Und alle so: Lass das!

Lass dasLiegt das an den Ferien? Was is’n da los? Ich muss jetzt mal fragen. Aus gegebenem Anlass. Wir sind momentan viel am See oder tummeln uns in irgendwelchen Naturbädern. Irgendwann diese Woche wollen wir noch spontan für einen Tag ans Meer. Meer geht ja bekanntlich immer.

Auf jeden Fall höre ich in letzter Zeit nur noch Sätze wie diese:

„Jeremy Taylor, du musst die Tante schon fragen, bevor Du die Gießkanne nehmen möchtest!“

Ich glotze auf das Kind. Es scheint nicht älter als ein Jahr und tapst mir freudestrahlend mit der Gießkanne des Kindleins entgegen. Der Nackenschutz weht im sandigen Wind und die kleinen Kuchenzähne blitzen mich schelmisch an. Niedlich isser ja. Dann gucke ich zur Mutter, die mir einen entschuldigenden Blick zuwirft. Und ich frage mich: wie in Gottes Namen soll das Kind den Satz formulieren? In dem Alter?

Ich frage zum Spaß ob das Kind denn schon den entsprechenden Wortschatz beherrscht und werde schief angelächelt. War scheinbar lustig… nicht.

Oder gerne auch:

„Lass das bitte. Nicht mit Wasser spritzen. Denk an die anderen Kinder.“

„Nicht doch mit dem Sand!!!!“

„Pass auf, lauf langsam, renn nicht!“

„Das ist NICHT dein Spielzeug. Da hinten liegt deins!“

Alle sind irgendwie so…so nicht entspannt. Liegt das an der Sonne? An der Sonnenmilch? Ich gebe zu, die macht mich regelmäßig aggressiv. Immer dieses Geklebe und Geschmiere. Ständig fällt die Flasche in den Sand, so dass der Sprühkopf verklebt und man anschließend noch das körnige Zeugs mit auf die Haut sprüht. Aber ich schweife ab.

Wenn es kein Satz ist.. so reicht in vielen Fällen auch ein Blick. Kindlein fasst ein aufgeblasenes Tier an – ich blicke zur Mutter. Ihre Augen sprechen eine deutliche Sprache: „is unseres, Finger weg!“

Ja meine Güte.. Kinder wollen immer das, was nicht ihnen gehört. Ich plädiere daher an dieser Stelle mal für mehr Entspannung im Umgang mit Spielzeug am See. Wir teilen gern. Auch wenn Kind A mit unserem Ball 100 Meter weiter rennt. Oder Kind B die Schaufel kurzfristig im See versenkt. Am Ende sind wir nie ohne unser Zeug abgedampft. Verloren geht eigentlich nie was.

Also Chayenne Blue Justine… das nächste Mal darfst du sehr gerne mit dem Eimer vom Kindlein spielen!

Heute wurde ein bisschen Wassergespritze auch instant von einer Mutter unterbunden. Rennen ist sowieso nicht erlaubt… da könnten die Leute in der ersten Reihe ja Sand auf die Decke bekommen. Das ähnelt natürlich einer humanitären Katastrophe und dem entsprechend wird es auch an das Kind weitergetragen.

„Noch einmal und wir gehen sofort!“

Den Satz mag ich ja besonders… nicht! Wer vorn am Wasser keine rennenden Kinder haben will kann auch nach hintern uffe Wiese gehen! So sieht’s nämlich aus. Aber es gibt sie noch: die wenigen Mütter, die einfach nur daneben sitzen und begutachten. Ich zähle mich mal zu dieser Sorte.. auch wenn ich natürlich mein Kind verziehe und mich viiiiel zu wenig einbringe. Immerhin habe ich nicht jeden Sandkrümel der Kleckerburg begutachtet. Watt soll’s. Lasst sie machen! Sie bekommen das schon hin. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Entspannt Euch.. Winter kommt noch früh genug. Da darf dann auch wieder mehr gemeckert werden. Über kalt und dunkel und so. Versprochen.

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2 comments

  1. Hallo! Also ich „oute“ mich offiziell als so eine Mutter, die, wie du es nennst meckert. Ehrlich gesagt versteh ich deine Aufregung nicht so ganz. Was genau ist jetzt verkehrt daran sein Kind darauf hinzuweisen, dass es nicht einfach die Sachen der anderen Leute nehmen soll? Das finde ich eher rücksichtsvoll, man kann doch nicht davon ausgehen, dass es alle so locker nehmen wie du. Ich sage meiner Tochter auch immer erst…nein, das ist nicht dein Spielzeug….und warte dann die Reaktion ab. Die meisten sagen dann ja auch, dass es für sie ok ist, wäre es für mich auch übrigens, aber eben nicht alle. Und es ist ja auch das gute Recht eines Jeden einfach seine Ruhe haben zu wollen. Also sieh es doch eher als Respekt gegenüber seiner Umwelt, wenn man sein Kind etwas zügelt.
    Viele Grüße Ela

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