ich sage Euch. Morgen macht sie den Führerschein und übermorgen zieht sie aus. Ich weiß schon ganz genau, weshalb wir noch ein drittes Kind möchten.

GEDICHT VOM DRACHEN

Neulich kam das Kindlein nach Hause und begann mit dem Aufsagen eines Gedichtes. Einfach so. Von gleich auf jetzt. Ich war etwas perplex.. erstens weil es so plötzlich kam.. und zweitens weil es so lang war. Viele Strophen..so gefühlt. Es ist natürlich nicht das erste Gedicht, welches das Kindlein kann. Aber eben das erste längere mit etlichen Reimen. Nachdem ich beinahe eine Träne verdrückt habe, musste sie sich von ihrer rührseligen Mutter mal wieder anhören, wie toll sie ist und wie stolz wir alle auf sie sind. Da das Gedicht so schön zum Herbst passt, anbei die Zeilen, welche nun beinahe alle Familienmitglieder mindestens einmal gehört haben.

Einen Drachen bau ich mir
aus vier Leisten und Papier.
Male ihm mit Tusche bunt
einen riesengroßen Mund.
Auch die Augen fehlen nicht
und die Nase im Gesicht.

Troddeln hat er, wunderschön,
wie zwei Ohren anzusehn.
Hinten hängt ein Schwänzchen dran,
dass er richtig steuern kann.
Und am Ende knüpf ich auch
eine Schnur an seinen Bauch.

Wenn das Wetter mir gefällt,
trag ich ihn hinaus aufs Feld.
Wo die ersten Hügel sind,
spürt mein Drachen schon den Wind.
Ganz allein im Blauen nur
schwebt mein Drachen an der Schnur.

Acht Wochen Baby M. – Acht Wochen zu Viert!

HALLELUJA

Es gab seit Wochen mal wieder einen Tag ohne Einschreien. Also geschrien hat Baby M. schon.. aber sie hat sich nicht mehr so schrill weg gebrüllt wie die Tage zuvor. Woran das jetzt lag.. es ist und bleibt ein reines Rätselraten. Waren es die Tropfen für den Bauch, die neuen regelmäßigen Massagen, doch der Osteopath oder vielleicht einfach nur Glück? Ein abgeklungener Schub oder ein besseres Abpassen der müden Phasen? Man sieht.. es kann im Grunde alles sein. Und genau so sehen wir unseren Alltag mittlerweile. Wir warten einfach ab und sehen was der Tag bringt. Nach wie vor zu Hause und so gut wie nie unterwegs. Damit mag ich noch ein bisschen warten. Denn direkt nach dem Tag der Ruhe gab es den schlimmsten Schreitag ihres bisherigen Daseins. Alles schlimm, alles wie immer. *gähn*

Skills:

  • Du hast das erste mal 5 Stunden am Stück geschlafen!
  • was mir die letzten Wochen aufgefallen ist: du schläfst beim Stillen nur noch ganz selten ein. Das war ganz zu Beginn anders. Jetzt ist die Federwiege oder eine Trage die beste Möglichkeit für Dich zur Ruhe zu kommen.
  • Du gibst jetzt ganz aktiv „Laut“… da ist schon mal ein „wahh“ oder ein „uäh“ dabei
  • du streckst ganz gezielt Deine Zunge heraus
  • du hast das erste Mal so lang gebrüllt, dass du dich davon übergeben musstest
  • Du drückst Dich mit den Füßchen vom Boden weg und schiebst dich so nach oben
  • Deine Haare sind ziemlich lang geworden
  • Spielzeuge sind hier langsam sinnvoll – werden angeschaut und genau verfolgt

Das magst Du:

  • Mamas neue Trage – beste Investition
  • wenn wir „oooohhhh“ oder „aaaaaahhh“ sagen – dann versuchst du es nachzumachen und grinst ganz verschmitzt
  • wenn Mama mit den Fingernägeln über den Stoff des Sessels kratzt – da hörst du ganz genau hin

Das magst Du nicht:

  • müde sein und nicht einschlafen können – ach ja…
  • in den Kinderwagen gelegt werden – erst einschuckeln lassen und dann abgelegt werden!

Und sonst so?

Motor Federwiege

Davon hatte ich noch gar nichts erzählt und muss es nun unbedingt nachholen. Von einer Freundin habe ich mir einen tag vor der Geburt von Baby M. noch eine Federwiege insgesamt Gestell ausgeliehen. Das Baby liebt das Ding heiß und innig und es war von Beginn an ein Garant fürs Einschlafen. Nur sobald man mit dem Wippen aufhörte… hörte auch Baby M. mit dem Schlafen auf. Das Ende der Geschichte: irgendwer saß immer daneben und wippte. Und wippte.. und wippte. Ewig. Was war also die Lösung? Wir schauten nach einem Motor für die Federwiege. Da uns Angebote aus Deutschland viel zu teuer waren, wurden wir im Ausland fündig. Dank verschiedener Blogbeiträge und guten Tipps rund um das Thema Motor und Federwiege konnten wir eine Woche nach der Bestellung das Teil sehr gut „installieren“… nun ja. Es mag etwas seltsam krass aussehen wie Baby M. darin schaukelt.. heftig und schnell irgendwie (auch wenn man die Intensität einstellen kann).. aber dieser Motor rettet mir die Tage und vor allem auch die Nächte. Das Baby liegt aber natürlich nicht nur darin. Hier findet ein lustiger Wechsel zwischen Wippe, Wiege, Arm, Kinderwagen und Trage statt. Vielleicht finde ich irgendwann mal die Muße euch den Motor genauer zu zeigen. Momentan kann ich mir das Babyleben ohne das Ding nicht mehr vorstellen. Aber auch hier gilt ja bekanntlich: kommt Zeit, kommt Rat!

Immer noch nur zu Hause

Tja, wir trauen uns nach wie vor nicht aus dem Haus. Also nicht so richtig. Ich als Mama brauche aber unbedingt Bewegung und auch frische Luft. Da Baby M. momentan ein großer Fan von kleinen Naps (so 20-30 Minuten) ist, nehme ich die Beine in die Hand und laufe mit dem Kinderwagen oder der Trage wie eine Verrückte durch die Gegend um so viel Weg wie möglich zu schaffen. Letzt Woche wollte ich etwas weiter – musste einen Brief einwerfen. Kurz nachdem ich mein Ziel erreicht hatte, eskalierte Baby M… das Ende der Geschichte war eine Stillrunde kniend im Wald, nach der Baby M. aber weiterhin brüllt und ich sie so nur im Fliegergriff und einhändig den Kinderwagen fahrend nach Hause bekam. Das nervt soooo… aber sie ist wach einfach nach wie vor kein glücklicher Mensch. Kannste‘ nix machen.

Jedenfalls vermeiden wir nach wie vor Geburtstage oder ähnliche Veranstaltungen. Meist schicke ich dann den Papa mit dem Kindlein hin.. ich beiße in den sauren Apfel und verweile mit Baby M. zu Hause. Ich kann nicht leugnen: es nervt. Aber die Alternative ist mitgehen.. und wie das endet weiß ich einfach. Schon zu Hause ist es ein Drahtseilakt dieses Kind halbwegs ohne größere Schreiorgien durch den Tag zu begleiten. Also friste ich weiterhin mein Dasein zu Hause… und ich weiß: es kommen auch wieder ganz andere Zeiten.

 

Sieben Wochen Baby M. – Sieben Wochen zu Viert

Ach ja. Sieben Wochen ist das zweite Mädchen, unser Baby M. nun schon alt. Noch etwas über eine Woche und wir machen die zwei Monate voll. Komisch. Die Zeit vergeht. Ich bin weder traurig noch glücklich über diesen Umstand. Ich bin gefühlt beides. Traurig darüber, dass wir diese ersten tollen Wochen nicht so recht genießen können. Unser Schreimädchen macht das beinahe unmöglich. Es gibt sehr sehr wenige Momente in denen sie einfach nur schaut und ruhig ist. Die kann ich über den Tag verteilt an einer Hand abzählen. Daher gibt es so etwas wie Glück in meinem Bauch wenn ich darüber nachdenke das sie wächst und älter wird. Denn: irgendwann wird der Spuk ein Ende haben.

Wohl das letzte Mal Kurzarm in diesem Jahr?!

Skills:

  • Du hast jetzt Deine eigenen Dankeskarten, die auch schon fleißig verschickt wurden! Yeah!
  • Du hast Dich erneut zwei Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht/ fallen lassen. Ob das jetzt weiterhin nur Zufall ist? Hm…
  • Du hast Dir deinen ersten wirklich blutigen Kratzer auf der Nase verpasst
  • ich kann wohl bald die Größe 62 aussortieren… du wächst wie verrückt
  • ebenso bei den Windeln: wir nähern uns Größe 3 unaufhaltsam!
  • bisher hast Du keinen Haarausfall – ich hoffe, dass das auch so bleibt.

Papa hält Dich ganz fest

Das magst Du:

  • auf dem Stillkissen liegen und in der Welt umher schauen – zumindest für 3 Minuten!
  • Bäume anschauen
  • wenn Mama dein Bäuchlein mit Windsalbe massiert
  • auf deinem neuen Hochstuhl liegen (bzw. auf dem Aufsatz dafür) – hier kann man so schön schauen

Das magst Du nicht:

  • nackig bei Mama im Bonding liegen. Habe ich in meiner Verzweiflung während eines Schreianfalls versucht. Keine Chance.
  • Fingernägel schneiden findest Du echt so semi

Dieser süße Wirbel auf dem Kopf *hach*

Und sonst so?

Zweiter Termin beim Osteopath

Da war er nun. Der zweite Termin. Neues Spiel, neues Glück.. so heisst es doch immer. Baby M. hatte pünktlich zum Termin perfekt ausgeschlafen und so stieg unsere Hoffnung, dass alles gut wird. Erst mal: die Behandlung war mit der ersten nicht zu vergleichen. Es erfolgte endlich eine richtige Anamnese. Sofort fühlten wir uns diesbezüglich richtig aufgehoben. Und auch die Behandlung danach war mit Osteopath Nummer 1 nicht vergleichbar. Ziemlich lang wurde Baby M. unter den Händen von Herrn K. hin und her bewegt. Sie machte erstaunlich gut mit und schrie erst zum Ende hin so richtig laut auf. Laut seiner Aussage hat sie tatsächlich im hinteren rechten Halsbereich eine Blockade. Ob dem nun so ist/war, kann ich nicht sagen.

Der Tag nach der Behandlung war die Hölle. Baby M. schrie sich gleich wieder um Kopf und Kragen – und das schon vormittags. Und auch die Tage danach wurden nicht sooo viel besser. Ich habe bis heute nicht das Gefühl das es etwas gebracht hat. Wir haben noch einen zweiten Termin bei ihm.. aber ich frage mich wirklich ob es Sinn macht, diesen wahr zu nehmen. Ich bin ja eh eher Skeptikerin.. mittlerweile sitze ich es einfach weiter aus, massiere das Bäuchlein mit Windsalbe (vermutlich Werbung da Markennennung) und versuche das Schreien so gut es geht auszuhalten. Sie wird größer, wächst, wird schwerer und aufmerksamer. Irgendwann wird es sich von allein legen. Mir fehlt durch Schlafmangel und Kopfweh dank Schreiattacken auch einfach die Kraft weiter Ursachenforschung zu betreiben. *gähn*

Sechs Wochen Baby M. – Sechs Wochen zu Viert

Die Woche war seltsam… ein Auf und Ab. Mal wieder. Baby M. schrie wieder sehr viel. Und wir? Versuchten alles um dieses quengelnde Kind „abzustellen“.. das klingt seltsam. Aber mir ist es einfach unheimlich wichtig, dieses Geschrei los zu werden. In erster Linie weil sie durch das schrille Schreien einfach noch mehr Luft auf den eh schon so geplagten Bauch schluckt. Und ich mag ihr einfach helfen. Egal wie. Mein armes kleines Babymädchen. Es ist wirklich oft nicht leicht. Doch gerade vormittags wirkt sie mittlerweile hin und wieder recht entspannt. Schaut umher, betrachtet draußen die Bäume oder schaut der Schwester beim Tanzen zu. Hin und wieder traue ich mich sogar etwas Musik an zu machen.. auch wenn ich ständig in der Angst lebe, ihre Reizschwelle damit zu überfordern.

Skills:

  • Du hast dich gedreht! Das erste Mal vom Bauch auf den Rücken.. bist zwar mehr gefallen.. aber hey… Meilenstein!!!
  • ich meine das erste Glucksen/Brabbeln/wasauchimmer von Dir vernommen zu haben
  • du erfüllst mittlerweile alle Punkte um als Schreibaby eingestuft zu werden – ist das jetzt bei Skills richtig?

Das magst Du:

  • es bleibt dabei: Fön, Tragetuch, Brust, Federwiege
  • wenn Deine Schwester für Dich tanzt
  • Schnuller wird hier – Gott sei dank – immer beliebter!

Das magst Du nicht:

  • hm… die Welt? Dein Leben? Uns? Alles? Keine Ahnung. In den meisten Fällen entsteht deine Unruhe und das Schreien wohl durch deine Bauchprobleme und wenn du wirklich wirklich müde bist. Zumindest ist das unsere Theorie.
  • 3 Tage keine volle Windel. Dein armer armer Bauch.
  • Windelexplosion nach einem Tag ohne Muttermilchstuhl… da half nur die Dusche!

Und sonst so?

  • wir haben einen neuen Termin bei einem anderen Osteopathen gemacht, nachdem der erste Versuch (siehe Rückblicke) so ein Reinfall war.. zu verlieren haben wir nichts.
  • dein Hals ist so derart speckig, dass es in den Falten schon ganz rot ist, da zu wenig Luft ran kommt und es wirklich schwer ist diesen Bereich auf Dauer sauber zu halten
  • wir hatten letzte Woche aus Verzweiflung versucht dir etwas gegen die Verdauungsprobleme zu geben.. aus der Apotheke. Es wurde dadurch leider nur noch schlimmer, so dass wir damit ganz schnell wieder aufgehört haben.

Hüftsonografie

Ich hatte wirklich Panik vor dem Termin. Letztlich recht unbegründet. Babyschale an Babyschale reihte sich in der Praxis aneinander. Und da wussten wir sofort: das kann eine Weile dauern. Nun ist ja Warten nicht gerade die Stärke von Baby M. Und kaum hatten wir unsere Autoschale abgestellt, ging die Sirene auch direkt wieder an. Im Fliegergriff habe ich es dann wippend und „shhhh“ singend auf dem Flur ganz gut hinbekommen. Die Untersuchung selbst war dann zu Beginn auch wieder sehr sehr laut, da unser zweites Mädchen klar äußerte, dass ihr die Position missfiel. Der Schnuller rettete uns vor einer absoluten Eskalation. Und das Beste: die Ergebnisse sind alle super. Keine Kontrolle, kein breit Wickeln, keine Schiene. Mit dem Kindlein mussten wir damals vor 5 Jahren nach der ersten Untersuchung noch zwei Mal zur Kontrolle und wurden erst dann endgültig entlassen. Dieses Mal: Zack, fertig. Kleiner Lichtblick am Schreihimmel.

Tag und Nacht Rhythmus & die Nächte

Ich mag noch kurz berichten, wie die Nächte und der Rhythmus mit unserem sechs Wochen alten Mädchen so sind. Die Nächte sind vor allem eines: sehr stillreich. Alle ein bis zwei Stunden muss ich ran.. und die Milchbar öffnen. Immer öfter schafft sie die erste oder auch die zweite Runde schon drei Stunden am Stück. Das klappt nicht immer, aber hin und wieder dann doch. Und so drei Stunden am Stück schlafen ist schon ganz nett. Ansonsten hat sie tatsächlich einen richtigen Rhythmus. Vormittags ist sie – bis auf wenige Naps zwischendurch – sehr viel wach. Dann beginnt der verschlafene Nachmittag und Abends ist sie auch noch mal wach. Leider schläft sie besonders tagsüber aufgrund der Probleme mit dem Bauch oft sehr unruhig. Da ist die Federwiege sehr oft der Retter in der Not. Eine feste Zeit haben wir für Baby M. übrigens nicht. Mal geht sie 21 Uhr ins Bettchen, mal sind die Augen nach viel Geschrei erst 23 Uhr final zu.

 

August 2018 – Rückblick Kindlein

AUGUST 2018 – UNSER KINDLEIN

GROSSE SCHWESTER – HURRA!

Das Baby ist da. Das Kindlein wurde im August große Schwester. Nach langem Wunsch kam der Tag der Tage für unser großes Mädchen. Wir hatten sie vorab gut darauf vorbereitet – sobald sie neben der Oma wach werden würde, wäre das Geschwisterchen da. Und so war es auch. Gegen 2 Uhr nachts machten wir uns auf den Weg in die Klinik und die Oma nahm den Platz neben dem Kindlein. Um 4:28 Uhr war Baby M. ja dann auch schon da. Das Kindlein schlug morgens die Augen auf und freute sich sofort wie verrückt. Der Papa war kurz nach dem Aufstehen auch schon wieder da.. ging alles ziemlich fix. Kurz darauf stand das Kindlein mit dem Papa schon im Zimmer auf der Station und betrachtete die kleine Schwester. Das Grinsen war aus ihrem Gesicht gar nicht mehr weg zu bekommen. Liebevoll knutschte sie das kleine Bündel ab und streichelte das Köpfchen. Die erste Begegnung haben wir gefilmt… Herzmomente. Für immer.

Die kleine Schwester ausführen. 

IM ZUGE DESSEN

Ach Kindlein
bist so verliebt in deine kleine Schwester
zeigst nicht ein bisschen Eifersucht
bis heute nicht!
Streichelst sooo gern ihr Köpfchen
und nimmst es in die Hand
bist ganz vorsichtig mit ihr
und hälst sie ganz zaghaft in deinen Armen
knabberst seit der Geburt Fingernägel
und zeigst uns so doch, dass es dich bewegt
und dein Köpfchen arbeitet
liebst deine kleine Schwester aber ganz offensichtlich
leider auch wenn sie endlich schläft
da hilft kein Reden und Bitten
denn du willst kuscheln bis der Arzt kommt
singst ihr Lieder vor und dichtest dazu Texte
bist diesbezüglich echt ein Mauseschatz!

DAUMENLUTSCHERKINDLEIN

Ich hatte ja schon öfter geschrieben das unser Mädchen ein Daumenlutscherkindlein ist. Das hat sich bis heute auch nicht geändert.. allerdings versuchen wir nun auch schon seit Jahren zu intervenieren. Ich glaube nach unserem letzten Zahnarzt Besuch hatte ich noch mal in einem der Rückblicke geschrieben, dass es wirklich besser wurde. Die letzten Monate hat sie sich unsere Ansagen und die der Zahnärztin wirklich zu Herzen genommen. Tagsüber wird hier gar nicht mehr genuckelt. Nur noch Abends zum Einschlafen oder wenn man eben nachts mal wach wird und wieder einschlafen muss. Das ist ein riesiger Fortschritt und war die erste der beiden Vereinbarungen. Abgemacht war ein Geschenk, sobald sie tagsüber nicht mehr nuckelt. Da dies nun geschafft ist, suchte sich das Kindlein etwas von Playmobil aus. Ergebnis: die Kita Sonnenschein, die seitdem sehr gut bespielt wird.

UND DIE NÄCHSTEN MONATE?

Das Seepferchen ruft! Ganz laut ruft es nach uns. Viele ihrer Altersgenossen haben das Abzeichen schon.. ob die Kids dann wirklich sicher schwimmen können sei mal dahin gestellt. Sieht man sie im Schwimmbad vor sich hin planschen, so ist das gefühlt mehr ein Strampeln um sich über Wasser zu halten. Aber ist ja auch egal. Das Kindlein möchte nun auch zum Club der Seepferdchen gehören. Entsprechend haben wir sie zu einem Seepferchen Kurs angemeldet. Die Idee stand schon länger im Raum, allerdings war das Mädchen definitiv noch nicht soweit… diesen Sommer hat sie sich – was das Element Wasser angeht – rasant weiterentwickelt. Sie sprang plötzlich ins Wasser. Erst mit Taucherbrille, irgendwann ohne. Erst nur mit Schwimmflügeln, dann mit Bauchgurt und dort wo sie stehen konnte sogar ohne alles. Stolz und so. Irgendwann sprang sie auch in richtig tiefes Wasser, teilweise mit enormer Fallhöhe. Sie ist soweit, das steht fest und wir freuen uns auf den Abschnitt Schwimmen!

„Ich trau‘ mich!“

WACKELZAHNPARTY

Das Kindlein wünscht sich momentan nichts sehnlicher als einen Wackelzahn zu bekommen. Ein Mädchen in der Kita hat bereits ihren ersten Zahn verloren.. seitdem fragt sie beinahe täglich ob denn auch schon einer ihrer Zähne wackelt. Andere Kinder erzählen ihr, dass man bei Wackelzähnen zudem Zahnschmerzen bekommt. Schwups, hat sie Zahnschmerzen. Die kommen und gehen nun. Das Ganze ist ihr so wichtig, dass sie eine Wackelzahnparty geben möchte. Einladungen hierfür wurden bereits eifrig mit den Freunden in der Kita gebastelt. Eine Zahnlücke fehlt hier echt.. denn in der Zahnlückenpubertät ist sie definitiv angekommen. Hach ja. Es gibt wirklich schwierige Momente. Sie kann einen momentan so wunderbar ignorieren. Darin ist sie wirklich Weltmeisterin!

Langhaarmädchen – Zahlenmädchen – Schwester – Babybademädchen – Sprengermädchen

REDEN REDEN REDEN

„Guck mal, ich trinke wie ein Gentleman!“ nippt an einer Tasse und spreizt den kleinen Finger ab.

Rülpst wie verrückt. Einige Sekunden später: „Iiiiiiih, das stinkt!“

Singt der Schwester vor: „Baby M, gewöhne Dich dran hier bei uuuuhuuuuns zu sein!“

Über Baby M. „Sie sieht aus wie ein Jungem ist aber ein Mädchen, stimmt’s Mama?“

Wälzt sich nachts im Bett auf die andere Seite und brabbelt im Schlaf: „Alter Schwede!“

Fünf Wochen Baby M. – Fünf Wochen zu Viert

Die letzte Woche war zum weg werfen. Ich finde kaum Worte.. was in erster Linie an meinem leeren Kopf liegt. Habe gerade versucht mit dem Herzmann zu telefonieren. Aber die Worte, die ich sagen wollte, verließen kaum meinen Mund. Komische Sache.. aber der Schlafmangel und die Beschallung durch das viele Schreien machen einen nicht nur körperlich sondern auch geistig irgendwie kaputt. Wir sind hier jedenfalls alle am Rande der Verzweiflung, da Baby M. geplagt ist von was auch immer. Sie schreit. Immer. Außer sie schläft. Das Schreien kann dabei in verschiedene Stufen eingeteilt werden. Von Meckern mit kleinen Schreiattacken zwischendurch bis zum exzessivem Einschreien über viele Minuten mit klatschnassem Kind ist alles dabei. Wir wissen uns aktuell kaum zu helfen und hangeln uns von Tag zu Tag. Kann mir aktuell nicht vorstellen, dass es noch schlimmer kommen kann. Aber bergab kann es ja bekanntlich immer noch irgendwie gehen.

Skills:

  • Du lächelst uns an – bewusst und ganz genau.
  • Der erste Tag mit 4 Attacken schrillem Schreien. Eine Bewährungsprobe.
  • Du hast das erste Mal drei Stunden am Stück geschlafen – blieb bei einem Mal.
  • Es verging der erste Tag an dem in der Windel KEIN Muttermilchstuhl war – die Windelexplosion am nächsten Tag musste ich selbstverständlich fotografisch festhalten
  • Deine Augen verfolgen uns mittlerweile ganz genau.
  • Du bist vormittags gut und gerne mal 3-5 Stunden am Stück wach.

Das magst Du:

  • Ich wiederhole mich, aber so ist es eben: stillen
  • Den Fön. Wenn Du Baden warst, magst Du es unheimlich anschließend mit warmer Luft trocken gepustet zu werden. Den Fön haben wir mittlerweile an der Wickelkommode geparkt, da du auch sonst sehr gut damit beim Wickeln zu beruhigen bist.
  • Du bist mir die letzten 2 Tage im Fliegergriff eingeschlafen – vielleicht endlich mal eine Position die du nicht zum schreien findest.

Das magst Du nicht:

  • den Kinderwagen, auf den Arm genommen zu werden, Blähungen, Schuckeln, allein irgendwo liegen, senkrecht sein, Bäuerchen, Musik, Lärm, Stille… jeder Tag ist neu und anders mit Dir. Da weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll?!
  • Senkrecht auf dem Arm sein – ist immer noch nicht dein Fall.

Und sonst so?

  • Hier ist gerade ziemlicher Ausnahmezustand da du so extrem unruhig und unzufrieden bist. Ach Baby M. – wüssten wir nur was dich genau plagt. Wir schieben ganz viel auf den Bauch, wissen es aber letztlich doch nicht und rätseln uns verrückt. Nach einem wirklich wirklich schlimmen Tag war mein einziges Ziel für den kommenden Tag: kein schreiendes Kind. Der Wechsel zwischen Brust, Schnuller, Fliegergriff, Federwiege und Wippe hat dann tatsächlich funktioniert und du hast dich immerhin nicht komplett weg geschrien. Kann nur besser werden hier.

VERZWEIFLUNG?

Tja.. diese Verzweiflung über all die momentan so ätzenden Umstände ist ziemlich groß. Das führt dazu, dass man quasi nach jedem noch so kleinen Strohhalm fasst. Nun hat der Mann nach durchwachten Nächten, an denen er quasi ununterbrochen an der Federwiege wippen musste, von einen auf den anderen Tag einen Motor für eben diese bestellt. Damit man seinen gefühlten Radius von einer Armlänge mal wieder verlassen kann. Ich vegetiere bisher tagsüber ebenso in genau diesem Radius vor mich hin. Und man mag auch ganz gern mal wieder einen anderen Raum im eigenen Haus betreten. Hoffen wir also, dass das Teil unsere Träume wahr macht.

Ansonsten reagiert mittlerweile auch das Kindlein auf das Gebrüll und schreit auch mal kurz zurück.. Baby M. lässt sich davon selbstverständlich nicht beirren und kreischt weiter in einer Tour. Wir haben das ganze Drama natürlich auch per Video festgehalten. Und gleich mal an alle ungläubigen Verwandten verschickt. Die anschließenden Ratschläge der Umgebung sind zu herrlich und sollten eigentlich einen eigenen Blogbeitrag bekommen. Finde es immer wieder erstaunlich, wie Menschen einem fünf Wochen alten Säugling tatsächlich böse Absichten oder gar Manipulation unterstellen. Einfach nur verrückt.

Ähm… ich hab da was verdrängt…

Hach ja. Wie schön waren die ersten Tage mit Baby M. Der Herzmann, das Kindlein und ich waren einfach nur mit Baby glotzen beschäftigt. Wie Süchtige standen wir am Laufgitter oder hockten auf dem Bett in der Wochenbetthöhle. Da lag dieser kleine zarte Mensch und schlief. Und wir konnten unser Glück kaum fassen und starrten einfach nur auf den Körper von Baby M. Auf die hellen Haare, über die wir bis heute nicht hinweg kommen, da die große Schwester fast schwarz war.. auf die kleinen Fingerchen, die Minizehen, das heftige Reagieren vom Brustkorb wenn sie Schluckauf hat. Ja einfach alles starrten wir an. Ist ja auch eine verrückte Sache. Zwei Menschen kreieren einfach so einen neuen Menschen. Und der wächst im Bauch und ist dann plötzlich da. Man muss sich dieses Wunder immer wieder bewusst machen.

Nun ja. Dann vergingen die ersten Tage. Noch von Hormonen getragen glotzte man weiter. Freute sich über jeden Pups, jedes Bäuerchen und weiße Rinnsal was da aus dem ach Gott was süßem Mündchen lief. Und die Hormone blieben.. keine Frage. Aber dann schlich sich etwas ein. Langsam, aber dann am Ende doch heftig. Kaum waren die ersten Tage mit Wochenfluss und Milcheinschuss überstanden, kam ein ganz neues Problem auf einen zu…

Die Müdigkeit

Es ist ja nicht so, dass ich nicht noch andere – schwangerschafts- und geburtsbedingte Wehwehchen gehabt hätte. Ich sage nur Eisenmangel.. mein Hb-Wert, jenseits von Gut und Böse bescherte mir so manches Schwanken von A nach B. Ständig schwarz vor Augen, rempelte ich so einige Dinge ordentlich mit den Oberarmen an. Blaue Flecke hallo! Auch sonst erholte ich mich deutlich schwieriger und langsamer von den Strapazen der eiligen Geburt. Das Kind fiel ja förmlich aus mir heraus.. wie schon das Kindlein trennten uns nur wenige Stunde von der ersten Wehe bis das Baby tatsächlich in meinen Armen lag. Mal wieder Nachts. Schon da hätte ich ja ahnen können: puh.. müde und erschöpft wirst du dich sicher irgendwann fühlen. Aber da waren ja diese Hormone noch viel krasser. Und während dem Mann sehr früh morgens auf der Wochenbettstation schon die Augen zu fielen, kuschelte ich – nach wie vor auf einer rosa Zuckerwattewolke sitzend – weiter vor mich hin.

Einschlafen im Kinderwagen? Ein gut gemeinter Rat von Außenstehenden… für uns der blanke Hohn.

Nun ja. Irgendwann nach einigen Tagen packte es mich dann auch. Himmel. Ich hatte es echt vergessen. Wie verdammt müde und erschöpft man sein kann. So ausgelaugt. So völlig fertig. Den Tränen ständig so scheisse nah. Und der Ohnmacht auch. Schmerzen der Geburt? Immer präsent gewesen, auch noch Jahre später. Nervige Schwangerschaft? Auch nicht ansatzweise in Vergessenheit geraten. Aber diese Müdigkeit.. Heftiger Mist. Da sitzt du nachts auf dem Bett und denkst du stirbst. Nicht vor Schmerzen. Sondern vor Ohnmacht. Denn: du kannst ja kaum was machen. Mittlerweile haben wir zwar so etwas wie einen Rhythmus.. also Tag/Nacht bedingt. Das heisst aber nicht, dass das Kind dann seelenruhig neben mir schläft.

Vielmehr macht es Geräusche wie ein Schaf oder auch wie ein Meerschweinchen. Es ist zum Heulen. Es quiekt und quakt und dreht und wendet sich. Es muckt und weint und schreit.. und das in äußerst seltsamen Abständen. Mal alle 10 Minuten, mal sogar alle 5.. mal einfach am Stück. Ich kann dabei – natürlich – nicht ansatzweise gut schlafen. Also gebe ich das Kind mittlerweile ungefähr so ein bis zweimal Nachts an den frisch gebackenen Papa ab. Der packt es in die Nonomo und wippt einfach, wenn es muckt. Denn: der Papa schläft viel tiefer als die Mama und wird dann wirklich erst wach, wenn Baby M. schreit. Männer und so. Ich bin durch das Kindlein schlaftechnisch gestört fürs ganze Leben. Daher brauche ich absolute Ruhe zum schlafen. Das ist furchtbar.. legt sich aber vielleicht ja im hohen Alter wieder? Wer weiß das schon.

Gibt auch kurze – ich betone KURZE – friedliche Momente!

DU BIST NICHT DU WENN DU MÜDE BIST

In der Werbung heisst es ja so schön: Du bist nicht du wenn du hungrig bist. Genauso wenig bist du du, wenn du müde bist. Sind wir ehrlich: man ist teilweise jemand anderes. Sagt und tut Dinge, die man bereut. Schlägt eine Tür zu, ist unfair zu dem Ehemann, dem Geschwisterkind und oft auch zu sich selbst. Beim Baby versucht man natürlich bis zuletzt nicht dieses Verhalten zu zeigen. Da muss man auch mal bis 10 zählen um nicht komplett zu eskalieren, ins Auto zu steigen und einfach weg zu fahren. Es klingt ja fast paradiesisch.. allein auf einen Rastplatz zu fahren, das Auro dort zu parken und einfach einzuschlafen. Muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich natürlich gerade alles etwas überspitzt darstelle? Weiß nicht. Ist ja auch egal.

Der Zombie-Modus hat uns jedenfalls im Griff. Da kann auch die letzte Nacht nix retten.. denn in der hat Baby M. das erste Mal drei sagenhafte Stunden am Stück geschlafen. Gerade eben ist mir übrigens das Kindlein im Auto auf dem Rückweg von der Kita eingeschlafen. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass dieser Weg kaum mehr als einen Kilometer beträgt. Das bedeutet dann für heute: Party auf mehreren Dance-Floors. Für den Papa, die Kinder und natürlich für die dauerhaft müde Mama. Lösung? Nicht in Sicht. Wie oben schon erwähnt: Es ist schon ein Segen das Baby nachts mal für zwei Stunden an den Papa abschieben zu können. Der Papa ist ja hier eh ein „ich-kann-überall-schlafen-Mensch“… unfair irgendwie. Aber nun müssen wir uns diese sagenhafte Eigenschaft ja auch mal zunutze machen. Und so drücke ich Baby M. nach einer erfolgreich verabreichten Milchmahlzeit gerne via SMS dem Papa auf, der es brav abholt und anschließend in die Wiege packt. Dort legt er seinen Finger auf den schmalen Rand des Sackes in welchem das Baby liegt und wippt mit einer Engelsgeduld an dem Teil. Und schläft irgendwann ein. Vermutlich via telepathischer Fähigkeiten wird dann die Müdigkeit aufs Baby übertragen, welches prompt mit einschläft. Ich habe natürlich zuvor beinahe Stunden damit verbracht das Baby zum Schlafen zu bewegen.. hat natürlich nicht geklappt. Läuft mit dem Muttersein. Nicht.

Jedenfalls sind wir aufgrund dieser Regelung beide müde. Also die Eltern. Aber eben jeder zu einem gewissen Anteil… Halbe halbe sozusagen. Keiner ist so erschöpft, dass er das Gefühl bekommt instant von der nächst gelegenen Brücke hüpfen zu wollen. So kommt jeder mal auf ein bis zwei Stunden Schlaf am Stück. Und das ist in der aktuellen Situation ja beinahe wie ein 6er im Lotto. Jawohl! Ich mag gar nicht beim Kindlein nachlesen wann es besser wird/wurde. Ich weiß es nämlich noch ganz genau: das erste Jahr war einfach Horror und es wurde und wurde eher schlimmer als besser. Also jetzt schnell Augen zu und durch! Und jeder der mir mit „Schlaf doch wenn das Baby schläft“ kommt: RUHE! Das funktioniert vielleicht bei der männlichen Spezies oder bei Teenagern.. aber selten bei so schlafgeschädigten Müttern wie mir. Ich lege mich nämlich hin und just in diesem Moment schießen mir 3 Milliarden Gedanken durch den Kopf. Die werden dann verarbeitet und in ungefähr einer Stunde bin ich dann soweit einzuschlafen.. blöd nur.. das meistens nach genau 5 Minuten Schlaf meinerseits das Baby wach wird. Und man sich nach 5 Minuten… genau.. noch viel beschissener fühlt. In diesem Sinne: Schlaf Baby M, schlaf!