Eingewöhnung – abgeschlossen

buntstifte

Done! Geschafft! Vorbei! Nach mehr als sechs Monaten Eingewöhnung sind wir durch mit dem Thema. Das Kindlein ist angekommen, Mama ist im Urlaubsmodus. Der Urlaubsmodus ist zwar eher ein „der Haushalt lag ungefähr 1 1/2 Jahre brach und muss jetzt in Ordnung gebracht werden – Modus“, aber das ist ja nebensächlich.

Puh. Wer hätte gedacht, dass eine Eingewöhnung so lange dauern kann? Ich jedenfalls nicht. Vier Wochen ist so das, was mir immer im Kopf rumspukte. Ich schweige jetzt mal zu meinem Bauchgefühl, was mir recht schnell sagte, dass es bei unserem Kindlein wohl nicht mit wenigen Wochen getan wäre. Whatever… letztes Jahr im September hatte sie ihren ersten Tag im Kindergarten – mit 14 Monaten. Die Gruppe befand sich noch im Aufbau, das Äffchen war das zweite Kind und konnte daher ganz langsam starten und sich ohne Trubel an alles gewöhnen.

Muss ich sagen, dass alle anderen Kinder, die nach ihr kamen, vor ihr eingewöhnt waren? Nö. Die ersten Tage liefen ganz entspannt, auch wenn man da schon ziemlich schnell merkte das die Erzieherinnen es nicht so leicht mit ihr hatten. Anfassen? „wäääääh“… ich schweige zu Berührungsversuchen anderer Kleinkinder, was ebenso mit Heulen geahndet wurde. Irgendwann verschwand ich für eine halbe Stunde, dann mal ne Stunde. Dann wurde sie krank, es gab den Knackpunkt essen, mehrmaliges Einschreien bis zur Erschöpfung… und so mussten wir immer wieder von vorn anfangen. Ich habe zu dieser Zeit praktisch in der Kita gelebt und gearbeitet. Irgendwann… Betonung ganz stark auf IIIIIIIrgendwann – nach Krankheitswellen und ständigem Auf und ab blieb sie dann drei Stunden dort und ich holte sie nach dem Mittagessen ab. Im Januar wollten wir dann ganz zarte Versuche mit dem Mittagsschlaf starten. Dann kam Herr RS Virus um die Ecke und versaute alles um weitere drei Wochen. Dann wieder krank und endlich – im März – schlief sie tatsächlich das erste Mal in der Kita. Als ich am ersten Tag des Aufwachens nicht da war wurde sich noch eingeschrien. Anschließend war ich zwei Tage beim „Wachwerdeprozess“ dabei, anschließend hielt ich mich im Hintergrund, was wunderbar klappte. Ich habe also jetzt sage und schreibe 5 1/2 Stunden für mich, den Haushalt, Garten, die Fenster, zum Duschen, zum Laufen, zum zocken, Telenovelas glotzen, Wäsche bügeln, Trampolin springen, schlafen, essen, backen, kochen… na und so weiter.

Im Nachhinein gesehen bin ich dankbar… für all die Geduld, die uns entgegen gebracht wurde. Ich habe oft an mir, dem Kindlein und allem drum herum gezweifelt. Nie aber an der Einrichtung selbst. Und so hörte ich nie ein böses Wort und erst recht nicht den Satz „Also da muss das Kind jetzt durch“. Das war uns ganz wichtig: sie nicht zu brechen, in welcher Form auch immer. Das Äffchen sollte seinen Weg gehen, wie auch immer dieser aussehen sollte. Und so waren wir umgeben von viel viel Verständnis, was uns immer wieder Zuversicht und Mut gab. Sie brauchte eigentlich nur eines: Zeit. Und nun ist sie angekommen in dieser großen weiten Welt und möchte jeden Tag in ihr „tüta“ steigen um zum Kindergarten zu brausen. Sie stapft allein in den Gruppenraum und winkt Papa zum Abschied. Wenn ich sie abhole kuschelt sie auf dem Schoß der Erzieherin und will nicht nach Hause. Stattdessen werden noch Puppen umher geräumt, gelacht, gespielt, getanzt und gesungen.

Ich habe keinerlei schlechtes Gewissen, sie trotz der zwei Jahre Elternzeit schon mit etwas über einem Jahr in den Kindergarten gegeben zu haben. Im Nachhinein war es sogar der absolut richtige Weg, da sie eben so lange brauchte um sich komplett einzugewöhnen. Ich weiß nicht, ob sie mit 14 Monaten wirklich schon kigareif war… immerhin fiel es ihr am Anfang doch sichtlich schwer. Was sie brauchte waren andere Kinder und auch der Trubel, die Abwechslung und Action. Aber eben nur mit Mama. Gut, immerhin war ich ja etliche Monate mit anwesend und stand im Grunde genommen mit im Dienstplan der Einrichtung. Nun braucht sie weder Mama noch Papa… und liebt es einfach. Sie ist absolut angekommen und geht sehr sehr gerne. Sie isst dort besser, schläft allein ein und lernt so schnell so viel Neues durch den Umgang mit ihren Kleinen aus der überschaubaren Gruppe. Wir sind einfach nur sehr sehr happy.

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3 comments

  1. „Was sie brauchte waren andere Kinder und auch der Trubel, die Abwechslung und Action. Aber eben nur mit Mama.“ Damit hast du mich jetzt echt nachdenklich gemacht. Mini ist auch sooo extrem Mama-bezogen, dass wir beschlossen haben, Kita erst mit etwa 2 Jahren zu versuchen, wozu auch die Kinderärztin geraten hat. Aber gleichzeitig merke ich, wie fordernd sie wird. Ohne Abwechslung ist sie abends quengelig, aber auch noch viel zu energiegeladen, mit Trubel schläft sie nachts 11 Stunden, ohne nur etwa 8. Aber mir täglich neue Bespassungsprojekte auszudenken ist auch nicht einfach, und der Haushalt sollte auf einem Minimum ja auch noch laufen. Mit Krabbelgruppe, Babyschwimmen und Kangatraining geht es, aber ev. wäre Kita schon früher wirklich nicht die dümmste Idee…

    LG, Julia

    1. Liebe Julia…

      wie ich schon schrieb: ich glaube, dass das sehr vom Kind abhängig ist. Und auch von der Einrichtung… denn hinter der muss man zu 100% stehen, wenn man sein Kind schon so früh abgibt. Ich kann Dich und das was du beschreibst komplett verstehen. Mir gingen irgendwann auch die Ideen aus… und der Spielplatz und das Einkaufszentrum fand sie irgendwann auch langweilig. Und 5 Tage die Woche konnten wir auch keine Freunde mit Kindern besuchen.. denn die waren selbst arbeiten und die Kiddies in entsprechenden Einrichtungen. Unser Kind fühlt sich sehr wohl da, was mir das Wichtigste war. Ich denke, so lange man das sieht, ist es in Ordnung. Sie blüht dort auf, interagiert wundervoll mit den Kindern und hat einen relativ geregelten Ablauf. Ich bin sehr sehr glücklich mit dem, wie es gelaufen ist und natürlich vor allem mit dem Kindergarten an sich (in dem schon meine Schwester, meine Mama und ich selbst waren) 🙂

      Vielleicht probierst du es einfach aus? Einen Versuch ist es wert, denke ich!

      Sei lieb gegrüßt!

  2. Liebe Kathi !
    Mich würde interessieren ob irgendwer weiß wie es weiter geht , wenn es nicht geht.

    Meine Tochter ist 14 Moante und geht ab nächste Woche in die Eingewöhnung. 14 Tage sind von der Kita veranschlagt, von mir mindestens 6 Wochen.

    Mit meinem Sohn stand ich vor 7 Jahren vor der gleichen Situation, er war damals allerdings „schon“ 17 Moante und was soll ich sagen, es war eine Katastrophe und das ist noch der netteste Ausdruck den ich dazu finde. Von wochenlangen halbstündigen aufschreien nachts mit nach mir rufen über 5 Monate unglücklich sein, über jetzt mit mittlerweile 8 Jahren nicht alleine schlafen können/wollen wegen Trennungsängsten.

    Dieses mal haben wir uns vorgenommen, wenn es wieder so schlimm wird , eine Kita-Untauglichkeit ausstellen zu lassen und nicht auf biegen und brechen erreichen zu wollen das Kind in die Kita geht ( bei unserem Sohn waren wir irgendwann alle traumatisiert, aber noch so jung das wir uns von allen haben einreden lassen das wird schon und da muss man durch und die Arbeitsstelle wartet auch nicht auf ewig u.s.w.)

    Jetzt habe ich schon seit Wochen schlaflose Nächte , sosehr gruselt es mir vor dem Kindergarten – Trauma ist wohl geblieben 🙁 . Ich hoffe und bete das es unserer kleinen Maus leichter fällt, sie findet Kinder und Aktion toll- aber ganz ehrlich unser Großer fand das auch gut wenn wir in der Nähe waren und die Kleine klammert fast noch mehr an mir . Manchmal macht man sich gedanken was man falsch oder anders hätte machen sollen, aber solche Tipps wie schreien lassen oder einfach mal einen Tag zu den Großeltern ob die Kinder wollen oder nicht- ganz ehrlich, ich aktzeptiere jeden der das so handhabt, aber unser Erziehungs- bzw. Lebensweg ist dies nicht.

    Nur was ist, wenn sich unsere kleine genauso schwer tut ? Wie läuft es finanziell wenn das Kind Kita untauglich ist ?

    Vielleicht hast du darauf antworten

    Liebe Grüße
    Tina

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