Mallorca mit Familie – Teil II – Sa Calobra / Torrent de Pareis

Heute möchte ich Euch mitnehmen auf eine atemberaubende Reise die wir sicher niemals vergessen werden. Es geht in den Gebirgszug Serra de Tramuntana, der sich im Nordwesten Mallorcas befindet. Das Weltkulturerbe erfüllte im Vorhinein ganz unsere Ansprüche an den ersten Ausflugstag: Ruhe, keine Touris, Geheimtipps abgrasen.

Und dann googelt man und schaut auf Karten… und liesst immer von Sa Calobra und vom Torrent de Pareis, einem Sturzbach, der sich durch Schluchten schlängelt. So viel sei vorweg gesagt: von einem STURZbach haben wir nix gesehen. Dafür aber eine atemberaubende Natur, Ziegen, Felsen, Steine, Kletterer, eine tolle Bucht, einen Strand, Höhlen, Kurven, Serpentinen… Es war einfach der Wahnsinn! Sa Calobra ist das kleine Dorf, welches mit einer Bucht inklusive Hafen endet.

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Der Weg ist das Ziel – diese Redewendung trifft hier ganz besonders zu… denn der Weg zum Torrent de Pareis beziehungsweise nach Sa Calobra ist nichts für ungeübte Fahrer. Da unser Mietwagen ausschließlich auf mich zugelassen war, musste Muddi ran. Und so kuppelte ich was das Zeug hielt und schlängelte die ganze Truppe hoch und runter. Zwischendurch kam uns eine Karawane von 10 Bussen entgegen. Hier hatte ich für einen kurzen Moment einen minimalen Herzinfarkt, der aber schnell wieder abflaute. Die Straße ist einmalig und unterwegs gibt es immer wieder Aussichtspunkte, die dennoch nur einen Teil dieser wunderschönen Natur einfangen können. Die Straße führt einen durch heftige Schluchten, oftmals passt nur ein Auto auf die Straße. Die Kurven sind schon ziemlich extrem – hin und wieder droht man auch mit dem Auto aufzusetzen, da das Gefälle zu heftig ist. Am Straßenrand grasen Ziegen und Schafe und hin und wieder trifft man Wanderer.

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Iiiiiiirgendwann hat man es dann geschafft und gelangt auf einen monströsen Sammelparkplatz (wir haben 7,80 EUR bezahlt) und stellt sich in Reih und Glied mit 23768568 anderen Menschen. Da das Gebiet um den Torrent de Pareis aber so weitläufig ist, hatten wir nie das Gefühl, dass es überfüllt ist. Zudem zahlte sich die Fahrt im Monat September aus: nicht sooo viele Massen. Auch in Sa Calobra selbst hielten sich die Massen sehr in Grenzen.

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Jedenfalls läuft man ganz gemächlich zum Hafen, vorbei an Restaurants und einigen Häusern, die in der kleinen Bucht stehen. Der Torrent de Pareis ist super ausgeschildert und man biegt im Grunde genommen nur einmal nach rechts ab. Und dann geht es nuuuuuur noch gerade aus. Man erahnt die Schönheit der Gegend schon am Hafen: das Wasser ist türkisblau – herrlich! Irgendwann führt einen der Weg zum ersten Höhlenweg (Papa musste sich mit der Kraxe nur minimal an wenigen Stellen ducken). Innen sind Markierungen im Boden eingelassen, die einem den zum Torrent de Pareis Weg weisen (wer sich hier verirrt muss schon einen über den Durst getrunken haben – es geht nur geradeaus).

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Irgendwann sieht man dann die tolle Bucht von weitem und in ihr die ersten Badegäste. Umringt wird das Ganze von riiiiiesigen Felsen. Das Meer ist nach wie vor blau und glasklar. Es ist wunderschön!

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Nach dem zweiten Tunnel ist man dann da… und steht mitten im Kies. Liebe Eltern mit Kinderwagen: keine gute Idee! Vor uns haben mehrere Paare verzweifelt versucht ihre Wägen über den Kies zu zerren. Vermutlich leiden sie noch heute unter einen Sehnenscheidenentzündung oder sind recht schnell den Rückzug angetreten. Also ab an die Tragen! Man steht da also mitten im Nirgendwo umzingelt vom Gebirge. Links der Strand, an dem sich einige Leute tummeln und rechts ein scheinbarer Weg ins Nirgendwo. Wir entschieden uns zuerst zu wandern und liefen einfach drauf los.

Zwischendurch versperrte uns der eigentliche Sturzbach dann kurz den Weg und es hieß Schuhe ausziehen. Schuhe sind auch das Stichwort: FlipFlops sind nicht soooo gut geeignet. Die Höhlen zum Torrent de Pareis sind sehr glatt und ich musste selbst mit Turnschuhen höllisch aufpassen, dass ich mich nicht lang lege.

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Wir liefen und liefen.. es gab tolle kleine Höhlen und nach jeder Ecke etwas neues zu entdecken. Entweder toll gestapelte Steine, Ziegen die durch die Gegend liefen, Sträucher, Bäume, Felsformationen, Wanderer die von der anderen Seite bereits 5 Stunden unterwegs waren. Langweilig wurde es jedenfalls nie. Zwischendurch schnabulierten wir ein paar Snacks und ließen das Kindlein auch außerhalb der Rückentrage durch die Gegend rennen. Die Kamera war natürlich mein ständiger Begleiter… und obwohl ich Millionen Fotos gemacht habe, habe ich dennoch das Gefühl diese Schönheit nicht ansatzweise festgehalten zu haben. Das menschliche Auge ist durch eine Kamera eben doch nicht zu ersetzen. Irgendwann endete die lange Schlucht scheinbar. Es gab eine Art Minisee und viel Geröll – auch die unterste Barriere genannt. Wir fanden noch einen kleinen Weg, der seitlich vorbei ging, aber eher etwas für geübte Kletterer war. An der Stelle endete die Wanderung und wir traten den Rückzug an. Das Kind entspannte derweil wieder in der Kraxe. Durch die Schlucht gibt es immer wieder Schatten, der das Laufen erträglich macht.

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Auf dem Rückweg genehmigten wir uns noch ein Eis und schlenderten gemütlich zum Auto zurück. Der Rückweg mit dem Auto war wesentlich einfacher als erwartet – man weiß ja was auf einen zukommt und ist daher nicht mehr so angespannt. Vorweg ließt man ja nur Horrormeldungen zur Straße.

Mein Fazit: 

Wunderschön! Sehenswert! Einmalig! Auch für Familien! Beachtet bitte, dass die Anfahrt zum Torrent de Pareis aufgrund der Straße recht lang dauert und die Kiddies ggf. quengelig werden könnten. Wir hatten den Mittagsschlaf des Kindlein abgepasst und sie schlief trotz dem ewigen rechts und links wie eine Eins. Unten in Sa Calobra angekommen, empfehle ich definitiv eine Trage. Man sah viele Eltern mit Tragehilfen, die total entspannt alles ansahen. Die Eltern mit Kinderwagen waren seeehr genervt von der Beschaffenheit des Bodens in der Bucht (große Kieselsteine).

Festes Schuhwerk ist defintiv besser – Schuhe die nass werden können sind ein i-Tüpfelchen (es gab wie gesagt eine Stelle an welcher man nicht um flaches Wasser drum herum kam). Zum Baden ist das ganze sicher toll – wir wollten jedoch lieber einen Sandstrand und haben den ersten Ausflug ins Wasser daher auf den kommenden Tag verlegt.

Wer geile Fotos machen will ist hier auch absolut richtig – es gibt gefühlte 285232528 Motive. Essen und Trinken sollte man für die kleine Wanderung schon parat haben. Wer nix dabei hat, kann sich auch etwas in einem der vielen Shops im Hafen etwas kaufen (allerdings sind hier die Preise auch echt salzig).

An die Fahrerei hatte ich mich recht schnell gewöhnt und so war der Rückweg recht schnell durch. Muskelkater vom Schalten hatte ich minimal am nächsten Tag – ging aber recht schnell wieder weg.

Wer nach Mallorca will – einen Besuch ist Sa Calobra mit dem Torrent de Pareis allemal wert!

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3 comments

  1. Hej liebe Kathi,

    das sind ja wirklich tolle Photos! Was für eine schöne Ecke. Ich war noch nie auf Mallorca, aber ich habe schon viel Positives davon gehört, dennoch zieht es mich nicht wirklich dorthin, ich bevorzuge Ziele ohne Flugzeug (Flugangst!!) Aber man kann ja auch mit dem Auto dorthin 🙂

    Ich bin schon gespannt auf die nächsten Beitrage.

    Liebe Grüße

    1. Huhu Lea…

      da teilen wir eine Gemeinsamkeit: ich habe auch Flugangst (seit einem Trauma mit einem Sichtflug dank Vulkan)… ich schaffe es irgendwie … bekomme aber bei jeder Veränderung der Tonlage einen halben Herzinfarkt.

      🙂

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