Mai 2018 – Rückblick

4 Jahre und 10 Monate ist unser Kindlein nun alt. Nicht mehr lang.. und der fünfte Geburtstag steht vor der Tür. Kurz darauf die Geburt unserer zweiten Tochter. So schön der Mai auch war… wir haben viel erlebt.. umso glücklicher bin ich, dass wir nun Juni haben. Denn August ist weniger weit weg vom Juni als vom Mai. Und so rückt die Ankunft von Nummer zwei immer näher. Ich freue mich wie irre, habe aber gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen ganz viel Angst. Aber dazu irgendwann mehr. Nun erst mal zum Kindlein. Denn das hat auch so einiges Neues zu bieten.

SCHLAF KINDLEIN…

Das Kindlein macht in der Kita schon seit sie vier Jahre alt ist keinen Mittagsschlaf mehr. Das war ein ziemlich harter Kampf, dieses Thema endlich bei den Erziehern so durchzusetzen. Schon Monate, beinahe Jahre zuvor… war das Kindlein immer die Letzte beim Einschlafen, tat sich schwer mit dem Schläfchen in der Kita. Das Resultat waren Abende bis 22.00 oder 23.00 Uhr. Immer. Jeden Abend lag das Kindlein stundenlang wach und fand nicht in den Schlaf. Sie bemühte sich, aber es klappte einfach nicht. Heute haben wir folgende Situation. Mittagsschlaf gibt es nicht mehr. Eigentlich. Manchmal allerdings sammelt das Kindlein über Tage hinweg ein derartiges Defizit an, dass dann irgendwann doch die Augen zuklappen. Einfach so. Irgendwo. Bevorzugt im Auto auf dem Weg irgendwo hin. Denn das Auto war schon immer ein Garant zum Einschlafen. Nun sind wir ja schon einige Zeit zuvor immer mal wieder Abends kilometerweit gefahren.. das hatte irgendwann ein Ende. Gut so. Oft schläft das Kindlein Abends erst 21.00 Uhr oder 21.30 Uhr ein. Und ist morgens so gegen 7.30-8.00 Uhr am Start. So sammelt sich über die Tage einiges an Schlafmangel an. Und der wird entweder mit einem Abend in dem es früh ins Bett geht kompensiert.. oder eben mit einem Schlaf im Auto. Neulich hatte sie ihr iPad beim Fahren und reicht es mir mit dem Wort „müde“ zurück nach vorn. 30 Sekunden später war sie tief und fest im Traumland. Passiert. Und ist zuckersüß.

NEUES?

Ihre Malskills sind ziemlich genial geworden. Menschen werden immer präziser, Tiere ebenso. Außerdem werden seit neuestem immer ein Himmel und ein Boden dazu gemalt. Der Boden ist immer Gras und grün, der Himmel ist ein sattes blau. Überhaupt ist Malen und Zeichnen hier echt total angesagt. Da hatte sie zu Ostern erst neue Buntstifte bekommen… sind die jetzt schon wieder ziemlich kurz. Ebenso ganz neu: Helden aus dem Fernsehen malen. Der Sandmann hat es schon auf ein Blatt Papier geschafft, eben so die PJ Masks und Bibi Blocksberg. Ach und das Kikaninchen. Und diverse andere Fantasietiere.

Außerdem hat sie uns neulich damit überrascht, dass sie Hüpfkästchen auf den Boden gemalt hat. Mit Kreide. Und in die Kästchen hat sie einfach Zahlen hinein geschrieben. Hab leider vergessen es zu fotografieren. Aber sie hüpfte drauf herum und plapperte fleißig vor sich hin. Was sie übrigens sehr gern den ganzen Tag macht. Also reden. Über alles Mögliche. Bevorzugt über ihre imaginären Freunde. Tageserlebnisse muss man ihr schon aus der Nase ziehen. Fragen danach werden zumeist mit Ignorieren oder den Worten „weiß ich nicht mehr“ quittiert.

Kleine Klettermaus. Sie macht neuerdings Schweinebaumel ohne Festhalten – wie sie ganz stolz betont. Außerdem versuchen wir weiterhin an einem Radschlag zu arbeiten, ebenso gibt es erste Fortschritte in Sachen Handstand. Trotzdem ist sie immer noch sehr sehr vorsichtig was neue Dinge angeht. Auch beim Klettern. Während unseres Kurzurlaubes kletterte sie in so einer Art Röhre durch die Gegend und brauchte letztlich ganz konkrete Anweisungen vom Papa, da sie sich hier und da nicht weiter traute. Aber gut. Vorsichtiges Mädchen eben. Ist ok und mir lieber als ein Kamikaze Kind in der Notaufnahme.

ERLEBTES

Männertag

Zum Männertag war der Mann – verständlicherweise – unterwegs. Mit dem Fahrrad und vielen anderen männlichen Mitbürgern. Hehe. Und Mama verabredete sich mit den Freundinnen am See. Da eine Freundin direkt ein Seegrundstück hat, macht es deutlich einfacher. Und so tummelten sich die Kinder, während sich die Mamas begrillen ließen. Herrlich. Das Kindlein war abends entsprechend früh im Bett und der Tag dank Sonne und Hitze perfekt.

Kurzurlaub am Meer

Dazu habe ich ja schon einen ausführlichen Post verfasst. Daher brauche ich hier ja nicht mehr viel schreiben. Jedenfalls war das der letzte Kurzurlaub vor der Geburt des zweiten Mädchens. Mehr schaffe ich einfach nicht mehr. Das ist nervig, aber ich kann es leider auch irgendwie nicht ändern. Schmerzen und allerlei Wehwehchen zwingen mich regelrecht dazu. Und ich gebe allmählich zu: ich mag gar nicht mehr schwanger sein, Genießen kann man das mittlerweile nicht mehr nennen. Aber dazu dann später mehr im Schwangerschafts-Update.

Die erste Zecke

Das Erlebnis der anderen Art. Es war soooo igitt igitt. Überhaupt finde ich diese kleinen Krabbler so ekelhaft.. bäh. Und dann entdecke ich beim Kindlein eine am Rücken. Schon fest. Freitag späten Abend. Und weil ich mir schon einen kleinen roten Rand drum herum einbildetet fuhren wir zum Kindernotdienst. Der Papa direkt von Arbeit, da er dummerweise ihre Krankenkarte hatte und Mama von Oma aus bei der wir gerade zum Eis essen waren. Alles etwas hektisch und überstürzt. Das Kindlein wusste zwischendurch gar nicht wie ihm geschieht. Habe es aber immer und immer wieder erklärt. Für die Zukunft wissen wir jetzt dank sehr netter Ärztin was zu tun ist und auf was wir achten müssen. Muss ich so schnell nicht wieder haben. Bäh.

UND BALD

Der Geburtstag steht vor der Tür. Das für mich letzte Fest vor der Geburt von Baby M. Nach langem Hin und Her hat sich Madame nun für einen Unterwasserwelt Geburtstag entschieden. Nun plane ich natürlich schon eine Weile dafür. Die Einladungskarten sind gerade in der Produktion (selbst gemacht).. und werden dann demnächst verteilt. Ich versuche es klein zu halten.. keine Ahnung ob das gelingt. Da ich aufgrund der fortschreitenden Schwangerschaft ziemlich mit Schmerzen geplagt bin, schaffe ich es wohl nicht, die Party zu organisieren, die das Kindlein verdient hat. Aber gut. Ich gebe mein Bestes und hoffe, es gefällt ihr. Fischernetze und Co. sind schon auf meinem Wunschzettel…

GEREDET WURDE AUCH

„Jetzt fängst du auch noch damit an Mama. Jetzt reicht’s mir langsam!“ Ooooookayyyy….

Mama: „Mausiiiiiiii!“
Kindlein: „Was denn? Schon wieder kuscheln oder was?“
Es wird so was von Zeit für Nummer 2.

„Ich bin brilliant.“

„Ich habe meinen Papa lieb, er ist mein größter Gurkendieb.“

Zieht die Beine an und steckt sich die Knie unter das T-Shirt.
„Guck mal, ich hab schon Brüste.“
Ah ja.

„Ich will helfen, ich will helfen!“
Tatsächlich ein oft verwendeter Satz.

„Mama, du hast da Falten oben auf der Stirn!“
Kind günstig abzugeben. 

Der letzte Kurzurlaub vor der Geburt – ab ans Meer!

Vor einigen Tagen sind wir noch mal ein paar Kilometer durchs Land gedüst. Ziel: das Meer. Und: ein letzter Kurzurlaub. Denn: die Geburt unserer zweiten Tochter steht im August an. Und da ich danach sicher nicht so schnell irgendwo hin fahren/fliegen werde, wollten wir unserem kleinen großen Mädchen noch mal so etwas wie einen Miniurlaub bieten. Sie fragt hin und wieder wann wir denn wieder in den Urlaub fahren.. und nun haben wir einfach ganz spontan von einen auf den anderen Tag gebucht.

EXTREM SPONTAN

Ja genau, einen Tag vorher klickte ich mich durch diverse Anbieter im Netz und stieß auf ein Familien Wellness Hotel an der Ostsee. Es klang alles so toll, die Bewertungen waren super und es war vor allem für Kinder bestens geeignet. Oma hatte zudem Urlaub und so klingelte ich spontan bei ihr durch und einige Stunden später war das ganze Ding gebucht. Wir packten die Sachen und machten uns quasi einen Tag später auf den Weg. Auf dem Hinweg machten wir noch einen Abstecher zu einem der vielen Karls Erlebnisdörfer und entspannten hier in der Sonne.

Sonne ist sowieso das Stichwort. Wer hier regelmäßig mitliest der weiß: wenn ich eines nicht mag, dann ist es schlechtes Wetter. Ich bin ein Wettermensch durch und durch. Ich zahle ganz ungern Geld für einen Urlaub, in dem es dann nur regnet oder bei 15 Grad und grauer Suppe am Himmel vor sich hin dümpelt. Auch deshalb haben wir so spontan gebucht. Die Wettervorhersage war einfach toll und wir konnten uns auf drei Tage Sonne satt freuen. Und so ungenau wie die Vorhersagen heutzutage manchmal erscheinen mögen.. sie behielten Recht und wir hatten einen wunderschönen blauen Himmel mit jeder Menge Wärme auf der Haut.

VIELE BILDER & VIEL SONNE

Ich habe die Tage auch noch einmal genutzt und extrem viele Bilder geschossen. Mit etwa 800 Schnappschüssen kamen wir wieder zu Hause an.. nach radikalem Aussortieren blieben immer noch jede Menge Fotos übrig. Wenn ich Fotos machen darf, dann bin ich glücklich. Und es sind tatsächlich etliche neue Lieblingsbilder entstanden. In vollem Sonnenschein. Denn was diese gelbe Kugel da am Himmel anbelangt.. darüber konnten wir uns wirklich nicht beschweren. Manchmal ist es gar nicht so einfach schöne Bilder bei strahlendem Sonnenschein zu knipsen.. aber das liegt in erster Linie daran das ich kein Profi bin. Für das kommende Fotobuch zum fünften Geburtstag vom Kind ist dennoch einiges an Material entstanden.

SCHWANGERSCHAFT UND KURZURLAUB

Ich hatte ja schon berichtet: ich leider unter allerlei Wehwehchen. Und blieb auch am Meer nicht davon verschont. Zur Zeit der Reise befand ich mich in der 28. Schwangerschaftswoche. Gefühlt befinde ich mich jedoch kurz vor dem Ende. Ich bin kugelrund und fühle mich dank der anhaltenden Hitze hier im Osten ziemlich aufgeschwemmt und schwer. Schwer ist wirklich ein gutes Wort um das Ganze zu beschreiben. Nicht nur meine Bewegungen fühlen sich schwer an.. mein ganzer Körper hat irgendwie ein Level erreicht.. nicht mehr feierlich. Dank leichter Brise am Meer waren die Temperaturen aber sehr angenehm und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl wegen eben dieser noch mal zusätzlich aufzuschwemmen. Im Gegenteil. Der Wind flatterte durch die Haare und um den Körper und es war sehr sehr angenehm.

Und die Bewegung: wir planten keine Wanderungen oder Ähnliches. Auch der Weg zu Fuß zum Strand sollte nicht zu weit sein. Nach einigen 100 Metern merke ich wieder hier und da ein Ziehen und nervige Schmerzen, die sich dann am Abend so richtig entladen. Entsprechend tummelten wir vor allem am Strand rum. Ich lag Foto knipsend in der Strandmuschel, während Papa und Oma das Kind bespaßten. Und während meine Lieben Abends noch durch den Innenpool und die Saunalandschaft tobten, lag ich im Hotelzimmer vor dem Fernseher und genoss die Ruhe. Wichtig war uns auch, dass wir minimal versorgt waren. Das hieß: Hotel statt Ferienwohnung. Wir hatten nur Frühstück dazu gebucht, was aber über den Tag verteilt ziemlich gut ausreichte, da wir danach sowieso nur unterwegs waren. So konnte ich mich immerhin diesbezüglich etwas entspannen und musste kein Frühstück machen. Das Essen war dort wirklich ganz ganz toll.. wir schwärmen noch heute davon.

Problematisch war dagegen die Autofahrt. Wir benötigten etwas über drei Stunden um unser Ziel zu erreichen. Auf dem Hinweg lief alles noch halbwegs gut, Dank kleinem Zwischenstopp. Ich bin ja kein Freund von Anhalten.. ich will ankommen. Und so fuhren wir den Rückweg komplett durch. Das Resultat: ziemlich geschwollene Füße, Knöchel und Unterschenkel. Also hoch die Beine. Die Schmerzen beim Ein- und Aussteigen sind jedenfalls wieder ziemlich schlimm. Ich muss richtig fest die Zähne zusammenbeißen, so unangenehm ist das Ganze. Da ist es übrigens egal ob ich vorab lang gelaufen bin oder nicht.

UND DAS KINDLEIN

Tja.. unser süßes Mäuschen ist ja eigentlich ein Freund von „zu Hause“. Sie mag es sehr gerne in ihrer gewohnten Umgebung zu sein und äußert das auch sehr klar. In so manchen Urlauben oder auch während Ausflügen kamen immer mal wieder die Worte „ich will nach Hause“ über ihre Lippen. Doch dieses Mal… nix. Ich denke das lag an verschiedenen Dingen. Zunächst einmal hatten wir die Oma zum Bespaßen dabei. Das hilft, wenn Mama und Papa ihr zu langweilig werden. Oma ist immer noch unangefochtene Rollenspielkönigin und steht beim Kindlein sehr hoch im Kurs. Auf der anderen Seite waren unsere Tage wirklich ziemlich spannend. Es gab quasi keinen Leerlauf und das kleine Mädchen war nicht zuletzt durch diese wirklich schöne Hotelanlage rundum beschäftigt. Aber ihr reichen diese paar Tage allemal. Erst heute haben wir über den Urlaub nächstes Jahr gesprochen, der wieder etwas größer ausfallen soll… und was sagt das Mädchen? „Schon wieder Urlaub? Nicht jetzt! Wir waren doch erst an der Ostsee!“ Bescheidenes kleines Ding.

Dank allgemeiner Anfälligkeit des Kindleins kam es natürlich wie es kommen musste. Das Äffchen nieste die ersten zwei Tage fleißig vor sich hin, nachdem es ein Bad mit den Füßen im Meer genommen hatte. Hinzu kamen die Nutzung des Innenpools und viel Wind. Am letzten Tag hustete sie schon. Aber gut, wir kennen es nicht anders und haben es auch gar nicht anders erwartet. Aber nun, wenige Tage später ist alles wieder gut und das Kindlein hatte nicht mal Fieber oder andre Begleiterscheinungen.

WAS HABEN WIR UNTERNOMMEN?

Ja also wie ich schon erwähnt habe, haben wir den ersten Stop auf der Hinreise auf einem der vielen Karls Erlebnisdörfern gemacht. Und ich muss wirklich sagen: ich war total positiv überrascht. Das Kindlein hatte rundum seinen Spaß, es war nicht zu voll und nicht zu leer. Dennoch wollten wir ja dann irgendwann unser eigentlich Ziel – die Insel Usedom – erreichen und machten uns daher nach nicht allzu kurzer Zeit auf den Weg in Richtung Wasser.

Auf der Insel Usedom gibt es ja allerhand zu entdecken. Ich glaube ich habe am ersten Tag im Hotel eine Tonne Flyer mit aufs Zimmer getragen und zusätzlich parallel im Netz geschaut, was es da so gibt. Die Angebote wie Schmetterlingsfarm und schiefes Haus klangen allesamt super. Waren aber auch – für unser Empfinden – wahnsinnig überteuert. Und so investierten wir unser Geld lieber in Eisbecher, Autofahrten zum nächsten Strand oder in Aktivitäten für das Kindlein. Letztlich hätte wohl auch die Zeit für mehr gefehlt. Das Wetter und die Anlage waren einfach zu schön. Man war für die wenigen Tage vollends beschäftigt. Am liebsten war das Kindlein eh im Innenpool des Hotels. Tja, kannste nix machen, ne?

Auf dem Rückweg hielten wir dann noch im viel ausgeschilderten „Wald der Sinne“ an. Vorsicht wer das vorab googeln möchte. Es gibt einen Naturlehrpfad, der in Österreich ist und exakt den selben Namen trägt. Habe ich zwar schnell bemerkt.. änderte aber nichts daran, dass man das verwechseln kann. Denn wirklich gute Bewertungen hat der Naturlehrpfad oder auch Wald der Sinne nicht verdient. Das Ganze ist kurz und knapp und recht ungepflegt. Ein Wald der Sinne ist es jedenfalls nicht. Vielleicht bin ich auch von unserem Naturlehrpfad in Bayern verwöhnt, keine Ahnung. Letztlich hätten wir mal lieber die zwei Pfade näher am Meer besucht, die auf unserer Hotelkarte ausgewiesen waren. Egal, wir haben es uns angeschaut und sind danach ganz entspannt nach Hause gefahren.

Ansonsten waren wir wie gesagt vor allem am Meer. Das Kindlein hatte Spaß im und am Meer oder hopste in einem dieser Trampoline, die man gerne überteuert für einige Minuten aufsuchen kann. Sie jagte Möwen oder rannte mit Oma ins Wasser. Überhaupt war Oma der perfekte Spielkamerad. Papa konnte dadurch immer mal wieder in der Strandmuschel einschlafen und Mama durfte Bilder knipsen. Alles so wie es sein sollte.

KLEINES FAZIT

Das war er nun wohl. Der letzte kleine Miniurlaub vor der Geburt. Ich kann mir – körperlich gesehen – nicht vorstellen in vier Wochen oder später noch mal eine Reise zu unternehmen. Eine der vielen Dinge, die dieses Mal so anders sind als in der Schwangerschaft mit dem Kindlein. Da lag ich kurz vor der Geburt noch äußerst entspannt im Pool oder arbeitete im Garten, ging mit dem Hund spazieren oder putzte irgendetwas. Dieses Mal bin ich.. ein ziemliches Wrack… was den Körper angeht. Rund, murmelig, kugelig, schwer, unbeweglich und von etlichen Schmerzen begleitet. Und das jeden einzelnen Tag.

Das Herz sagt natürlich etwas anderes. Das möchte hinaus in die weite Welt. Nach Bali, Florida oder auf die Seychellen. Aber das muss warten. Bis mindestens nächstes Jahr. Und auch da werden wir uns wohl etwas zum Entspannen suchen. Es wird der letzte Urlaub vor der Einschulung des Kindleins und das mit Mini Kleinkind. Wir werden sehen wo es hingeht. Fest steht: so eine kleine Auszeit kann richtig richtig gut tun. Und das hat sie. Ich fühle mich gut, bin aber auch froh wieder zu Hause zu sein. Das haben das Kindlein und ich dann doch gemeinsam: wir mögen unser zu Hause und alles Drumherum. Bis zum nächsten Mal du schönes Meer.

Mittendrin – im Pailletten Hype

Eigentlich fehlt in der Überschrift dieser lustige Emoji Affe, der die Hände vor die Augen schlägt. So recht weiß ich nämlich nicht, ob ich dieses Thema lachend oder weinend angehen soll. Aber ich muss einfach diesen Post schreiben… das Thema „Paillette“ ist hier nämlich schwer angesagt. Und mit schwer meine ich natürlich nach wie vor nicht das Kindlein. Das ist nämlich auch mit fast fünf Jahren noch dünn wie eh und je. Aber das ist ja nicht das Thema.

My little Pony zum Wenden auf einer riesigen Fläche. Da muss man schon Kraft aufwenden zum Drehen der Pailletten. 

Wann hat der Hype um diese Pailletten auf Kinderkleidung eigentlich angefangen? Ich glaube das erste Mal habe ich auf Facebook davon gelesen, es ist auf jeden Fall schon etliche Monate her. Oder war es Instagram? Es war in jedem Fall in Social Media Kanal, so viel ist sicher. Irgendwann erreichte der Hype um diese Kleidung dann seinen Höhepunkt und das Kindlein zeitgleich ein Alter, in dem man selbst über seine Kleidungsstücke entscheiden möchte. Nun ja. Man merkt recht schnell: keine Chance, wir mussten/müssen da auch durch. Wie – vermutlich – die meisten Kinder findet das Kindlein vor allem Wendebilder mit Pailletten aller Art wie so ziemlich den Himmel auf Erden. Überhaupt ist sie ein ziemliches Mädchen. Hatte ich glaube ich schon einmal geschrieben, aber man wird ja nicht müde das zu betonen. Sie liebt pink, lila und Glitzer bis der Arzt kommt. Erst gestern haben wir über einen möglichen neuen Fahrradhelm gesprochen und wie dieser aussehen soll. Zitat des Kindleins: „rosa mit lila Glitzer.“ Und du als Mutter stehst daneben und denkst dir: wann ist das denn jetzt wieder passiert? Neulich wollte ich ihr den weltschönsten blau weiß gestreiften Badeanzug andrehen. Keine Chance. Der kleine süße Stupszeigefinger wanderte sehr zielgerichtet zu dem rosa Modell, verziert mit lila und pinken Elementen. So ein richtiges Horrormodell im Stil von Colourblocking. Da passte nix zusammen. Aber das Kindlein liebte es. Stehste‘ halt daneben und weiß nicht was du machen sollst. Na und nun sind es eben diese Pailletten. Überall. Rock, T-Shirt, Kleid, Hosen.. sogar Hüte, Basecaps, jedes verdammte Teil, was man so an seinen Körper klatschen kann ist damit versehen. Und wehe man kann die Pailletten nicht „wischen“. Gibt ja auch fixierte Varianten. Diese werden mit heftigem Kopfschütteln links liegen gelassen. Braucht Madame nicht, kann man nicht wenden, ist doof, wird verschmäht.

Diesen tollen Herzenpullover, den das Kindlein über alles liebt, habe ich übrigens von P&C.

Und das gibt es eben diese Wendebilder. Da wird drüber gewischt bis die Hände glühen. Am besten postiert man sich vorab vor einem Spiegel, so kann man das Geschehen am besten überblicken. Ansonsten sieht unser Äffchen aufgrund des nicht vorhandenen Bäuchleins quasi nichts vom Gedrehe und Gewende der Glitzerplättchen auf dem Oberteil. Und das glitzert sich das Motiv von pink zu lila, von silber zu grell rosa oder gold. Oder einfach auch alles zusammen. Glitzerglänzeschock nenne ich das manchmal.

Ich glaube zu Beginn des Hypes gab es besonders einfach Motive mitten auf einem T-Shirt. Mittlerweile gibt es alles. Ja, alles. Und wer will dieses „alles“ haben? Ja selbstverständlich das Kindlein. Ich kann es ihr nicht übel nehmen. Dieses Gewische auf dem eigenen Körper inklusive Farbwechsel hat ja auch was für sich. Ich gebe an dieser Stelle zu: hätte ich als Kind auch ziemlich geil gefunden. Konsequenz daraus? Das Kindlein bekommt natürlich alles was glitzert und glänzt und auch nur annähernd aussieht wie eine Paillette. Und wenn man sich das mal ansieht ist es an sich eigentlich ziemlich innovativ. Zumal ich zu Beginn dachte, dass die entsprechenden Teile keine einzige Maschine überstehen würden. Und was ist? ich wasche das Zeug seit Wochen und Monaten und es passiert nichts. Nicht eine Paillette hat sich verabschiedet. Als wären sie mit Superzauberkleber befestigt. Ziemlich robust, dafür dass die entsprechenden Stücke die Lieblingsteile des Kindleins sind.. und entsprechend viel aushalten müssen. Und dann erst das Gewische und Gewende. Vermutlich auch sehr strapaziös. Ja und manchmal verhakt sich eine Paillette mit ihrer Nachbarin. Aber dann wischt man einmal zurück und alles ist wieder da wo es hingehört.

Am liebsten natürlich nur die Farben lila, rosa, pink, Glitzer (in Kindleins Augen definitiv eine Farbe)

Fazit? Tja.. wird wohl noch eine Weile anhalten dieser Hype. Und ja, auch irgendwie zu Recht. Ist ja nicht nur schön und hübsch anzusehen.. (ich meine, Himmel, was für geile Motive da zum Teil entstehen).. sondern macht auch echt Spaß. Herzmann und ich haben uns beide beim Drehen und Wenden erwischt. Und im Laden stehste auch da und wischt hin und her. Wie vermutlich schon 100 andere Menschen vor dir (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich immer eine Flasche Desinfektionsmittel in der Tasche habe.. mittlerweile ist die Influenza Saison ja Gott sei dank vorbei). Und so dreht und wendet man fleißig vor sich hin.

Ich habe bis auf ein T-Shirt bisher nur lange und dicke Sachen mit Pailletten für das Kindlein. Das soll sich natürlich auch ändern. Ich bin aktuell daher auf der Suche nach T-Shirts, die man so hübsch wenden kann. Und dann habe ich tatsächlich DAS T-Shirt gefunden. Warum genau das? Weil das Kindlein sich zum kommenden Geburtstag eine Einhorn Party wünscht. Ich bin diesbezüglich schon auf der Suche nach allerlei Zeug und musste mit erschrecken feststellen, dass Einhörner scheinbar nur mit Regenbogen in Kombination funktionieren. Egal ob auf Pinterest oder sonst wo. Einhorn = Regenbogen. Blöd nur, dass wir letztes Jahr eine Regenbogen Party hatten. Mittlerweile sehe ich es eher positiv. Im Sinne von: kannste‘ alles wieder verwenden. Das Kindlein wünscht sich jedenfalls dieses T-Shirt hier von P&C, welches man von einem Einhorn zu einem Regenbogen wenden kann. Ist das nicht irre? Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Und ich bin quasi aus dem Schneider (Pst: ich versuche aktuell noch die so von einer Dschungel Party zu überzeugen um auch das andere Geschlecht am besagten Tag glücklich zu machen.. drei Mal darf man raten, was sie davon hält. Ganz genau: nichts.) Heute ist es nämlich scheinbar so, dass Kinder passend zur Mottoparty auch ein entsprechendes Outfit tragen. Habe ich zwischendurch gelernt. Was man halt so lernt als Mutter. Auf diversen Sozialen Medien und so. Ja ja. Und weil ich ihr nicht so einen (für mich teilweise sehr zweideutig aussehenden) Einhorn-Haarreifen auf den Kopf setzen wollte, wäre ein Outfit in diese Richtung eindeutig die einfachere Variante.

Aber wir werden sehen ob es bei den Einhörnern bleibt (ich befürchte ja). Sollte es sich doch ändern, so muss ich eben ein anderes Motiv mit Glitzer-Wende-Pailletten finden. Denn egal um was es bei der nächsten Party gehen wird: sie will diese Pailletten. Und die soll sie auch bekommen. Mein großes und doch noch so kleines Zaubermädchen.

Schwangerschafts-Update 21.-27. Schwangerschaftswoche

Du kleines aktives Wusel

Mal abgesehen davon, dass sich dieses kleine Wesen in mir bei sämtlichen Untersuchungen nicht zeigen möchte.. so ist es auch in Sachen Bewegungen sehr eigen. Am 10. April (ich habe diesen Tag extra fett markiert) schien eine kleine Party im Bauch zu sein. Mit DJ, Tanzfläche, Scheinwerfern und so. Es war ziemlich extrem und bisweilen sogar mal schmerzlich.. so sehr schlug dieses Wusel Purzelbäume in mir. Der Bauch schlug Wellen und vibrierte förmlich unter den kleinen Extremitäten.

Ende April hatte das kleine Menschlein in mir dann ein paar sehr ruhige Tage. Und mein Kopf war voller Sorgen und Ängste… zum Glück habe ich meinen Fetaldoppler und kann in solchen Situationen Herztöne hören. Das beruhigt mich sofort. Und siehe da.. Anfang Mai ging es direkt mit Sport im Bauch los. Trampolin hüpfen war angesagt und wurde in etlichen Videos festgehalten. Das hat sich nun bis heute nicht mehr geändert. Ich wache jeden morgen mit Bewegungen in mir auf und schlafe auch mit diesen ein. Kindlein Nummer drei ist sehr aktiv und neulich hätte ich schwören können, einen kleinen Fuß an meiner Hand gespürt zu haben. Legen Leute ihre Hände auf den Bauch, so wird es oft sehr ruhig. Daher muss der Papa als Beruhiger mit seinen großen Pranken hin und wieder herhalten und eine Weile neben mir sitzend verbringen. Natürlich nur wenn es wieder zu arg wird, versteht sich.

Das Geschlecht

Oh das Geschlecht… Junge oder Mädchen. Für mich DIE Frage zu Beginn der Schwangerschaft. Ich würde es nie aushalten, es mir bis zum Ende nicht sagen zu lassen. Ich ziehe meinen Hut vor Eltern, die dieser Neugierde widerstehen können. Ich erinnere mich an einen Kaiserschnitt bei dem die Eltern sich auch überraschen lassen wollten und wir nach der Geburt des Köpfchens alle sofort erkannten: ein Junge. Das war sooo aufregend und die Stimmung im Operationssaal war wunderschön, erfüllt vor Neugierde und Bewunderung. Jedenfalls haben wir uns im Zuge der beginnenden Schwangerschaft unter anderem für die Durchführung des Harmony Tests entschieden. Bei diesem Test hat man die Möglichkeit das Geschlecht gleich mit bestimmen zu lassen. Was wir auch getan haben.

Und nun Trommelwirbel… wir erwarten erneut ein Mädchen. Damit geht ein riesiger Herzenswunsch von mir in Erfüllung… denn: ja, ich habe mir ein weiteres Mädchen gewünscht. Warum? Hm.. keine Ahnung. Es war einfach so ein tief sitzender Wunsch in mir. Und jeder der schreit: das Geschlecht ist doch egal, Hauptsache gesund. Ja, das ist richtig. Aber ich habe mich schon immer gefragt, weshalb man Frauen für ihre Wünsche bezüglich des Geschlechtes verurteilt. Jeder darf doch träumen und tief in sich zu etwas tendieren. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Jedenfalls wünschte ich es mir, vielleicht auch deshalb, weil wir mit unserem Kindlein so wahnsinnig glücklich sind.

Was hinzu kommt: meine ganz tiefe Intuition. Es ist schon seltsam. Ich hatte beinahe vom ersten Tag an das Gefühl, dass da ein kleines Mädchen in mir wächst. Und diese seltsame Gefühl sollte sich bestätigen. Woher mag sie kommen, diese schon so tiefe und doch so zarte Verbindung? Im Grunde ist es ja auch egal. Als ich da schwarz auf weiß las, dass das Geschlecht weiblich ist, war ich den Tränen nahe und hatte für den Rest des Tages ein extrem breites Grinsen auf den Lippen. Anschließend wurden all diejenigen abtelefoniert, die bereits von der Existenz des dritten Babys in mir wussten. Die meisten erkannten anhand meiner aufgeregten und äußerst positiven Fragestellung bereits, dass wir wieder eine kleine Maus bekommen würden. „Na so wie du dich freust, wird es doch wieder ein Mädchen.“ meinte meine Mama am Telefon. Und sie sollte Recht behalten. Ich kann abschließend nur sagen: ich bin hier die glücklichste werdende Mama. Und meinem persönlichen Jackpot möchte ich bald noch mal einen eigenen Post widmen.

Mein persönlicher Jackpot: ein zweites Mädchen im Bauchi. 

Die Feindiagnostik

Schon Mitte April war dann die Feindiagnostik. Meine Mama wollte dieses Mal unbedingt dabei sein. Doch die Zeigefreudigkeit dieses Mädchens zog sich wie ein roter Faden durch sämtliche Ultraschalltermine: sie wollte sich einfach nicht so recht zeigen. „Zusammengerollt wie ein kleiner Igel“ resümierte der Arzt und wir mussten alle kichern. Trotzdem habe ich – für mich – atemberaubende Videos. Videos auf denen das kleine Mädchen Fruchtwasser schluckt und ganz süß die Lippen spitzt. Das begeisterte meine Mama dann immerhin… dennoch: vom Kindlein hatten wir damals beinahe gestochen scharfe 3D Bilder, die nicht mal nach Alien aussahen. Dieses Mal – nun ja. Das Kindlein hatten wir übrigens auch dabei, obwohl ausdrücklich gesagt wird, Kinder unter sieben Jahren sollten eher nicht dabei sein. An dem Tag mit der Uhrzeit und der Entfernung passte es leider nicht und so nahmen wir sie mit. Bei solchen Terminen ist sie ja immer total entspannt. Sie saß auf Papas Schoß, lauschte den Worten des Arztes und freute sich, dass sie ihre kleine Schwester auf dem überdimensionalen Bildschirm sah.

Fazit: alles gut, alles schick. Alles so, wie es sein soll. Betrachtet man die Perzentilen, so liegt das Kind gaaaanz oben auf. Groß, schwer, lang. Der Arzt sagte dazu gar nichts, was ich auch eher als beruhigend empfand. Wieder zu Hause, verglich ich die Werte mit denen des Kindleins. Sie stimmten beinahe exakt überein. Auch das Kindlein wurde immer als zu groß und zu schwer geschätzt und erblickte letztlich mit durchschnittlichen 52cm und 3590g das Licht der Welt. Baby M. in meinem Bauch wurde am Tag der Feindiagnostik auf 610g und 30cm geschätzt.

Nach wie vor große Vorfreude der baldigen Schwester.

Die Lage des Kindes

Ja, in meiner aktuellen Schwangerschaftswoche kann man beinahe noch nicht von Lage sprechen. Wie sagte meine Gyn so niedlich: „Sie schwimmt doch noch!“ Und auch wenn ich eine Beckenendlage spontan versuchen würde, so mache ich mir natürlich meine Gedanken. Das liegt in erster Linie wieder daran, dass erneut alles anders ist. Schaue ich in meinen Mutterpass vom Kindlein, so lese ich bei Lage ausschließlich SL.. also Schädellage. Das Kindlein lag irgendwie gefühlt die gesamte Schwangerschaft schon so, wie ein Baby zum Ende hin in Mamas Bauch liegen sollte. Und dieses zweite Mädchen.. nun ja. Die dreht sich binnen weniger Stunden von A nach B und zurück. Woher ich das weiß? Ich hatte beispielsweise zwei Ultraschalltermine dicht beieinander. Und da hatte sie sich schon wieder von Schädellage in Beckenendlage gedreht. Was ich nicht gewohnt bin: Tritte da unten. An der Blase. Und überhaupt. Dieses Getrampele da unten. Das ist ganz seltsam und ich muss mich daran erst mal gewöhnen. Ganz aktuell liegt sie vermutlich wieder mit dem Kopf nach unten. Ich kann das selbst durch gewisse Handgriffe eigentlich ganz gut ertasten. Und ihre Tritte sind ja verräterisch. Aber ich glaube an dieses kleine Mädchen da drin. Und wie auch immer sie liegen möchte… sie wird auf die Welt kommen.

Die Freude des Kindleins

Ach ja, unser erstes Kindlein ist schon eine Maus. Ich hatte es erst neulich geschrieben: jeden Morgen und jeden Abend, gerne auch zwischendurch erhält Baby M. einen Kuss, eine kleine Geschichte, eine Berührung oder aber zumindest ein Lächeln voller Vorfreude. Das mag alles verdammt kitschig klingen, ist es vermutlich auch. Aber es nicht nur auf die schönen Schwangerschaftshormone zurück zu führen. Denn: all das passiert wirklich. Ich zwinge das Kindlein zu gar nichts… sie tut all diese Gesten ganz von allein. Und mein Mamaherz strahlt natürlich wie ein Komet in der Umlaufbahn. Liebe und so. So lang hatte sie sich ein Geschwisterchen gewünscht. Und nun wird dieser Traum wahr. Wenn da nur nicht diese wie Kaugummi ziehende Zeit wäre.. dieses zähe Warten auf den Tag der Geburt. Für das Kindlein ist das glaube ich manchmal besser auszuhalten als für uns.

Muttertag – 27. Schwangerschaftswoche – der Bauchi wächst in der Sonne

Kreislauf, Wehen und Co. 

Ach ja… also diese dritte Schwangerschaft hat es schon in sich. In vielerlei Hinsicht. Ich weiß auch nicht. Was ist da los? Ist es das Alter? Bin eben keine 26/27 mehr.. sondern 31/32. Da hat man schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel.. und wird.. hm… eingeschränkter? Gott, wie das klingt. Aber ich habe wirklich mit allerlei Dingen zu kämpfen, die ich so aus der ersten Schwangerschaft gar nicht kenne. Oder zumindest nicht so sehr.

Schmerzen

Oje… diese Schmerzen. Und nein, ich bilde sie mir nicht ein. Und nein, da helfen auch keine Sprüche wie „Schwangerschaften sind doch keine Krankheiten.“ Was man diesen Leuten manchmal sagen möchte, behält man besser für sich. Wie dem auch sei. Schon seit Wochen plagen mich Schmerzen in den Leisten an den Beinen. Sie sind jeden Tag da, morgens, mittags, abends. Nach Bewegung viel schlimmer und Abends oft nur im Liegen zu ertragen. Und selbst in dieser Position oft sehr übel. Da es bei einseitiger Belastung eines Beines extrem wird, dachten meine Hebi und ich recht schnell an eine Symphysenlockerung. Die Gyn hat darauf hin alles geschallt, aber nichts in der Richtung feststellen können. Und so wird es wohl eine Mischung aus allem Möglichen sein. Schnelle Schwangerschaftsfolge von zwei auf drei, viel Liegen bei Nummer drei zu Beginn, dadurch Verkürzung von Sehnen und Bändern und nun in Folge von mehr Bewegung eben Schmerzen. Keine Ahnung was es nun genau ist, aber es tut weh. Ich habe hier allerlei Hilfsmittel, die aber auch nicht helfen. Und so habe ich komischerweise gelernt damit zu leben. Was es nicht besser macht. Aber ich versuche mir natürlich auch zu sagen: das ist es wert. Ja, das ist es sicherlich. Dennoch macht es meinen Alltag sehr sehr beschwerlich. Und viele kleine Träume wie Ausflüge und kleinere Urlaube zerplatzen am Himmel wie frisch gepustete Seifenblasen. Dadurch bleibt übrigens auch wieder viel am Mann kleben. Selbst den Einkauf in die Küche tragen ertrage ich zumeist nur mit Zähne zusammen beißen. Schlimm diese Wehwehchen.

Wehen

Seit der 19. Schwangerschaftswoche habe ich Kontraktionen, die ich – leider leider – sehr deutlich spüre. Bisher sind diese Wehen nicht muttermundswirksam. Aber es ist ein Alarmsignal. Ich futtere fleißig Magnesium. Parallel schaut sich die Gyn immer den Gebärmutterhals an. Bisher hat sich hier aber wie gesagt nichts getan, worüber ich/wir sehr glücklich bin/sind. Nichts desto trotz mache ich mir natürlich meine Gedanken.. die aber schon positiver ausfallen, als zur 19. Woche. Immerhin sind wir jetzt in einer Phase der Schwangerschaft, in welcher Baby M. sehr gute Überlebenschancen hätte. So kann ich – was diese Wehen angeht – deutlich entspannter in die Tage starten. Für mich bedeuten die Kontraktionen in erster Linie: schonen, schonen und noch einmal schonen. Ich versuche viel zu liegen, nicht zu viel zu tragen und herum zu wuseln, was gar nicht so einfach ist. Der Papa muss – vor allem an den Wochenenden – öfter das Kindlein nehmen und überhaupt bleibt eine Menge an ihm hängen. Ich versuche es im Rahmen zu halten und mache öfter verbotene Dinge.. wie den Rasen zu mähen. Aufgrund dieser Tätigkeit lag ich schon in der ersten Schwangerschaft mit vorzeitigen Wehen in der 36. Schwangerschaftswoche im Krankenhaus. Aber dieses Mal weiß ich es besser. Der Herzmann achtet penibel darauf, dass ich nicht zu viel mache..Beispiele: ich leere den Mäher nicht mehr und von den fünf möglichen Geschwindigkeitsstufen des Gefährtes darf ich nur noch Nummer eins wählen. Ich gehe also nicht mal richtig hinter dem selbst fahrenden Teil hinterher. Ich schneckele eher, wenn man das so sagen kann. Es ist extrem langsam, dadurch aber fast entspannend. Und so ganz ohne Bewegung geht es auch in dieser Schwangerschaft nicht. Nach dem langen Muttertagswochenende mit viel Trubel und Besuch hatte ich dann pünktlich Sonntag Abend – nachdem all die Anspannung weg war – alle 2-3 Minuten sehr regelmäßige Wehen. Das macht mir ernsthaft Sorgen. Bin dann ganz schnell ins Bett gehuscht und habe versucht zu schlafen, was mir aktuell aber auch eher misslingt. Den Tag darauf war es etwas besser.. die Wehen kommen und gehen dennoch wie sie wollen und mir bleibt nix anderes übrig als mich weiter zu schonen.

Kreislauf

Ach ja. Der liebe Kreislauf. Was ist da nur los? Liegt es an der Hitze.. dieser ungewöhnlichen Hitze für April und Mai? Keine Ahnung. Und ehrlich gesagt habe ich mit solchen Temperaturen eigentlich kein Problem. Ganz im Gegenteil: ich liebe Hitze, Wärme, Sonne. Es kann für mich nicht warm genau sein. Und dennoch ist es mir passiert. Ich hatte einen körperlichen Totalausfall. Und das in einer sehr ungünstigen Situation. Nämlich beim Kindlein abholen. Ausgerechnet an diesem Tag holte ich sie mit dem Fahrrad ab und wir wollten anschließend ganz entspannt noch ein Eis essen gehen. Daraus wurde nichts, denn schon wenige Meter, nachdem wir in der Kita los gefahren waren spürte ich meinen Kreislauf. Ich will gar nicht alles aufzählen, aber es ging extrem schnell und war extrem schlimm. Meine Beine sackten weg, mir wurde schwarz vor Augen und zu allem Überfluss musste ich mit dem Kindlein eine brenzliche Situation meistern um mich irgendwo hinzulegen, bevor ich schwanger umfallen würde. Ich rettete mich in einen Laden, rief meinen Mann an und beruhigte sowohl mich selbst als auch das Kindlein. Das war nämlich ziemlich durch den Wind. Verständlicherweise. Es war ziemlich unschön und ich selbst fix und fertig, als ich da schwitzend und schwer keuchend auf dem Boden eines Fahrradladens lag und auf Besserung hoffte.

Leider passierte mir das Ganze anschließend noch mal. Im gut temperierten Lidl. Da spürte ich allerdings, dass es wohl am zu schnell sinkenden Blutzuckerspiegel lag. Also aß ich während meines Einkaufes fleißig vor mich hin und es besserte sich zumindest minimal. Dennoch: die Lebensmittel packte ich schwitzend aufs Band und war froh mich kurz darauf in meinen riesigen Kofferraum legen zu können. Wieder kam das Ganze sehr plötzlich, wurde aber nicht so schlimm wie beim ersten Mal. Gott sei Dank. Meine Gyn meinte nur: das liegt an der Schwangerschaft und ordnete Schonen an. Und ich fühle mich wie so ein Krüppel. Ich kenne das einfach so nicht und fühle mich körperlich ziemlich von mir selbst im Stich gelassen. Es ist seltsam, so machtlos zu sein. Und nicht schön. Die Konsequenz ist jedenfalls: wenn möglich immer jemanden bei mir zu haben. Für den Notfall. Das Kindlein wird also nicht mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad aus der Kita geholt, sondern nur noch mit dem Auto. Weite Strecken laufe ich nur noch mit Herzmann oder wem anderes aus der Familie, der zur Not Hilfe holen kann. Das nervt ziemlich, ist aber nicht zu ändern. In diesem Sinne: schlimmer geht immer, wird es aber hoffentlich nicht.

April 2018 – Rückblick

Oh du geiler April.. anders kann man es ja nicht ausdrücken, oder? Letztes Jahr noch der kälteste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, dieses Jahr der wärmste. Es war einfach herrlich. Entsprechend waren wir viel draußen, unter anderem schon direkt am See und überall und nirgendwo. Nach dem eiskalten März kam der Wechsel ziemlich überraschend, war aber dafür umso mehr ein Ausgleich für den langsamen Beginn des Frühlings. Das Kindlein ist momentan sehr angenehm, aber ich glaube, das schreibe ich schon seit den letzten Monaten immer wieder. Aber nun ab, mit dem April.

Das Kindlein

Ach ja. Das Kindlein. Nun schon bald fünf Jahre alt. Nicht mehr lang und mein Mädchen wird wieder ein Jahr älter. In den letzten Tagen und Wochen sind mein Mann und ich gefühlt noch verliebter in diesen kleinen Menschen. Keine Ahnung ob das an den Schwangerschaftshormonen liegt… jedenfalls ist sie einfach so ein tolles Mädchen, dass wir unser Glück nicht selten kaum fassen können. Wird das mal anders? Hehe… Sie ist emphatisch, liebenswürdig, vorsichtig, einfühlsam.. nimmt sich vieles sehr zu Herzen, was uns hin und wieder wiederum unsere Herzen bricht. Aber gut, das ist leider das Leben. Wir bestärken sie so gut es geht. Sie darf/muss sich sehr oft anhören, wie sehr wie sie lieb haben und das sie für uns das tollste Mädchen der Welt ist.

Sie freut sich nach wie vor sehr auf das kleine Baby, welches da noch in Mamas Bauch wuselt. Jeden Morgen beim Abschied und Abends vor dem Bettchen gehen bekommt mein Bauchi ungefragt einen Kussi. Sie ist sehr vorsichtig, dennoch bekommt meine Wanne beim Spielen hin und wieder einen Kick ab, der aber nicht weiter schlimm ist. So, und jetzt fasse ich das Wichtigste noch mal schnell zusammen.

ist am liebsten zu Hause
draußen sein ist ok, aber nicht ihr Favorit
Rollenspiele sind nach wie vor der Hit
sie verwüstet das Haus binnen weniger Sekunden
und räumt es nicht wieder auf
zählt bis 40
schreibt etliche Namen
malt neuerdings Giraffen und Affen und andere tolle Dinge
trägt fast ausschließlich 122/128
Schuhgröße 29
Haare kämmen ist kein Problem mehr
guckt Papa gerne beim Fussball spielen zu
liebt es zu tanzen

Eine neue Sache muss noch extra erwähnt werden: sie bindet sich seit kurzem selbst Zöpfe. Das ist so niedlich, dass Mama und Papa immer nur grinsend daneben stehen wenn sie ihre Haare zu einem Zopf formt und sich so niedlich die Strähnen nach hinten zieht. Sie schafft es tatsächlich einen Haargummi um den Zopf zu binden.. und dieser hält auch. Anfangs war sie ziemlich schnell frustriert. Mittlerweile weiß sie (und äußert das selbst auch so), dass sie nur Ruhe und Geduld braucht. Großes, kleines tolles Zaubermädchen.

Noch eine neue Sache hat sie gelernt, bzeiehungsweise sich getraut: Eier aufschlagen. Bei jedem Kuchen, der hier gebacken wurde, weigerte sie sich, die Eier aus der Schale zu schlagen. Irgendwann traute sie sich dann doch und was soll ich sagen: seitdem muss jedes Ei von ihr kaputt geschlagen werden. Sie war mächtig stolz auf sich und wir natürlich auch auf sie. So neue Sachen sind ja nach wie vor nicht ihr Ding und es bedarf immer einiges an Überzeugungsarbeit, bis sie sich etwas traut.

Ansonsten waren wir im April einfach wahnsinnig oft draußen. Am See, bei Opa auf dem Geburtstag, regelmäßig auf Spielplätzen. Es wurde gegrillt, gefeiert und gefuttert. Wir haben die Oma viel besucht, die sich am Fuß operieren hat lassen und daher ziemlich in ihrer Mobilität eingeschränkt war. Die Sonne in diesem April tat einfach richtig gut und erfreute vor allem mein Herz. Ich bin doch so ein Wettermensch. Schlechtes Wetter schlägt mir arg aufs Gemüt. Und so entschädigte der April für diesen mistigen Anfang des Jahres. Es war einfach herrlich.

Scharlach für alle

Ach ja.. Herr Scharlach stattete uns auch noch einen Besuch ab. Nachdem der letzte Fall in der Kita bereits über einen Monat zurück lag machte ich mir eigentlich keine Gedanken mehr.. und dann wachte das Kind irgendwie warm, aber gut gelaunt auf. Das Thermometer zeigte 37,7.. das war für mich eh schon ein Grund sie zu Hause zu lassen. Dann aber klagte sie zusätzlich noch über Halsschmerzen. Und ja, wir haben oft Husten, aber nie nie Halsschmerzen. Meine Alarmglocken klingelten und ich schickte den Mann mit Kind zur Ärztin. Ich wollte mich schwanger nicht in die Keimhölle setzen. Ergebnis: Streptokokken A positiv. Das kann ja grundsätzlich erst mal vieles sein.. eine Angina, aber eben auch Scharlach, auf das ich eher tippte. Zwei Tage nach dem Arztbesuch bildete ich mir jede Menge Punkte auf ihrem Bauch und Oberkörper ein und fühlte mich mit Scharlach ziemlich bestätigt. Jedenfalls stieg das Fieber dann fleißig an, das Antibiotikum tat allerdings sein Übriges und es ging ihr schnell besser. Ich ließ sie zur Vorsicht noch lang zu hause, so dass sie sich richtig erholen konnte. Insgesamt war die Krankheitswelle 2018 bisher sehr human, wofür wir sehr dankbar sind.

Quasselschnutchen

Isst einen riesigen Stapel Gurkenscheiben, die übereinander liegen.
Mama: „Was machst du denn da?“
Kindlein: „Schweinerei!“

Sie sieht das neueste Bild des Geschwisterchens ihrer guten Freundin:
„Ohhhh, ich will auch so einen süßen Fratz haben!“

„Ich träume, dass eine Zombiefrau in ein Flugzeug steigt und Seifenlauge in Bayern ausschüttet.“
Wir haben lange versucht dieses Zitat zu deuten, gelungen ist es uns nicht.

„Warte doch nicht so lang du altes Angsthühnchen!“

„Papa, ich habe die Polizei gesehen, also nicht so schnell fahren!“

Papa: „Und hattest du viel Spaß auf dem Spielplatz?“
Kindlein: „Viel mehr Spaß als wenn man auf dem Mond die Schwerkraft überwindet.“

„Mein Knopf geht nicht zu. Aber ich brauche einfach nur Geduld und Ruhe.“

Meine Missed Abortion – die Geschichte einer Fehlgeburt

Wie angekündigt. Ich möchte unserer Fehlgeburt einen eigenen Post widmen. Warum? Hm… vermutlich ist das „mein“ Weg es ein Stück mehr zu verarbeiten, um es festzuhalten.. und auch um dem kleinen Etwas einen Raum zu geben. Immerhin existierte es. Es war da… das Herz klopfte, es bewegte sich. Und dann war da plötzlich nichts mehr. Ein Loch, ein ganz tiefes und dunkles Loch. Ich bin ganz tief gefallen, aber nicht aufgeprallt. Ich hing und hänge in den Seilen und die erneute Schwangerschaft befördert mich wie ein Aufzug Stück für Stück nach oben Richtung Hoffnung.

Nach der Fehlgeburt und vor allem nach meinem offenen Umgang damit (ich habe es nicht für mich behalten, sondern habe es erzählt) erhielt ich plötzlich von ganz vielen Frauen ähnliche Geschichten. Ich hörte hier und dort von soooo vielen Fehlgeburten. Erzähl ich dir meins, erzählst du mir deins. So ähnlich fühlte es sich an. Und plötzlich fielen so viele Mauern und Masken und Tränen flossen und überhaupt fühlte es sich an wie „Schweigen brechen“. Nicht falsch verstehen… man muss es nicht in die Welt hinaus schreien. Es gibt bestimmt jede Menge Frauen, die es nur mit sich ausmachen wollen und können. Es ist ihr Weg. Ich spreche eigentlich vor allem deswegen so offen darüber… weil ich sagen möchte… ihr seid nicht allein. Auch wenn man weiß, dass es vielen Frauen passiert. So dachte ich dennoch „aber nicht bei uns.“ Und dann kam alles anders. Und es ist eben doch genau uns passiert.

Riesige Vorfreude für einen kurzen Moment

Was ist passiert?

Irgendwann im August 2017 habe ich positiv getestet. Nach nur sehr kurzer Zeit des aktiven Übens, wenn ich das hier so sagen darf. Ja darf ich, denke ich. Ist ja auch egal. Ich hielt diesen Test in der Hand und konnte es nicht so recht glauben. Mai sollte der Termin sein.. die Vorfreude stieg mit dem zweiten Test, der genauso deutlich war. Hinterher schob ich noch einen weiteren Test mit Wochenbestimmung. Und auch dieser war so wie es sein sollte. Der erste Termin bei der Gyn zeigte die Fruchthöhle und den Dottersack, beim zweiten Termin konnte ich schon das Herz schlagen sehen. Bezüglich der Größe stufte sie das Murkelchen einige Tage zurück. Wir dachten uns beide nix dabei. Warum auch? Es sah alles so aus, wie es aussehen soll. Und so zogen die ersten Wochen ins Land.. die Übelkeit begann. Aber war so anders wie bei der Schwangerschaft mit dem Kindlein. Die Brüste wuchsen. Alles schien sich auf Schwangerschaft einzustellen. Ich bildete mir einen kleinen Bauch ein. Dann im September fuhren wir in den Urlaub – nach Mallorca. Am Flughafen bat ich darum nicht durch den Detektor gehen zu müssen… Strahlung und so. Ich dachte mir nix, alles schien gut. Der Urlaub war toll, was in erster Linie an der Vorfreude und der nicht so starken Übelkeit lag.

Habe ich etwas geahnt?

Ja wo war sie nur, diese markerschütternde Übelkeit? Beim Kindlein lag ich zu dieser Zeit längst im Krankenhaus… extremer Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel ließen nichts anderes mehr zu. Und dieses Mal? Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass sich alle Anzeichen eher zurück zogen als „wuchsen“. Eine seltsame innere Unruhe machte sich breit. Immer wenn ich mich mit jemanden über die Schwangerschaft unterhielt, sagte ich „Wenn denn alles gut geht, dann….“ und bekam immer die gleichen Antworten.

„Was soll denn da schief gehen?“
„Du wirst schon sehen, alles wird gut!“
„Denk doch mal positiv!“

Im Nachhinein waren das genau die falschen Sätze. Denn: niemand nahm meine Ängste und Sorgen wahr oder ernst. Ich kam mir kurz vor dem Kontrolltermin bei der Gyn vor wie ein Psycho, da meine innere Unruhe eher wuchs, als das sie nachließ. Und dann, ja dann… kam der Tag der Tage.

„Das sieht leider nicht normal aus.“

Ich weiß noch wie heute, ich ging zur Gyn rein und sie fragte wie es mir ginge. Und meine Antwort war: „Ich fühle mich nicht schwanger, ich glaube irgendwas stimmt nicht.“ Es war das erste Mal, dass ich das so einfach aussprechen konnte. Vorher hatte ich immer noch diese komische Hoffnung in mir, dass ich mir alles nur einbilde und dieses Mal einfach Glück habe. Weniger Übelkeit – das muss doch ein Geschenk sein… eine Art Wiedergutmachung und Versöhnung mit dieser ersten so anstrengenden Schwangerschaft.

„Gut, bevor wir weiter machen schauen wir lieber gleich nach.“ Die Gyn nahm meine Sorgen sofort ernst und setzte mich unverzüglich auf den Stuhl. Und dann schallte sie. Und ich schaute. Und sie schallte. Und ich sah nicht viel. Musste mich fix orientieren. Es herrschte Stille. Und dann sagte sie: „Das sieht leider nicht normal aus.“ und ganz plötzlich hatte ich ihre warme, stärkende Hand auf meinem Oberschenkel. Ein Blitz jagte durch meinen Körper. Ein markerschütternder Blitz. Es war, als ob mir jemand die Luft abdrückte. Nur ganz kurz, aber sehr intensiv. Ich sagte nur „Hm. Ich habe es geahnt.“ Die Gyn redete noch.. aber ich hörte schon nix mehr. Keine Ahnung, was sie noch sagte. Ich verschwand anschließend wieder in der Umkleide… da wollten dann die ersten Tränen aus den Augen fallen. Ich stoppte sie, schluckte den Kloß in meinem Hals herunter und ging zurück ins Sprechzimmer. Die Gyn war noch nicht da. Ich zückte also sofort mein Handy und schrieb meinem Mann, dass kein Herzschlag mehr da ist und das es auch nicht weiter gewachsen ist. Er macht sich gleich auf den Weg.. irgendwas in die Richtung schrieb er zurück.

Dann kam die Gyn und ich weiß noch, dass das erste was ich sagte „Ich würde gerne um eine Ausschabung drum herum kommen“ war. Wir besprachen die Möglichkeiten, die ich hatte. Sie war sehr einfühlsam und sagte Dinge, die man eben so sagt in dieser Situation. Es waren gute Dinge. Richtige Dinge. Nichts wie:

„Sie haben doch schon ein Kind.“
„Beim nächsten Mal klappt es bestimmt!“
„Das passiert soooo vielen.“

Das sind Sätze, die kein Mensch braucht, auch wenn sie sicherlich lieb gemeint sind. Auch ich habe sie gehört. Und ich weiß, dass die Menschen, die sie sagen, nicht böse meinen. Das sie aufbauen, helfen und bestärken möchten, nur eben nicht wissen wie. Trotzdem: ich habe schon von vielen Bekannten mit Fehlgeburten dieses Feedback bekommen. Das eben diese Worte nicht helfen. Denn: ja, es kann schnell wieder klappen. Aber was ist die Konsequenz? Und ja, ich habe schon ein Kind. Aber ich wünschte mir auch dieses Zweite, was soeben wie eine Seifenblase zerplatzt ist. Dann lieber ein „Es tut mir so leid für Euch.“ Auch das habe ich gehört und es war gut für die Seele.

Nach dem Termin bin ich ziemlich überstürzt aus der Praxis gerannt. Die Sprechstundenschwester rief mir noch hinterher, ob wir einen neuen Termin brauchen, doch ich schüttelte nur den Kopf. Draußen, kurz bevor ich mein Auto erreichte, konnten sie dann endlich rollen: die Tränen. Ich setzte mich, startete den Motor und rief als erstes meinen Mann an. Ich heulte wie verrückt, konnte mich aber auch fix wieder beruhigen. Wir redeten eine Weile und es war kurz wieder ok. Dann fuhrt ich los und rief auf halber Strecke meine Mutter an. Sie wusste schon von der Existenz des Minis. Und verstand erst nicht als ich da so los plapperte, die Tränen immerhin schon nicht mehr in Bächen laufend. Ich weiß noch wie sie ganz entsetzt sagte „Dann ist es ja tot!“ und ich antwortete „na wenn du das so sagen willst, dann ja.“ Sie entschuldigte sich im Nachhinein dafür, rechnete aber so gar nicht damit und war derart erschüttert, dass nichts anderes aus ihrem Mund flog. Ich nahm es ihr nicht übel.. an ihren Worten und der Stimmlage hörte ich, wie heftig das auch für sie war.

Wie sind wir vorgegangen? Was waren die Auswirkungen?

Emotional

Scheiße, ich habe so viel geweint. Abends, auf dem Klo im Kreißsaal, im Auto, heimlich nachts, im Arm von meinen Mann, mit dem Kindlein im Arm, welches ganz durch den Wind war wegen dieser ganzen Sache. Jetzt wo ich diesen Text schreibe kommen sie seit langem mal wieder. Diese Tränen, die so ein treuer Begleiter waren in den ersten Tagen. Dieses furchtbar lähmende Gefühl ebbte allerdings auch schnell wieder ab. Ich sagte immer mal wieder: „Schatz, ich habe unser Baby verloren“ zu meinem Mann. Aber die Tränen gesellten sich nicht mehr wie zu Beginn pauschal dazu. Ich schlief erstaunlich gut, war nur unendlich traurig. So unendlich, dass man es nicht in Worte fassen kann. Trotzdem: ich berappelte mich erstaunlich schnell. Das Tal war sehr tief, aber auch sehr kurz. Die Wochen danach waren dennoch hart. Was mir Halt gab: die gesunde Tochter. Ich wusste: ich kann es, mein Körper kann es. Das war emotional die größte Stütze. Der Rest des Umfeldes wollte Gutes tun, bekam es aber nicht so recht hin. Ich glaube bis heute, dass jemand, der es nicht selbst erlebt hat, es auch nicht so recht nachfühlen kann. Der Austausch mit Frauen, denen ähnliches passiert ist, half mir da schon mehr.

Medizinisch

Laut Ärztin war das Baby schon seit dem letzten Termin kein Stück mehr gewachsen. Das bedeutete, es muss schon etwa seit vier Wochen ohne Herzschlag in mir geschwommen sein. Vier Wochen, in denen nix passiert ist. Mein Ziel war es, um eine Ausschabung drum herum zu kommen. Ich hatte in meinem OP-Einsatz im Zuge der Hebammen Ausbildung viele Ausschabungen gesehen. Und ich wusste: das will ich nicht. Auf der anderen Seite waren da schon diese 4 vergangenen Wochen, in denen nichts passiert ist. Ich besprach mich mit meiner Hebamme, die gleichzeitig in einer gynäkologischen Praxis arbeitet. Sie bot mir einen Termin dort an. Mittlerweile waren 5 Wochen vergangen und allmählich wurde mir die psychische Belastung zu groß. Ich nahm den Termin also an und wir schallten noch einmal. Ergebnis: Plazenta arbeitet, alles ist auf Versorgung des kleinen Wurms eingestellt. Auch wenn dieser nicht mehr lebte. Es gab keinerlei Anzeichen für einen natürlichen Abgang. Ich war verzweifelt. Ich wollte einfach nur noch, dass es vorbei war. Sofort. Es überrollte mich förmlich. Auch wenn ich keine Ausschabung wollte, so wollte ich einfach auch nicht mehr mit diesem kleinen toten Wesen in mir in der Welt herum laufen. Ich las noch viel im Internet… teilweise war von drei bis sechs Monaten die Rede, wenn man auf eine kleine Geburt warten wollte. Zu viel für mich und mein inneres Gefühl. Zudem die Angst vor heftigen Blutungen bei dieser kleinen Geburt, von der ich im Bekanntenkreis genau zu dieser Zeit hörte. Ich wollte auf meinen Körper hören und ihm vertrauen, dennoch war mein Kopf und das Bedürfnis nach einem „Ende“ größer. Die Ärztin, die mich schallte, würde auch die Ausschabung in einer kleinen Tagesklinik durchführen. Sie klärte mich auf und ich war sehr „positiv“ überrascht, da sie eine schonendere Methode anwenden würde als ich sie gesehen habe. Zudem wusste ich, wer mich da operieren würde. Und so fasste ich mit meinem Mann gemeinsam den Entschluss: doch eine Ausschabung.

Beruflich

Die OP an sich war nicht schlimm. Und auch das Danach war auszuhalten. Ich brauchte keine Schmerztabletten und stand nur 3 Tage später wieder im Kreißsaal auf der Arbeit. Die Ablenkung war gut. Sie half mir. Ich hatte zu keiner Zeit Probleme mit den Familien, die dort mit ihren glücklichen Babies die Räume verließen. Stattdessen konnte ich nun Frauen mit vorausgegangenen Fehlgeburten viel besser verstehen.. ihre Ängste, ihre Sorgen. Es war wie ein Spiegel. Beruflich hat mich diese Erfahrung zu 100% nach vorn katapultiert. Ich sehe es im Nachhinein manchmal fast als „positive“ Erfahrung. Im Sinne der Betreuung für Frauen und deren Familien. Es hat mir hier total viel gegeben. Wenn eine Frau sagte „ich hatte schon eine Fehlgeburt, ich habe so Angst.“ konnte ich tatsächlich antworten: „ich weiß genau wie sie sich fühlen!“ und dann wurde ich mit großen Augen angeschaut und man konnte sich auf „Augenhöhe“ unterhalten – auch wenn das jetzt erst mal grotesk klingt. Aber ich fühlte, was sie fühlten. Und das ist beinahe wie ein Geschenk für meine Arbeit als angehende Hebamme.

Was macht eine Fehlgeburt mit Dir/Mir?

Diese Missed Abortion hat für mich leider langfristige Auswirkungen. Die aktuelle Schwangerschaft kann ich kein Stück genießen. Ich halte dieses Kind nach wie vor künstlich auf Abstand. Es ist furchtbar und beängstigend.. ich versuche dagegen anzukämpfen. Aber was geschehen ist, ist geschehen. Und ich kann es ganz schwer an mich heran lassen. Schon zu Beginn dieser dritten Schwangerschaft eignete ich mir daher eine „alles oder nichts“ Einstellung an. Als ich am Abend des zweiten Testes Schmierblutungen bekam, überrollte es mich nicht gleich wieder.. einfach weil ich innerlich keinerlei Gefühle zu diesem Zelhaufen zuließ. Nicht noch einmal würde mich das so packen und mir einmal das Herz aus der Brust reißen um es danach unvollständig wieder rein zu stecken. Nix da! Doch die Blutungen gingen.. und die Wochen vergingen. Und in der neunten Woche waren plötzlich wieder alle Anzeichen wie verpufft. Panik stieg in mir auf… ich wollte der Gyn nicht gleich wieder auf den Keks gehen. Ich wusste – Herztöne mit dem Dopton zu hören in der neunten Woche, das ist zu früh. Verzweiflung machte sich dann doch wieder breit. Ich hatte einfach keine Lust, dass alles noch ein zweites Mal erleben zu müssen.

Eine meiner guten Freundinnen ist Tierärztin.. und sie besitzt ein portables Ultraschallgerät für Tiere. Und jetzt darf man 3x raten was wir gemacht haben? Ich habe mich mit meiner Freundin getroffen und sie hat mich abdominal geschallt. Und da sahen wir dieses kleine Mucki und auch ganz deutlich den Herzschlag. So verrückt muss man erst mal sein? Verrückt? Ist es das richtige Wort? Ich war einfach so panisch und ängstlich – ich wäre bis zum nächsten Gyn Termin innerlich zerbrochen. Da hilft mir weder das Wissen rund um die Hebammenausbildung und erst recht nicht dieses ganze „Hab Vertrauen in dich und deinen Körper..“ ich konnte und wollte so was einfach nicht hören. Immerhin hatten sich all die Besserwissermenschen schon einmal geirrt mit ihrem „Alles wird gut.“ Niemand meinte das böse, das weiß ich und ich bin dankbar für die Anteilnahme und die Hilfe und all das Kümmern. Und trotzdem konnte ich das nicht gebrauchen. Denn: ich hatte kein Vertrauen mehr in meinen Körper. Kaputt, futsch. Er hatte es schon einmal nicht geschafft, auch wenn ich wusste, dass solche Gedanken Unsinn sind. Man hat sie trotzdem. Auch als angehende Hebamme… für mich, die von der Physiologie der Geburt überzeugt ist.

Und irgendwann in der zehnten Woche kaufte ich mir einen Fetal Doppler.. ein Dopton.. um die Herztöne des Kindes zu hören. Und es funktionierte. Jeden Tag hörte ich die Herztöne des kleinen Wesens. Teilweise bis zu drei Mal am Tag trug ich ein wenig Ultraschallgel auf und schallte, bis ich das Herzchen schlagen hörte. Das war schon ziemlich psycho.. um es mal salopp zu sagen. Aber ich denke kaum einer, der das nicht erlebt hat, kann sich diese Panik und Angst vorstellen, die man hat. Da ist dieses Wissen.. das es ein weiteres Mal passieren kann. Seit ich die Bewegungen (16. Woche) des kleinen Wurmes in mir spüre, schalle ich deutlich weniger. Zum heutigen Tag kann ich sagen, dass ich bestimmt schon über eine Woche nicht mehr Herztöne gehört habe. Das lag auch an den regelmäßigen Arztterminen zwischendurch. Frühe Feindiagnostik, Vorsorge bei der Gyn, eigentliche Feindiagnostik… und immer dieses kräftig schlagende Herz auf dem Bildschirm. Das half mir unwahrscheinlich. Auch wenn wir Hebammen immer über die übermäßig durchgeführten Ultraschalltermine meckern. In meinem Fall war es ganz genau das, was ich brauchte. Bestätigung, dass dieses Kind noch lebt.

Nun bin ich wieder schwanger. In der 25. Schwangerschaftswoche. Und ich spüre dieses 31cm lange Menschlein jeden Tag in mir wuseln. Es gibt mir Halt. Und endlich haben wir auch die Grenze zur Überlebensfähigkeit überschritten. Dennoch. Angst und Panik bleiben. Jeden einzelnen Tag. Ich kommuniziere das nicht mehr so häufig an mein Umfeld. Aber Anspannung ist da. Eine Anspannung die sich vielleicht erst mit der Geburt legen wird. Ich weiß es nicht. Vielleicht wird es auch danach nicht besser. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich meine Gefühle diesbezüglich noch ändern und ich etwas mehr Vertrauen in mich und auch in das Baby habe.

Und wie geht es mir jetzt damit?

Hm.. ich weiß nicht. Ich glaube, dass es gut war, so schnell wieder schwanger geworden zu sein. Denn so hatte ich ja quasi nur eine kleine Unterbrechung und es fühlt sich an, als wäre ich seit August durchgehend schwanger. Ich muss nicht mehr weinen wegen diesem verlorenen Kind. Ich brauche keinen Altar, kein Grab, ich denke nicht mehr jeden Tag daran. Aber ich glaube das liegt in erster Linie an der jetzigen, bis jetzt toi toi toi, intakten Schwangerschaft. Ich konzentriere mich auf dieses dritte Kind. Ich habe von Nummer 2 noch einen Eintrag im Mutterpass und ein Ultraschallbild. Und ich habe Bilder von den positiven Schwangerschaftstests. Und ich habe die Erinnerung. An diese Vorfreude. Die da mal war. Aber auch an das, was danach kam. Ich habe damit glaube ich dennoch nicht abgeschlossen. Und ich frage mich, ob ich damit jemals abschließen kann. Das wird mir oft als Ratschlag gegeben. „Du musst es endlich abschließen.“ und ich denke mir: muss ich das? Gehört es nicht auf Lebenszeit dazu? Totschweigen, nie wieder drüber reden? Undenkbar. Und so ist es einfach ein Teil unserer Geschichte, unserer Familie geworden. Das jetzige Baby in meinem Bauch ist ganz selbstverständlich das dritte Baby, welches heran wächst. Nummer 2 hat es einfach nicht geschafft. Aber es war da. Und es bleibt im Herzen und im Kopf. Für immer.

März 2018 – Rückblick

März. Nun ja. Der steht ja bekanntlich für Frühling. Also rein theoretisch. In der Praxis hatten wir mehr Schnee als den ganzen Winter über. Und auch jede Menge kalte Temperaturen. Himmel. Von Frühling keine Spur. Aus dem letzten Jahr habe ich T-Shirt-März-Bilder. Dieses Jahr ist es dann zum größten Teil doch der Schneeanzug geworden. Das Kindlein war im März nicht besonders viel in der Kita. Zum einen weil sie krank war und zum anderen weil sie nicht gehen wollte. Wir nehmen das ernst.. und so durfte sie viel Zeit mit uns verbringen. *herz* Für die nächsten Monate stehen viele tolle Dinge an… Vorfreude.. zunächst einmal auf besseres Wetter.

Kalt, kälter – mit Oma auf dem See.

Krank

Tja.. Januar gesund. Februar gesund. Check. Und dann krachte es im März doch noch einmal ordentlich. Dabei haben wir wirklich alles versucht um all die Viren und Bakterien von unserem Mädchen fern zu halten. Und dann kam es doch wie es kommen musste und sie steckte sich scheinbar irgendwo an. 41,0 war unser bester Freund und 3 Tage hohes Fieber zogen nicht spurlos an ihr vorbei. Sie hat wieder etwas an Gewicht verloren und hing einige Tagen wie ein Häufchen Elend in der Ecke. Aber geschafft ist geschafft. Dank Abstand und anhaltender Desinfektion meiner Hände bin ich in der Schwangerschaft drum herum gekommen. Nun ist das Kindlein wieder gesund. Und wenn denn jetzt endlich mal besseres Wetter kommt hält dieser Zustand hoffentlich auch eine Weile an.

Ostern

Die Wettervorhersage für Ostern war ja… nun ja… Der Freitag war wunderschön. Viel Sonne und es war richtig warm. Das Kindlein holte mit ihrer Freundin in voller Vorfreude sogar das Planschbecken aus dem Schuppen. Mussten wir erst einmal erklären, dass die Temperatur doch noch nicht ganz ausreicht. Da für Samstag Regen und für Sonntag sogar Schnee mit kalten Temperaturen angesagt war, haben wir unsere Geschenksuche fix auf Freitag verschoben. Wir nehmen es da nicht so genau.. hatten echt keine Lust im Schnee Eier zu suchen. Und so durfte sich das Kindlein schon am Freitag über ihre Ostersachen freuen.

Was gab es denn da so schönes vom Osterhasen?
Ostergeschenke sind mit Affiliate-Links versehen

Toniebox
Viele können den Hype ja nicht verstehen. Ich auch nicht so recht… aber nachdem unser Kindlein mehr und mehr auf Hörspiele steht, dachten wir – warum nicht? Und so ergatterten wir durch viel Glück und einen Zufall eine der Boxen kurz vor Ostern. Die sind ja nach wie vor irgendwie überall ausverkauft und man bekommt selten die Wunschfarbe. Wie dem auch sei: das Kindlein liebt das Teil. Es war und ist das beste Geschenk und hat daher demnächst auch noch einen eigenen Post verdient!

Tonies
Passend zur Box gab es auch direkt 3 Tonies. Einen Kreativ-Tonie zum selbst bespielen und zwei weitere kleine Hörspiele. Kindlein lässt sich aktuell am liebsten vom Papa jeden Abend eine neue Geschichte auf den Kreativ-Tonie spielen. Mal sehen wie lang das noch so weiter geht.
Es gab:
Mia and me – Mia und die Elfen Tonie
Benjamin Blümchen – ein Törö für alle Fälle Tonie
Kreativ Tonie Sängerin

Buntstifte
Ja, denn hier wird in letzter Zeit soooo viel gemalt. Mittlerweile waren einige Buntstifte so kurz, dass man sie kaum noch in der Hand halten konnte. Also mussten neue her… das Kindlein mag sie sehr gerne. Und ich auch. Bei Buntstiften kann man ja auch mal ziemlich daneben liegen (ich mag die vom Ikea zum Beispiel gar nicht, krümeln mir zu sehr.)

Plitsch-Platsch-Pinguin
Bei real,- sind ja aktuell dann Treuemarken-Aktion einige Spiele im Angebot. Und so landete Plitsch-Platsch-Pinguin in unserem Einkaufskorb. Das Kindlein ist aktuell noch so semi-begeistert. Zumal sie es nicht so witzig findet, wenn bei ihr die Pinguine abstürzen – verständlicherweise. Aber gut, was nicht ist, kann ja an Begeisterung noch werden.

Schokolade
Brauche ich nicht viel zu sagen, oder?

Ja ist denn heute schon Weihnachten?

Du kleiner Wüterich

Manchmal. Tja.. manchmal da kann ich unser Mäuschen ganz schwer einschätzen. Beispiel: sie möchte Gurke, ich schneide welche auf und will als Überraschung noch ein paar Stücken Paprika mit auf den Teller legen. In ihrer aktuellen Gefühlslage habe ich nun mit zwei Reaktionsmöglichkeiten zu rechen. Erstens: strahlendes Gesicht, ein dickes „Danke Mama!“ und schwupp ist das Essen im Bauchi verschwunden. Tja.. aber es kann auch folgendes passieren. Zweitens: Kind sieht die Paprika und eskaliert dezent. „Ich wollte doch keine Paprika. Ich habe Gurke gesagt!“ und dazu ein weinerliches Gesicht mit jammerndem Unterton. Dann wird die Gurke nicht von dem Teller gegessen weil da eben diese rote Paprika mit drauf lag und überhaupt sollte Muddi am besten wieder ganz von vorn anfangen. Wirste nicht schlau draus, ne? Das macht es unberechenbar und.. hm.. spannend ist vielleicht das falsche Wort.. interessant trifft es gegebenenfalls eher. Aber wir reden ruhig mit ihr.. und es hilft. Eskalationen gibt es hier wirklich ganz ganz selten. Na und geschrien wird sowieso nicht.

Ein paar Kindlein Fakten

110 cm
fast 17 kg
Schuhgröße 29
zählt rückwärts
schläft 10-12 Stunden, braucht selten einen Mittagsschlaf
baut am liebsten aus allerlei Kram kleine Häuser und Höhlen und spielt dabei Rollenspiele
isst wieder schlechter und noch ausgewählter (wenn das überhaupt möglich ist)
groooooße Vorfreude auf das Geschwisterchen, nach wie vor

Mit der Freundin im Sand.

Gequatsche im März

„Ich spreche leider kein Italisch.“

„Mama, weißt du wie lieb ich Dich hab‘?“
„Wie lieb?“
„Bis nach Bayern!“

„Kindlein, möchtest Du auf dem Weg zur Oma im Auto einschlafen?“
„Ach Mama, wir werden doch sehen ob ich einschlafe!“

„Mama, du behandelst mich wie ein Baby!“
Ja, weil du auch immer mein Baby bleiben wirst. Punkt!

Sitzt am Tisch und fängt an zu essen, bevor alle anderen da sind.
Mama: „Mausi, wir warten eigentlich bis alle am Tisch sind.“
Kindlein: „Dann habt ihr wohl Pech gehabt!“
Ähm.

„Weißt Du Mama, der Schlitten vom Weihnachtsmann muss ja ganz schön schnell sein, wenn er in einer Nacht die ganze Welt bereist. Das ganze Berlin, das ganze Paris und das ganze Afrika!“

„Mama, woraus wird Farbe gemacht?“
Dinge, die ich erst mal googlen muss.

„Manno, jetzt ist mir meine Meinung ausgefallen. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich machen wollte!“

 

Hallo Du drittes Wunder!

Pssst… ich mag heute ein kleines Geheimnis mit der ganzen Welt teilen. Eigentlich zwei Geheimnisse. Wobei sie in meinem Umfeld gar keine Geheimnisse mehr sind. Das Kindlein wird große Schwester. Endlich. Nach einem – für uns – langem Leidensweg bin ich aktuell in der 21. Schwangerschaftswoche. Für mich ist damit meine persönliche, magische Grenze von 28 Wochen noch nicht erreicht. Und so beherrscht Angst mein Leben. Warum? Das sagt der Titel.. „drittes Wunder“.. letztes Jahr im Oktober haben wir unser zweites Krümelchen verloren. Wann genau, das kann ich eigentlich gar nicht sagen. Festgestellt wurde es Ende der zehnten Woche.. es muss jedoch schon länger nicht mehr gewachsen sein. Ich möchte diesem zweiten Krümel einen Extra Post widmen. Und mich nun ganz auf Nummer 3 konzentrieren.

Denn: Ja, wir sind wieder schwanger!!!

Zweiter Strich nun ganz deutlich. 

Anfang Dezember habe ich positiv getestet. Ich stand ziemlich perplex da. Immerhin war es der erste Monat nach meiner Ausschabung und dem Ende der Fehlgeburt. Und schwups, war ich plötzlich wieder schwanger.. und bin es geblieben. Nummer 3 hat sich fest gekrallt. Ganz fest. Die ersten Wochen beherrschten pure Angst und Verzweiflung meine Tage. Ich rechnete fest mit einem erneuten Abgang. Warum? Schon am Abend des zweiten Testes habe ich plötzlich Schmierblutungen bekommen. Da stand für mich fest: auch dieses kleine Etwas verabschiedet sich. Ich nahm es sogar noch gelassen. Denn: wo nix gewachsen ist, muss nix ausgeschabt bzw. muss nicht auf eine kleine Geburt gewartet werden. Doch die Schmierblutungen gingen nach 3 Tagen wieder. Die Ärztin wollte dennoch wissen, was da los war und schallte.. es war Ende der 5. Woche. Doch außer der hoch aufgebauten Schleimhaut war so kurz vor Weihnachten nichts zu sehen.  In der Schwangerschaft davor hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon ganz deutlich die Fruchthöhle sehen können. Nach langem Schallen fanden wir doch etwas. Es war schwarz, sah aber von der Form und Größe nicht aus wie die typische Höhle in der unser Baby wachsen sollte. Es war nach wie vor ein Hämatom, welches nach der Ausschabung einfach nicht verschwinden wollte. Die Zeichen standen also nicht so besonders. Und so wollte mich die Ärztin – auch um eine Eileiterschwangerschaft ausschließen zu können – wenige Tage später noch einmal sehen. Und da war sie dann: die kleine schwarze Höhle. Das Hämatom hatte sich plötzlich verkleinert.. aber war nach wie vor übermächtig gegen diese kleine schwarze Höhle unseres Babys.

In der 15. Schwangerschaftswoche schon so eine Murmel. 

Doch beim nächsten Termin war es fast ganz verschwunden. Auch diesen musste ich wieder außerplanmäßig wahr nehmen. Warum? Hallo Übelkeit.. ich erinnere nur zu gern an meine erste Schwangerschaft. Bereits in der 8./9. Schwangerschaftswoche lag ich für eine Woche im Krankenhaus, da ich es einfach nicht schaffte etwas zu essen oder gar zu trinken. Übergeben musste ich mich nie. Aber es ging eben nix rein und so konnte ich bald nicht mehr aufstehen oder irgendetwas machen. Und auch in dieser dritten Schwangerschaft ging es ganz schnell in diese Richtung, so dass ich noch mal den Rat meiner Ärztin hören wollte… bezüglich von Medikamenten. Alles andere weiß ich aufgrund der Ausbildung zur Hebamme ja eh. Ich hatte noch einen Einsatz im Kreißsaal abzuschließen und überlebte dieses halbwegs gut mit Medikamenten. Der anschließende Einsatz im OP endete allerdings schon an Tag 1.. mein Körper rebellierte und ich kollabierte auf der Toilette. Also ab nach Hause, krank geschrieben.. weiß nicht ob das so gut war, die Arbeit lenkte doch immer etwas ab. Und so Begann ein Marathon auf der Couch. Ich vegetierte auf dieser vor mich hin, immer den Eimer in der Hand, falls doch was oben raus will. Aber es kam schon wie beim letzten Mal nix.

Heute in der 21. Woche leide ich nach wie vor unter Übelkeit… aber nur noch Abends. Leider lässt sich diese fast ausschließlich mit Essen bekämpfen was sich auch in meinem Gewicht niederschlägt. Ich würde mich gern mehr bewegen, habe aber leider auch immer wieder Wehen seit der 19. Woche. Und so schone ich mich und lege mich bei Wehen rasch hin. Nicht so leicht mit krankem Kind. Ich habe rückblickend ein paar für uns wichtige Daten und Fakten zusammen getragen. Immerhin möchte auch Nummer 2 ein tolles Fotobuch mit entsprechenden Einträgen haben. Und so sammelt Mama fleißig.

Meilensteine

07.12.2017 – ich teste positiv – Deine Tante erfährt nach deinem Papa als erste von deiner Existenz
08.12.2017 – ich teste ein zweites Mal positiv – der Strich ist noch viel stärker

14.12.2017 – die Übelkeit setzt so richtig ein – früh wie eh und je

23.12.2017 – die Übelkeit erreicht besonders Abends echte „Höhepunkte“

03.01.2018 – Gyn- Termin – dein Herz blubbert ganz kräftig, -4kg in 2 Wochen dank Übelkeit

16.01.2018 – Arzttermin – ich sehe das erste Mal deine Arme rudern

07.02.2018 – Wir erfahren dank Bluttest welches Geschlecht Du haben wirst
14.02.2018 – Frühe Feindiagnostik – wir erzählen dem Kindlein von deiner Existenz – ein besonderer Moment

16. Woche – ich spüre dich endlich täglich in mir wuseln
22.03.2018 – Papa spürt dich das erste Mal von außen

20. Woche – ich habe immer wieder erste Kontraktionen und muss mich mehr schonen
28.03.2018 – Ende 20. Schwangerschaftswoche Gyn Termin. Du wiegst ungefähr 360g und bist 28cm groß. Es ist alles so wie es sein soll.

Ich erinnere mich noch an einen meiner letzten Posts, in dem ich ganz klar kommuniziert hatte, dass ich erst das Studium/Ausbildung zur Hebamme beenden möchte.. und dann nachlegen mag. Nun ja.. das Herz hat meinen beziehungsweise unseren Kopf überstimmt. Und dann kam diese Fehlgeburt. Und ich dachte: ein Zeichen, du solltest es erst zu Ende machen. Und dann war da plötzlich wieder dieser – völlig unerwartet – positive Test. Und jetzt ist nach diesen furchtbar bangen Wochen plötzlich alles in Ordnung. Und doch bleibt diese Angst. Davor, dass wieder etwas schief gehen wird. Aber das werde ich in einem Post über unsere Missed Abortion noch mal ganz genau auffassen. Bis dahin mag ich gerne weiterhin über meine Schwangerschaft berichten. Denn so langsam stellt sich ein kleines bisschen Vorfreude ein. Nur ein bisschen, aber immerhin. Sie ist da. Diese Freude auf ein zweites kleines Menschlein.

Ausflugtipp Mallorca – Playa des Coll Baix mit Kind und Familie

Der Frühling lässt ja auf sich warten. Und was gibt es da besseres als sich die Zeit mit herrlichen Bildern mit viel Sonnenschein zu vertreiben? Ich wollte ja schon lange die Ausflugsziele unseres letzten Mallorca Trips verbloggen.. aber bisher fehlte ja immer die Zeit. Nun möchte ich aber ein absolutes Highlight zeigen. In vielerlei Hinsicht.

Der Playa des Coll baix

Diese Bucht stand schon für unseren vorletzten Mallorca Urlaub auf dem Programm, aber damals trauten wir uns noch nicht. Warum? Weil der Weg dorthin einfach total heftig ist. Das hat verschiedene Gründe. Erstens läuft man eine ganze Weile und zweitens ist es sehr gefährlich. Aber mal ganz von vorn.

Der Weg zum „Gipfel“ – ab da erst mal nur noch bergab zum Meer

Der Weg zum Playa des Coll Baix. 

Also. Zunächst einmal fährt man ein ganzes Stückchen mit dem Auto. Fragt mich nicht mehr, wie wir dorthin gefunden haben. Ich glaube letztlich haben wir einfach die Koordinaten des Playa des Coll baix gegoogelt und diese dann per Navi gesucht und auch gefunden. Es gibt aber auch etliche Beschreibungen, die man im Internet ergooglen kann. Der Anfang der Straße ist noch gut asphaltiert. Doch das ändert sich recht schnell. Irgendwann schafft es dann auch der beste Mietwagen nicht mehr weiter. Wann genau, sieht man eigentlich ganz gut. Einfach da parken, wo auch der Rest am Wegesrand steht. Die Autos lassen sich ganz gut im Schatten parken. Von dort aus geht ein Weg zunächst bergauf – zu Fuß versteht sich. Nicht zu steil und im Schutz von etlichen Bäumen. Festes Schuhwerk ist hier noch nicht erforderlich, wird aber für den weiteren Weg unabdingbar. Zwischendurch trifft man immer wieder auf Ziegen, die aber friedlich irgendwo fressen oder durch die Gegend laufen. Kamera nicht vergessen! Ich glaube vom Auto zur Anhöhe haben wir etwa 20 Minuten gebraucht, vielleicht auch weniger. Der Weg ab der Spitze des Berges bis zum Strand selbst dauerte trotz gutem Schuhwerk ein bisschen, nicht zuletzt weil wir jetzt keine Ausdauersportler sind. Vermutlich sind wir noch mal so 30-40 Minuten gewandert und geklettert.

Die Aussicht auf dem Weg nach „unten“

Von der Anhöhe abwärts

Ganz oben angekommen führt ein schmaler Weg rechts in eine Art Wald. Hier sollte man sich immer rechts halten, auch wenn einem das erst mal komisch vorkommt, weil man quasi von der Bucht und dem Strand weg läuft. Sollte man nicht so geübt sein, kein perfektes Schuhwerk oder gar Kinder dabei haben.. immer auf dem Hauptweg halten! Zwischendurch schlängeln sich immer wieder kleine Wege links vom Hauptweg ab. Die gehen sicherlich schneller nach unten, sind aber unsagbar steil und den ein oder anderen legte es mächtig auf die Nase. Also immer rechts halten… irgendwann macht der Weg dann kehrt und man läuft wieder nach links. Man kann es quasi nicht verpassen. Der Hauptweg ist ordentlich ausgetrampelt und eigentlich trifft man immer den ein oder anderen Wanderer.

Über steile Klippen – sehr gefährlich!

Irgendwann erreicht man dann die Klippen. Und tja… das ein oder andere Mal steht man davor und denkt sich: hier kann es nicht weiter gehen. Hier kann kein Mensch rüber kommen. Und doch musste es ja irgendwie weiter gehen. Also zack: rüber geklettert. Mein Vater meinte nur immer: „Ihr seid doch irre!“ – letztlich war es das Klettern aber wert und das eigentliche Highlight. Spätestens bei den Felsen sind gute Schuhe wichtig. FlipFlops und Co. haben wir nix zu suchen, sieht man aber trotzdem immer wieder. Vor allem bei dem jungen Publikum. Die Steine sind mitunter schon etwas glatt.. uns ist nix passiert. Aber der Abgrund war zum Teil schon sehr tief, die Wellen peitschen gegen die Felsen und man war froh, wenn man die heftigsten Hindernisse ohne Probleme meisterte. Wir sahen etliche Leute umdrehen, vor allem aber die, die keine vernünftigen Schuhe an hatten. Ich wiederhole mich: Wasser und Schuhe sind hier das A und O!

Glasklares Wasser, kaum Menschen, wenige Boote

Und mit Kindern?

Tja also eigentlich sollte man am besten nur da hin kraxeln wenn man gar keine Kinder hat. Das ist auch der Grundtenor, den man so liest oder aus Gesprächen mit bekommt. Denn: es ist einfach krass gefährlich. Einem selbst kann dort fix was passieren. Mit Kindern ist das Ganze noch mal eine ganz andere Hausnummer. Uns war klar: wenn wir dort hin wandern und klettern, dann nur wenn das Kindlein in der Trage ist. Nun war sie zum Zeitpunkt des Urlaubes 4 Jahre alt und wog etwa 15 kg. Auszuhalten – am besten in der Manduca mit Stegverbreiterer. Dennoch: festes Schuhwerk ist unabdingbar. Besonders, wenn man noch einen kleinen Passgier auf dem Rücken trägt. Die Klippen waren teilweise schwer zu überwinden und man brauchte ein Minimum an Ausdauer und Können um da rüber zu können. Ich habe dort sonst kaum Kinder gesehen… es gab welche, keine Frage…aber die meisten wurden wirklich mit Tragesystemen dorthin transportiert. Alles andere ist fahrlässig. Im Nachhinein fand ich es ziemlich grenzwertig, trotz dieser atemberaubenden Erlebnisse dorthin und direkt vor Ort.

Wanderung nach „unten“

Dennoch würde ich rückblickend eher von der Wanderung mit kleinen Kindern abraten. Auch bei größeren Kindern frage ich mich, wie sie das packen. Sollte doch etwas passieren, so kann man nicht mal eben jemanden anrufen… es gibt keine Rettungswacht oder ähnliches. Bis zum Auto dauert es ewig, der Handyempfang ist super schlecht. Es ist und bleibt gefährlich. Sollte es zu viel werden, zwischendurch lieber noch mal umdrehen.

Highlights des Playa des Coll Baix

1. Ruhe

Ein Geheimtipp ist die Bucht schon lange nicht mehr. Aber was ist das schon auf Mallorca? Mittlerweile ist dort alles recht überlaufen und selbst kleinste Buchten sind bekannt und überlaufen. Wir hatten im September immerhin den Vorteil der Nebensaison. Dennoch war die Insel voll. Nicht aber so die Playa des Coll baix. Dies hat vor allem zwei Gründe. Erstens ist der Weg dorthin so heftig, dass viele umgedreht sind oder es gar nicht erst versucht haben. Zweitens gibt es keinen reinen Sandstrand. Vielmehr kleine Minikiesel säumen dieses schöne Fleckchen Erde. Egal. Jedenfalls sorgten diese zwei Gründe für eine sehr leere Bucht. Menschen waren anwesend, keine Frage, aber es war sooo viel Platz und überhaupt nicht überfüllt. Es war ruhig und entspannt. Hin und wieder kam ein Touri Boot vorbei, schmiss einmal 30 Menschen ins Wasser und zog nach weniger als einer Stunde wieder ab.

Papa und das Kindlein

2. Ziegen

Auf dem Weg zur Bucht trifft man ja schon wie beschrieben die ein oder andere Ziege. Aber in der Bucht wird es dann etwas… nun ja… persönlicher. Wenn man das so sagen kann. Die Ziegen dort sind sehr sehr penetrant. In vielen Bewertungen habe ich das als harsche Kritik an der Bucht gelesen. Wir sahen das nicht so. Es war einfach ein Highlight so auf Tuchfühlung mit den einheimischen Tieren zu gehen. Man muss allerdings wachsam sein. Essen und Getränke sollten gut beaufsichtigt oder sehr sehr gut verpackt sein. Die Ziegen schrecken auch nicht davor zurück in Beuteln und Rucksäcken zu kramen. Haben wir alles erlebt. Das Kindlein fand die Tiere natürlich super spannend. Und auch wir empfanden sie eher als Bereicherung und nicht als störend. Sie sind leicht weg zu scheuchen und waren zu keinem Zeitpunkt aggressiv.

3. Landschaft und Co.

Hach… also diese Aussicht. Sie beginnt schon beim Abstieg zur Bucht. Zwischendurch musste ich immer und immer wieder anhalten um die Kamera zu zücken. Es war einfach zu schön. Der Tag war nicht komplett windstill, aber auch nicht super stürmisch. Das Wasser schlug dennoch keine Wellen und lag ganz flach und glasklar vor uns. Diese Farben. Es war atemberaubend schön. Noch auf dem höchsten Punkt der Wanderung ist man ganz hin und weg. Unten angekommen bleibt es dabei. Das Wasser ist klar, herrlich sauber und wir hatten an dem Tag keine einzige Welle. Gerade bezüglich Wellengang liest man im Internet sehr unterschiedliches. Bei uns jedenfalls war alles ruhig. Für kleine Minikinder ohne Schwimmärmel ist der Strand zumindest zum seichten Hineinlaufen ins Wasser nicht geeignet. Es geht recht schnell recht steil ins Wasser. Das Kindlein zeigte sich mit 4 Jahren ziemlich unbeeindruckt davon. Die mitgebrachte Luftmatratze wurde hinein geworfen und los ging der Spaß. Der Strand hat wie gesagt keinen feinen Sand – die Kieselchen sind ziemlich heiß wenn die Sonne mit voller Wucht drauf scheint. Da rennt man auch schon mal zum Wasser. Badeschuhe würde ich trotzdem nicht unbedingt empfehlen. Das Kindlein jedenfalls lief ohne Probleme umher.

Und sonst so?

Handyempfang

Tja.. also das mit dem Empfang.. das kann man da unten getrost vergessen. Zumindest fast. Schon während ich beim Absteigen zur Bucht die ersten Bilder an diverse Familienchats versenden wollte, merkte ich.. das wird so schnell nix. Entweder hatte ich gar keinen Empfang oder nur sehr sehr spärlichen, der kaum zum Versand von einem Bild reichte. Unten in der Bucht wurde es nicht besser. Eher schlechter. Wir hatten an dem Tag noch zwei Nachkümmlinge zu verbuchen, die sich etwas schwer taten den Weg zu finden. Und so wirklich kommunizieren konnten wir nicht. Die meiste Zeit war der Empfang komplett weg. telefonieren kann man quasi gleich streichen. Wer also kaltes Bier und Co. ordern will, der sollte auf eine Brieftaube umsteigen oder wie viele der Besucher von einer Ecke in die nächste laufen, immer mit der Hoffnung auch nur einen Balken Empfang zu erhaschen.

Das Bild ist eigentlich noch harmlos – Klettern über die Felsen – Kindlein auf dem Rücken

Verpflegung und Co.

Es gibt weder eine Verpflegung vor Ort, noch sanitäre Einrichtungen. Auf der Anhöhe, kurz vor dem eigentlichen Abstieg gab es ein kleines Toilettenhäuschen – wenn ich mich jetzt recht erinnere. Mehr aber nicht. Man kann nichts zu Essen und nichts zu Trinken kaufen. Wichtig also: alles mitschleppen! Vor allem an Wasser sollte man nicht sparen, nicht zuletzt weil der Aufstieg zum Schluss wieder echt heftig wird. So manch einer kam mit knallrotem Kopf wieder auf der Anhöhe an. Mir inklusive – so ganz by the way. Mein Kreislauf wollte zwischendurch sogar mal kurz nicht mehr und ich musste mich hin und wieder hinsetzen. Wieder oben auf der Anhöhe angekommen, geht es ganz entspannt zurück bergab zum Auto. Der deutlich entspanntere Teil.

Fazit Playa des Coll baix mit Kind

Wenn ich mir all die gemachten Bilder so ansehe.. kommen diese dennoch nicht annähernd an diese beeindruckende Landschaft heran. Die Dimensionen wirken auf den Bildern immer so „falsch“.. diese Bucht war wirklich groß und imposant und der Weg dorthin war ein echtes Abenteuer mit der ganzen Familie. Es machte riesig Spaß, es entstanden tolle Bilder und vor allem: Geschichten, über die man sich noch Jahre unterhalten kann. Nie werden wir diesen Ausflug vergessen. Zu krass war das Klettern und diese berauschende Natur auf dem Weg zur und in der Bucht selbst. Wie oben beschrieben: mit kleinen Kindern würde ich es vermutlich nicht noch mal machen… es ist schon sehr gefährlich. Sobald die Kinder älter sind (ich habe hier leider keine Erfahrung) könnten sie selbst klettern. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, steuert die Bucht per Boot an, auch das ist möglich. Tolles Erlebnis, sehr sehenswert!