Mallorca mit Familie – Teil III – Cala Varques

So viel sei vorweg gesagt: die Cala Varques ist leider schon lange kein Geheimtipp mehr. Lange Zeit galt sie als dieser, verzeichnet aber in letzter Zeit stark gesteigerte Besucherzahlen. Uns selbst betraf das eigentlich kaum, da wir im September außerhalb der absoluten Hochsaison reisten. Trotzdem war die Cala Varques gut gefüllt – aber nicht überfüllt. Hier nun unser Erfahrungsbericht von der Cala Varques 🙂

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Was ist der Cala Varques?

Die Cala Varques ist eine kleine Bucht im Osten der Insel Mallorcas. Wir hatten von unserer Autovermietung eine tolle Karte der Insel bekommen, auf der nahezu alle Buchten eingezeichnet waren. Und so setzte ich mich in unserer Finca an den Rechner und suchte und suchte.. nach der perfekten Bucht. Ziel: feiner Sandstrand, tolles, glasklares Wasser, wenig Leute, ein paar Möglichkeiten zum Wandern. Irgendwie sind wir dann bei der Cala Varques hängen geblieben. Die Infos im Netz lasen sich herrlich: Geheimtipps, überall Hippies, entspanntes Flair.

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Wie komme ich zur Cala Varques?

Man kann die Bucht nicht direkt mit dem Auto anfahren – am Ende bleibt noch eine Wanderstrecke von etwa einem Kilometer, die über eine ziemlich eigenwillige Piste geht. Es geht ruuuuunter… und der Weg ist gespickt mit Stolperfallen, da überall Minifelsen aus ihm herausragen. Mit der Kraxe war das alles wie immer kein Problem. Feste Schuhe sind nett, aber kein Muss (haben danach noch schlimmere Wege hinter uns gebracht).

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Bevor man jedoch den Wanderweg entlang läuft, kann man entweder direkt an der Hauptstraße (MA-4014 zwischen Porto Cristo und Portocolom – keine Sorge, man kann es nicht verpassen, die Autos an der Hauptstraße werden euch den Weg weisen) parken, an einem Parkplatz in der Kurve oder man fährt den kleinen schottrigen Feldweg bis zu einem großen Eisentor (hier beginnt der Wanderweg). Hier parken am Ende des Feldweges jede Menge Autos – die Reifen eures Autos werden es euch aber nicht danken – der Weg ist schrecklich.

Das Eisentor ist mit einer Kette halbherzig verschlossen. Man kann alle darauf stehenden Warnungen ignorieren und hindurch schlüpfen. Anschließend beginnt auch schon die Wanderung durch eine wirklich schöne Natur *hach*. Vor uns wanderten drei verrückte italienische Mädels, die mehr als nur gut drauf waren und in einer Tour sangen. *hehe* Irgendwann hört man schon das Meer rauschen und ehe man sich versieht biegt man um die Ecke und steht mitten in der Cala Varques.

Was gibt es zu sehen?

Der Strand in der Cala Varques ist bunt gemixt. Eigentlich ist die Bucht aber „fest in der Hand“ einiger Hippies, die auch neben dem Wanderweg campen (was eigentlich strikt verboten ist). Ansonsten gibt es Familien, Paare, viel junges Gemüse, Kletterer… Franzosen, Italiener, Deutsche, Spanier. Eine Gruppe hat dort eine Slackline und ein Volleyballfeld aufgebaut, es gibt eine Bar mit Snacks und firschen Getränken – ja sogar Cocktails konnte man in der provisorischen Bar kaufen. Der Strand ist fein und sehr hell, das Wasser ist glasklar und erstrahlt in 1000 Farben. Die Liegefläche ist begrenzt, aber man sollte in jedem Fall ein Plätzchen finden. Die Wellen waren mittelmäßig, der Strand fiel nicht zuuuu steil ab, aber auch nicht so leicht, wie es vielerorts beschrieben war. Es ging erst mal einen ordentlichen Weg runter und dann blieb es lange Zeit konstant „flach“.

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Steht man dem Meer zugewandt, führen links davon mehrere Kletterwege auf die Felsen hinauf. Meine Mama und ich haben es gewagt und sind hoch gekraxelt – natürlich in FlipFlops *hihi*. Ich hatte nämlich davon gelesen, dass es hier ein ganz besonderes Fotomotiv geben soll – eine Art Brücke. Im Internet sah das ziemlich nice aus und so war schnell klar: hier will ick hin! Unterwegs haben wir zwei Männer gefragt, wann denn die gute Brücke endlich kommt. Sie meinten, wir hätten schon den halben Weg geschafft. So war es am Ende leider nicht ganz, aber die Miniwanderung war definitiv auszuhalten.

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Nach einer Weile kommt man schon mal in eine Minibucht, in welcher viele Hängematten der Wildcamper baumeln. Gegenüber sieht man die schon Leute einen steilen Pfad herunter klettern (siehe Foto oben) – zu viel für meine Mama und mich. Wir haben uns also links gehalten und haben tatsächlich einen zweiten, anderen Weg gefunden, der uns weiterbrachte. Jedoch sah man kaum etwas am Horizont und wir wollten nach einigen Minuten schon umdrehen… bis… ja bis sich das geniale Motiv vor uns auftat. Als erstes rannte ich herum und meine Mama knipste, anschließend wechselten wir. Die Aussicht war bombastisch, der Wind wehte, das Wasser peitschte in die Bucht direkt unter uns. Als meine Mutter sich auf die Klippe setzte blieb ganz kurz mein Herz stehen… 😉

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Während dessen baute das Kind mit Papa Sandburgen, die Tante bräunte sich dezent in der Strandmuschel und Musik hallte ganz leise über den Strand.

Mein Fazit:

Schade schade schade, dass dieser Strand nicht mehr soooo geheim ist. Es gibt viel zu entdecken… es herrschte zu jeder Zeit reges Treiben. Immer wieder kamen Wanderer den Weg von anderen Buchten und machten Rast. Es war eine tolle Atmosphäre, die nicht zuletzt an den Wildcampern lag, die dort leben. Die Stimmung war locker, leicht und die Hälfte der Leute rannte nackig durch die Gegend (FKK ist in jedem Fall erlaubt). Wer etwas mehr möchte als nur den ganzen Tag am Strand zu liegen ist hier genau richtig. Man kann wild durch die Gegend klettern und wandern, trifft immer wieder neues und sehenswertes. Der Wanderweg zur Bucht ist recht abenteuerlich und macht gerade deshalb so viel Spaß! Immer wieder gerne! Jawohl!

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