Fünf Wochen Baby M. – Fünf Wochen zu Viert

Die letzte Woche war zum weg werfen. Ich finde kaum Worte.. was in erster Linie an meinem leeren Kopf liegt. Habe gerade versucht mit dem Herzmann zu telefonieren. Aber die Worte, die ich sagen wollte, verließen kaum meinen Mund. Komische Sache.. aber der Schlafmangel und die Beschallung durch das viele Schreien machen einen nicht nur körperlich sondern auch geistig irgendwie kaputt. Wir sind hier jedenfalls alle am Rande der Verzweiflung, da Baby M. geplagt ist von was auch immer. Sie schreit. Immer. Außer sie schläft. Das Schreien kann dabei in verschiedene Stufen eingeteilt werden. Von Meckern mit kleinen Schreiattacken zwischendurch bis zum exzessivem Einschreien über viele Minuten mit klatschnassem Kind ist alles dabei. Wir wissen uns aktuell kaum zu helfen und hangeln uns von Tag zu Tag. Kann mir aktuell nicht vorstellen, dass es noch schlimmer kommen kann. Aber bergab kann es ja bekanntlich immer noch irgendwie gehen.

Skills:

  • Du lächelst uns an – bewusst und ganz genau.
  • Der erste Tag mit 4 Attacken schrillem Schreien. Eine Bewährungsprobe.
  • Du hast das erste Mal drei Stunden am Stück geschlafen – blieb bei einem Mal.
  • Es verging der erste Tag an dem in der Windel KEIN Muttermilchstuhl war – die Windelexplosion am nächsten Tag musste ich selbstverständlich fotografisch festhalten
  • Deine Augen verfolgen uns mittlerweile ganz genau.
  • Du bist vormittags gut und gerne mal 3-5 Stunden am Stück wach.

Das magst Du:

  • Ich wiederhole mich, aber so ist es eben: stillen
  • Den Fön. Wenn Du Baden warst, magst Du es unheimlich anschließend mit warmer Luft trocken gepustet zu werden. Den Fön haben wir mittlerweile an der Wickelkommode geparkt, da du auch sonst sehr gut damit beim Wickeln zu beruhigen bist.
  • Du bist mir die letzten 2 Tage im Fliegergriff eingeschlafen – vielleicht endlich mal eine Position die du nicht zum schreien findest.

Das magst Du nicht:

  • den Kinderwagen, auf den Arm genommen zu werden, Blähungen, Schuckeln, allein irgendwo liegen, senkrecht sein, Bäuerchen, Musik, Lärm, Stille… jeder Tag ist neu und anders mit Dir. Da weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll?!
  • Senkrecht auf dem Arm sein – ist immer noch nicht dein Fall.

Und sonst so?

  • Hier ist gerade ziemlicher Ausnahmezustand da du so extrem unruhig und unzufrieden bist. Ach Baby M. – wüssten wir nur was dich genau plagt. Wir schieben ganz viel auf den Bauch, wissen es aber letztlich doch nicht und rätseln uns verrückt. Nach einem wirklich wirklich schlimmen Tag war mein einziges Ziel für den kommenden Tag: kein schreiendes Kind. Der Wechsel zwischen Brust, Schnuller, Fliegergriff, Federwiege und Wippe hat dann tatsächlich funktioniert und du hast dich immerhin nicht komplett weg geschrien. Kann nur besser werden hier.

VERZWEIFLUNG?

Tja.. diese Verzweiflung über all die momentan so ätzenden Umstände ist ziemlich groß. Das führt dazu, dass man quasi nach jedem noch so kleinen Strohhalm fasst. Nun hat der Mann nach durchwachten Nächten, an denen er quasi ununterbrochen an der Federwiege wippen musste, von einen auf den anderen Tag einen Motor für eben diese bestellt. Damit man seinen gefühlten Radius von einer Armlänge mal wieder verlassen kann. Ich vegetiere bisher tagsüber ebenso in genau diesem Radius vor mich hin. Und man mag auch ganz gern mal wieder einen anderen Raum im eigenen Haus betreten. Hoffen wir also, dass das Teil unsere Träume wahr macht.

Ansonsten reagiert mittlerweile auch das Kindlein auf das Gebrüll und schreit auch mal kurz zurück.. Baby M. lässt sich davon selbstverständlich nicht beirren und kreischt weiter in einer Tour. Wir haben das ganze Drama natürlich auch per Video festgehalten. Und gleich mal an alle ungläubigen Verwandten verschickt. Die anschließenden Ratschläge der Umgebung sind zu herrlich und sollten eigentlich einen eigenen Blogbeitrag bekommen. Finde es immer wieder erstaunlich, wie Menschen einem fünf Wochen alten Säugling tatsächlich böse Absichten oder gar Manipulation unterstellen. Einfach nur verrückt.

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